Mostproduzent und Edelbrenner Karl Halbmayr: „Ich habe nie gearbeitet“
ST. VALENTIN. Karl Halbmayr (73) ist Edelbrenner und Mostproduzent aus Leidenschaft. Mit seinem Kriecherlbrand wurde er Falstaff-Sieger.

Als Karl Halbmayr den Hof in Altenhofen übernahm, blickte er mit Neid auf die Weinbauern: Während Getreide immer anonym bleibt, tragen Weine den Namen ihrer Produzenten. So reifte in Karl Halbmayr der Wunsch, ein eigenes Produkt zu schaffen. Die Mostobstbäume waren ja da und Halbmayr spezialisierte sich auf die Mostproduktion.
Hochwertiges Getränk
Most hat es am Hof immer schon gegeben, doch um ihn auch kommerziell verwerten zu können, musste er auf ein neues Niveau gehoben werden. So wie viele Mostbauern der Region bemüht sich auch Halbmayr, den Ruf des Mostes zu heben und als hochwertiges Getränk zu präsentieren.
Im Jahr 1996 legte Halbmayr als Pilotprojekt eine Obstanlage mit verschiedenen Birn- und Apfelsorten an. Nun kann Halbmayr die Moste sortenrein anbieten. Besonders bewährt haben sich die Rote Pichlbirne, die Landlbirne, die Speckbirne und die Stieglbirne. Aber auch Cuvées aus verschiedenen Birnensorten sind bei den Kunden sehr beliebt. Mit seiner Erfahrung weiß Halbmayr, wie die besten Mischungen entstehen.
Auch Apfelmoste hat Halbmayr im Sortiment. Eine der Spezialitäten ist der Brünerling.
Edelbrenner
Über den Most kam Halbmayr auch zum Brennen. Früher wurde Schnaps aus schlechtem Most gebrannt. Da taten sich Bauern zu Brenngemeinschaften zusammen.
1985 kaufte Halbmayr eine eigene Brennerei und begann die Qualität zu steigern. Seine aktuelle Brennerei ist eine Jakob Carl, die er im Jahr 2001 gekauft hat. Vor drei Jahren hat Halbmayr eine Kleinverschlussbrennerei angemeldet und darf damit Früchte zukaufen. „Wenn ein Bauer mit hochwertigen Birnen oder Äpfeln kommt, dann zahle ich den Preis, den er verlangt, ohne zu verhandeln“, erklärt Halbmayr, denn er weiß, wie viel Arbeit in der Obstkultur steckt.
Hobby zum Beruf gemacht
Seine Arbeit sieht Halbmayr allerdings als Hobby. Zu seinem Siebziger erklärt er: „Ich habe in meinem Leben noch nie gearbeitet. Ich habe nur das getan, was mir Freude macht, und habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“
Mit seiner Kleinverschlussbrennerei darf Halbmayr auch Gin brennen. Er zeigt seine geheime Zutatenliste und man ist erstaunt, wie viele Gewürze und Zutaten so ein Gin enthält – insbesondere natürlich Wacholderbeeren.
Für seinen Dry Gin Classic erzielte Halbmayr bei der Destillata 2020 eine Silbermedaille.
Das ist nur eine der zahlreichen Auszeichnungen, die Halbmayr bekommen hat. Die jüngste ist die Auszeichnung als Falstaff-Sortensieger, die er für seinen Kriecherlbrand erzielte.
Seine Produkte verkauft Halbmayr ab Hof. Auch in ausgewählten Geschäften, wie der Bäckerei Schneller, sind seine Produkte erhältlich.
„Mein größter Kunde allerdings ist das Hotel Grüner Baum in Zell am See.“ Dieses Hotel hatte Halbmayr mit seiner Frau Maria geführt, mittlerweile wird es vom Junior betrieben.
Tag des Mostes
Wer sich näher für die Produkte von Karl Halbmayr interessiert, ist eingeladen, am Sonntag, dem 23. April, am Tag des Mostes beim Mostfest im Hof Halbmayrs vorbeizuschauen. Unter den Gästen wird auch der Männergesangsverein Gmünd sein und das eine oder andere Lied anstimmen. Mehr Infos gibt es im Internet unter hk-most.at


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