Weihnachtsgeschichte - Wieso die Taiga-Birkenzeisige heuer Weihnachten in St. Valentin feiern

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Florian Mayr, Leserartikel, 21.12.2017 21:14 Uhr

Weshalb die Taiga-Birkenzeisige heuer in St. Valentin Weihnachten feiern

Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht. Die Fakten dieser Weihnachtsgeschichte sind wahr, der Rahmen dazu ist frei erfunden.

Die OMV hat sich ein besonderes Weihnachtsgeschenk gegönnt - ein Viertel Anteil am westsibirischen Erdgasfeld Juschno Russkoje um läppische 1,7 Milliarden Euro, natürlich mit dem noblen Hintergedanken, dass wir Österreicher es zu Weihnachten und allen anderen Tagen im Jahr wohlig warm haben. Für solche Gasfelder wird viel Natur geopfert, die gibt es ja hoffentlich im Waldgürtel der Taiga noch ausgiebig.

Ein Vater zeigte am Weihnachtsmorgen stolz seiner kleinen Tochter eine der riesigen Betriebsstätten auf dem Gasfeld: „Stell dir vor Anastasia, hier wird das Erdgas gefördert und über Pipelines bis zu uns nach Österreich gepumpt! Anastasia?“ Das Mädchen hatte sich von seiner Hand losgerissen und rief aufgeregt: „Papi, was sind das für hübsche Vögel dort auf der Pipeline? Sie haben ein blutrotes Käppchen auf dem Kopf!“ Der OMV-Manager raunte: „Keinen Schimmer!“ Ein Vogel zwitscherte: „Wir sind Taiga-Birkenzeisige. Unser Bruder Valik hat sich an der Pipeline den Schädel gestaucht und braucht wohl bis morgen, bis er wieder in den Wald fliegen kann. Das wird für uns ein lausiges Weihnachtsfest, denn hier in der metallenen Einöde gibt es weit und breit nichts Fressbares und in der eisigen Kälte gibt es auch auf dem ganzen Gelände keine Bäume zum gemütlichen Zusammenkuscheln. Könnt ihr uns helfen?“ Anastasia strahlte: „Oh ja Papa, lass uns ihnen helfen, immerhin sind wir Menschen schuld, dass den Vogerln mitten in der Natur so metallene Hindernisse hingestellt wurden. Sie haben alle schon rote Kopferl.“ Der OMV-Papa meinte: „Schuld? Ich wusste ja nicht einmal, dass es hier Tiere gibt.“ Anastasia lachte: „Geh Papa, mach dich schlau, sogar in den OMV Verhaltensregeln kann man lesen, dass die OMV für Artenvielfalt an ihren Standorten steht. Es ist Weihnachten, wie können wir unseren Freunden helfen?“ Der OMV-Mann stöhnte: „Anastasia, der Hubschrauber steht schon bereit, willst du jetzt zu Weihnachten heim nach Österreich zu den Packerln oder dem Federvieh helfen?“ Das Mädchen grinste: „Beides!“

Unter diesem sanften Druck fiel dem OMV-Manager tatsächlich etwas ein, er setzte den verletzten Vogel und alle Taiga-Birkenzeisige, die ihren Bruder nicht alleine lassen wollten, in einen Karton und brachte sie in den Helikopter, mit dem es in das heimische Österreich ging. Dort wusste der Mann von einem OMV-Lebensraum, wo die Natur noch Natur sein darf, den Raaderwald mit seinen Lichtungen in St. Valentin, wo das Mädchen die Taiga-Birkenzeisige wieder auslassen konnte. Hier sagte er: „Ich kenn mich zwar in Sachen Natur nicht aus, aber ich habe gehört, in diesem alten Eichenwald, den unsere Vorgänger zur Ölkrise bekommen haben, da soll es so viele Arten geben, dass ein Naturschutzgebiet entstehen soll, ich denke, hier fühlt ihr euch wohl, da habt ihr zu fressen und da könnt ihr euch auf den Sträuchern zusammen kuscheln!“ Anastasia lächelte selig: „Frohe Weihnachten ihr Lieben, so ein schöner Heiliger Abend! Danke Papa!“ Die Taiga-Birkenzeisige zwitscherten fröhlich um ihren Bruder Valik mit dem Brummschädel und das glückselige Mädchen herum. Sie bedankten sich artig, denn hier konnten sie mitten in der Natur doch noch Weihnachten feiern und ein ausgiebiges Festmahl genießen.

Alles frei erfunden? Vogelkundler können gerade tatsächlich die Taiga-Birkenzeisige als Wintergäste in genau diesem Lebensraum in St. Valentin beobachten und keiner weiß genau, wieso und warum sie gerade jetzt hier sind, drum glaubt einfach diese Weihnachtsgeschichte, eine einleuchtendere Erklärung, als dass manchmal das Schicksal ein wenig Regie führt, die gibt es nicht ;-) 

Wer die Fakten checken will, einfach Juschno Russkoje googeln und die Bilder und News dazu aufrufen. Da gibt es Pressemitteilungen zu diesem OMV-Deal und beeindruckende Bilder von den riesigen Gasfeldern im Taiga-Waldgürtel.

Wir im Zentralraum an der Grenze von Niederösterreich zu Oberösterreich wären schon froh, wenn ein kleiner naturnaher Wald einfach wie seit Jahrhunderten schon ein Wald bleiben dürfte, klein, aber den Taiga-Birkenzeisigen doch eine Winterreise wert. Siehe dazu den Link: http://www.raaderwald.at/raaderwald/tagebuch/20171210mf.html

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Kommentare

  1. Gastuser
    Gastuser23.12.2017 19:27 Uhr

    Anastasia und die Taiga-Birkenzeisige - ... und wenn sich jemand so wie die Schülerin Katharina oder die Tiroler Künstlerin Martina von dieser Weihnachtsgeschichte zu einer spontanen Zeichnung hinreißen lässt, dann gerne übermitteln an raaderwald@liwest.at, damit wir mit diesen Zeichnungen auf unseren Raaderwald-Webpräsenzen "Wetter" für den Schutz des Raaderwaldes machen können :-) lg Florian

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