Regeln für die Nutzung der Natur
ST. FLORIAN. Stau auf dem Weg zum Naturparadies, vermüllte Wälder, ausgetretene Pfade im Wald – die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen hat dazu geführt, dass viele Menschen ihre Liebe zur Natur gefunden haben. Doch diese vermeintlich positive Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten.

In den letzten beiden Jahren entdeckten viele Leute ihre Liebe zur Natur. Skitouren, Mountainbike-Ausflüge und Wanderungen erleben seit der Pandemie einen Aufschwung. An schönen Wochenenden sind die Parkplätze in der Nähe von Naturschönheiten überfüllt, während der Pandemie haben sich sogar Leute in den Wäldern niedergelassen, dort ihre Partyzelte aufgebaut und Grillpartys in freier Wildbahn abgehalten. „Die Natur wird zu Tode geliebt“, stellt Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner fest und fordert eine „ökologische Raumplanung“. Für besonders sensible Zonen soll in Zusammenarbeit mit Jägern, Forstwirten und Tourismusverantwortlichen ein gemeinsamer Nutzungsplan für besonders sensible Zonen erarbeitet werden. Zur Schonung von Wildtieren sollen gewisse Zonen geschaffen werden, in denen nur mehr eingeschränkte Freizeitnutzung erlaubt ist. Im Gegenzug würde es sinnvoll sein, spezielle Routen für Mountainbiker oder Tourengeher explizit auszuweisen. Auf diese Weise können sensible Arten wie Auerwild, Greifvögel, aber auch Rehe und bodenbrütende Vogelarten geschützt werden. Zudem in der Bevölkerung das Bewusstsein für den Naturschutz geweckt werden. In gewissen Regionen Oberösterreichs gibt es bereits regionale Pilotprojekte, in denen ein Regelwerk aufgestellt wurde, so zum Beispiel in der Pyhrn-Priel-Region oder im Salzkammergut.
Wald im Klimastress
„Der Wald braucht die Unterstützung durch den Menschen mehr denn je“, betont Sieghartsleitner im Rahmen des dritten Hohenbrunner Journalistengesprächs in St. Florian. Durch den Klimawandel haben sich in den letzten Jahren die Bedingungen im Wald drastisch verändert. Der Wald kann sich nicht mehr schnell genug an die geänderten klimatischen Bedingungen anpassen. Die Fichte war Jahrzehnte lang als „Brotbaum“ in der Forstwirtschaft von großer Bedeutung. Sie gerät durch lang anhaltende Trockenperioden zusehends unter Druck. Die Suche nach Alternativen gestaltet sich als schwierig, da selbst erfahrene Forstleute nicht genau abschätzen können, welche Baumarten in Zukunft im österreichischen Wald eine Bedeutung haben werden.
Niederwild gefährdet
Wildökologe Christopher Böck wies auf den Rückgang des Niederwildes hin. Der Bestand an Feldhasen, Stockenten und Fasanen sei in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. Vor allem die Mähhäufigkeit und die Geschwindigkeit der Mähmaschinen sei für den Rückgang einiger Niederwildarten verantwortlich, betont Böck.


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