Aufregung um geplanten Ausbau am Flugplatz HB

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Julia Karner Julia Karner, Tips Redaktion, 14.10.2020 08:00 Uhr

HOFKIRCHEN/NIEDERNEUKIRCHEN/ST. MARIEN. Seit gut 45 Jahren gibt es nun den Flughafen in Hofkirchen. Erst 2019 wurde die Piste befestigt und die Anlage somit modernisiert. Ein neuerliches Vorhaben, eine Rollbahn zu errichten, sorgt für große Aufregung in den umliegenden Ortschaften. Während die Bürger mehr Flugverkehr und somit Lärmbelästigung befürchten, kann der Flugplatzhalter Heino Brditschka den Aufruhr nicht verstehen.

Etwa 3.000 bis 4.000 Flieger starten und landen jährlich auf der Landebahn am Flugplatz in Hofkirchen. Jeden Morgen macht sich außerdem der ORF OÖ Überflieger auf den Weg, um die Verkehrssituation im Raum Linz zu beobachten. In erster Linie wird der Flugplatz für die Werft betrieben. Überstellungsflüge, Werkstatt- und Prüfflüge sowie Flugzeugerprobung und Vorführflüge stehen auf dem Programm. Nachdem im vergangenen Jahr die Start- und Landebahn asphaltiert wurde und eine weitere Einstellhalle entstand, soll nun der Bestand durch eine Rollbahn erweitert werden. „Die Rollbahn dient als Rückrollweg, um die Piste schneller freizubekommen. Die Flugzeuge müssen dann nicht mehr auf der Start- und Landebahn zur Halle zurückrollen“, erklärt Flugplatzhalter Heino Brditschka.

Mehr Fluglärm befürchtet

Die Bewohner von Hofkirchen, Niederneukirchen und St. Marien befürchten jedoch, dass es einen Anstieg des Flugverkehrs geben könnte. Im Hofkirchner Gemeinderat hat man daher einstimmig eine Resolution beschlossen. Darin heißt es: „In Wahrung der Interessen der Gemeinden spricht sich der Gemeinderat von Hofkirchen im Traunkreis gegen das vorliegende Projekt aus und beauftragt den Bürgermeister spätestens in der mündlichen Verhandlung, alle erdenklich möglichen Einwendungen im Verfahren vor der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land zu erheben sowie alle in Betracht kommenden Anträge zu stellen, um die Durchführung eines Verfahrens nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz durch die zuständige Behörde herbeizuführen.“ Der Gemeinderat richtet sich mit dem vorliegenden Beschluss vorrangig auch an Landesrat Günther Steinkellner als für die Luftfahrt zuständigen Landesrat und fordert ihn auf, alle erforderlichen Veranlassungen zu treffen, unter anderem für einen sofortigen Stopp des geplanten Ausbaues des Flugplatzes, eine nochmalige Überprüfung der Frage, aus welchen konkreten Erwägungen die neuen Anlagen für die Luftfahrt notwendig seien und die Unterlassungen von Flügen über Wohngebiete sowie Schulungsflügen außerhalb der Betriebszeiten. „Mir ist jedoch besonders wichtig, dass die Bewohner wissen, dass ich als Bürgermeister nur das Recht zur Stellungnahme habe“, sagt Hofkirchens Ortschef Thomas Berger. „Dennoch werde ich nicht aufgeben. In nur fünf Tagen wurden in einer Petition 500 Stimmen gesammelt, um mir so bei der Verhandlung den Rücken zu stärken.“

Für Heino Brditschka ist die Aufregung unverständlich: „Die Flugbewegung ist aufgrund der Corona-Krise um fast 20 Prozent gesunken. Wir sind froh, dass wir viel Arbeit haben und der Betrieb hier in Hofkirchen gut läuft. Außerdem arbeiten wir mit der Uni Graz zusammen und erforschen autonomes Fliegen“, erklärt Brditschka und stellt klar, dass der Flugplatz nur die Infrastruktur für das Starten und Landen zur Verfügung stellt. Für alles andere ist der Pilot verantwortlich. Vermutet wird, dass aufgrund der Corona-Einschränkungen wie Homeoffice und Urlaub zu Hause die Flugbewegungen heuer stärker wahrgenommen wurden als sonst. Für Bürgermeister Berger steht jedoch fest: „Ich gebe nicht auf, bis mir ein Gericht erklärt, dass das rechtens ist. Es wird Forderungen an den Flughafen geben, die es zu erfüllen gilt. Der Umweltanwalt hat die Möglichkeit, einen Feststellungsantrag beim Bundesministerium für Verkehr einzubringen, um ein Umweltverträglichkeitsverfahren einzuleiten. Wir haben nichts gegen die Firma HB Flugtechnik. Aber der Bevölkerung wird es einfach zu viel.“

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Kommentare

  1. Einmaleins
    Einmaleins21.10.2020 20:57 Uhr

    Die Zahlen zeigen, dass da was nicht stimmt. - Wenn da rund 3.000 bis 4.000 Flieger pro Jahr starten oder landen, geht es um rund 1.750 Starts pro Jahr bzw. durchschnittlich rund 5 Starts pro Tag. Da sollte das Zurückrollen der Flieger auf der Startbahn kein Problem sein, ist ja nur ein Flieger ca. alle 2 Stunden. Es sei denn, es ist geplant, den Flugverkehr zu erhöhen. Oder man will die Raumordnung umgehen und etwas errichten, was gar nicht für den Flugplatz wichtig ist. Möglicherweise stimmt aber auch die Anzahl der Flugbewegung nicht. Die Anlieger klagen ja über zunehmenden Fluglärm. Mehr Zahlen würden beim Rechnen helfen.

  2. Tom W
    Tom W15.10.2020 10:23 Uhr

    Problem? - Warum wird immer gegen Flugplätze und Flugzeuge geschimpft? An meinem Haus fahren täglich etwa mindestens 8000 lärmende Fahrzeuge vorbei. Unnötige Bäcker-Einkaufsfahrten, unnötige Urlaubsfahrten, die könnten auch zu Hause bleiben (Google angucken), unnötige Dienstfahren, die auch telefonisch erledigt werden könnten, unnötige Besuchsfahrten, ginge auch telefonisch u.s.w. Aber wegen 10 mickrigen Starts von Flugzeugen am Tag, geht es immer wieder auf die Barrikaden. Leute, wenn ihr was gegen Lärm tun wollt, tut was gegen unnötigen, nervigen, ständigen Autolärm! Oder könnte es sein, dass ihr euch da ins eigene Bein schießt, anstatt nur auf wenige Piloten?

  3. 1 Anrainer
    1 Anrainer14.10.2020 16:20 Uhr

    Neue Rollbahn ? - der ORF OÖ und die AK könnten Ihre Mittel sinnvoller verwenden sollte dies heissen . Nicht Land OÖ

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