Begleitprojekt: Sechs Ennser auf den Spuren der Legio II Italica
ENNS. 800 römische Meilen oder 1200 Kilometer: diese Strecke planen sechs wagemutige Radfahrer aus Enns zurückzulegen, um einen Beitrag zur OÖ. Landesausstellung zu leisten.

Zahlreiche Begleitprojekte wurden für die OÖ. Landesausstellung in Enns unter dem Titel „Rückkehr der Legion: Römisches Erbe in Oberösterreich“ eingereicht – Klaus (nicht Robert) Kamptner aus Enns hat sich dabei ein äußerst schweißtreibendes ausgesucht: 1200 Kilometer will er mit fünf Freunden auf dem Rad zurücklegen, um den Spuren der Legio II Italica zu folgen. Vom 11. bis zum 21. Mai soll die Reise dauern.
Die Idee
„Vor einigen Monaten“, so Kamptner bei einem Gespräch mit Tips, „fiel mir eine Zeitschrift mit dem Titel 'Radtouren in Österreich' in die Hand, die ich als passionierter Rennradfahrer natürlich durchblätterte. Dabei entdeckte ich auf der vorletzten Seite einen überregionalen Fernradweg über die Alpen, rund 710 Kilometer von Donauwörth in Deutschland nach Altino bei Venedig: die 'Via Claudia Augusta' – eine bedeutende Straßenverbindung vom Norden in den Süden in römischer Zeit. Aufgrund der Landesausstellung in Enns war schnell die Idee geboren, den Spuren der Legio II Italica, die ja bei uns in Lauriacum stationiert war, zu folgen.“ Nach Absprache mit Kamptners Radfreund Rupert Bauinger, der schon mehrmals die OÖ. Genussland Radtour mit seinem Verein organisiert hat, war die Idee beschlossene Sache. Die Frage nach der Umsetzung war der nächste Punkt, den es abzuhaken galt.
Die Umsetzung
Nach einer Anfrage bei der Kulturabteilung der Stadt Enns und beim wissenschaftlichen Leiter des Museums Lauriacum, Reinhardt Harreither, machte man sich nun daran, ein Projekt zu formulieren und beim Land Oberösterreich einzureichen. „Auf den Spuren der Legion, von Meilenstein zu Meilenstein, in zehn Tagen mit dem Rennrad von Rom nach Enns, rund 800 römische Meilen, das war das Ziel.“ Wenige Wochen später war das Projekt genehmigt.
Die Spurensuche
Wo verliefen die römischen Straßen? Wo war die Legion unterwegs, als sie vor fast 2000 Jahren den langen, strapazvollen Weg über die Alpen zu uns nach Lauriacum in Angriff nahm? Fragen über Fragen, die beantwortet werden mussten, um das Projekt zu realisieren. „Nach ausgiebigen Recherchen im Internet und mehreren Gesprächen mit Herrn Harreither, kristallisierte sich die Strecke nach und nach heraus – die Verblüffung war groß, als wir bemerkten, wie komplex das römische Straßennetz bereits ausgebaut war“, erinnert sich Kamptner zurück. Das Straßennetz der mittleren Römerzeit wird auf zirka 80.000 Kilometer geschätzt.
Die Strecke
Weitere Recherchen ergaben, dass die Bernsteinstraße – die kürzeste Verbindung zwischen Rom und Aquileia (in der Nähe von Grado) –, wie auch viele andere Straßen in Richtung Norden führte, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, dass auch die römische Legion diesen Weg genommen hat. In Celje/Slowenien angekommen, schwenkt die „Legion“ gegen Norden Richtung Drautal, weiter stromaufwärts wird Virum (Provinzhauptstadt Noricums; einige Kilometer nördlich von Klagenfurt) erreicht. Von dort aus geht es auf der Norischen Hauptstraße bis nach Lauriacum.
Feierlicher Empfang
Am Ende der zehn Tage andauernden Reise findet am 21. Mai um 16 Uhr ein feierlicher Empfang am Ennser Hauptplatz mit Repräsentanten des Landes OÖ und der Stadt Enns statt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die „Legionäre“ auf den letzten Kilometern zu begleiten. Treffpunkt ist der Rübenplatz in Hargelsberg um 15.15 Uhr.


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