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ENNS. Im Ortsgebiet von Kottingrath kommt es laut Anrainern immer wieder zu stark überhöhten Geschwindigkeiten. Vizebürgermeister und Referent für Infrastruktur, Straßen und Verkehr Manfred Voglsam (ÖVP) hat sich um das Anliegen angenommen, stößt aber bei der BH Linz-Land auf Widerstand: ein Fixradar komme nicht in Frage.

Es wurden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 129 km/h gemessen. Foto: Wodicka
Es wurden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 129 km/h gemessen. Foto: Wodicka

Aufgrund der Anrainerbeschwerden montierte Vizebürgermeister Voglsam im Zeitraum von 13. September null Uhr bis zum 19. September 23.59 Uhr ein Geschwindigkeitsmessgerät beim Ortseingang Kottingrath in Fahrtrichtung Hargelsberg. Die Messungen seien selbst für Profis auf diesem Gebiet sehr erschreckend gewesen.

Bedenkliche Messungen

„Gemessen wurden unter anderem Durchschnitts- und Spitzengeschwindigkeiten von Personen- und Lastkraftwagen“, erklärt Voglsam und fügt an: „Ein solches Ergebnis habe ich bisher noch nie gesehen.“ Gemeint ist zum einen die Durchschnittsgeschwindigkeit von 76 km/h (85 Prozent aller passierender PKW), sowie die Spitzengeschwindigkeit von 129 km/h – im Ortsgebiet wohlgemerkt. Doch auch bei den LKW zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. „Hier beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit 69 und die Spitzengeschwindigkeit 90 km/h. Und wenn man bedenkt, dass der Schwerverkehrsanteil in diesem Gebiet bei zehn Prozent liegt, dann kann man sich ausmalen, wie es dort zugeht.“

Stark befahren

Pro Woche sollen es außerdem 7000 PKW sein, die durch das Ortsgebiet brettern und Unmut unter den Anrainern verursachen. Ein Ansuchen bei der Bezirkshauptmannschaft (BH) Linz-Land, man möge in besagtem Ortsgebiet ein Fixradar anbringen, verpuffte bei der zuständigen Mitarbeiterin Theresia Schlöglmann: „Wir machen es uns wirklich nicht leicht bei der Bearbeitung solcher Ansuchen. Allerdings müssen im Vorfeld vier Punkte geprüft werden, um überhaupt eine Entscheidung zu treffen.“

Vier Punkte

Diese Punkte bestehen aus einer Unfallstatistik, dem Verkehrsaufkommen, dem Straßenverlauf sowie einer Messung der Durchschnittsgeschwindigkeit. Allerdings sei die Entscheidung laut Voglsam längst gefallen. „Unserer Mitarbeiterin auf der Gemeinde, Bettina Hemm, wurde mitgeteilt, dass auf dieser Strecke bisher keine schweren Unfälle passiert seien und somit auch keine Notwendigkeit für ein Fixradar bestehe. Ich finde es traurig, dass zuerst immer etwas passieren muss, bevor gehandelt wird. Zumal es sich hierbei um eine Landesstraße handelt, wodurch die Strafgelder nicht in Enns bleiben würden. Uns geht es also einzig und allein um die Sicherheit der Bürger.“

Unterstützung für Voglsam

Volle Unterstützung erhält Voglsam vom Bürgermeister der Stadt Franz Stefan Karlinger (SPÖ). „Aufgrund der Tatsache, dass die Kürze des Ortsgebietes sowie die Breite der Straße dazu einladen, schneller zu fahren als erlaubt, was die durchgeführten Messungen auch bestätigen, besteht hier klarer Handlungsbedarf. Ich ersuche die BH Linz-Land Maßnahmen zu treffen, um die Situation zu entschärfen. Immerhin sprechen wir hier nicht von leichten Geschwindigkeitsübertretungen. 100 km/h im Ortsgebiet zu fahren – das passiert nicht einfach, das ist eine bewusste Entscheidung.“ Ob man diesbezüglich mit der BH Linz-Land noch auf einen grünen Zweig kommt, werden die nächsten Wochen zeigen.


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