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KRONSTORF. Der Mountainbike-Profi Lukas Kaufmann wird im Juni auf das Rennrad umsteigen. Beim „Race Across America“ im Juni 2024 gilt es, 4800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter zu bewältigen. Klirrende Kälte auf 3300 Metern Seehöhe, Temperaturen um bis 45°C in der Wüste und täglich nur ein bis zwei Stunden Schlaf – eine Herausforderung für Körper, Geist und Seele.

Lukas Kaufmann beim Training am Donauradweg (Foto: Wolfgang Simlinger)
  1 / 2   Lukas Kaufmann beim Training am Donauradweg (Foto: Wolfgang Simlinger)

Das KTM-Fahrrad, das Lukas Kaufmann am Donauradweg testet, wiegt weniger als sieben Kilogramm und ist speziell für Bergfahrten ausgelegt. „Ich werde insgesamt drei Rennräder dabeihaben, ein leichtes für die Berge, eine Zeitfahrmaschine und ein Ersatzrad. Wichtig ist, dass auf allen Rädern ähnliche Komponenten montiert sind, um die Arbeit für den Mechaniker zu erleichtern“, erklärt der Rennfahrer. Für das Rennen müssen noch ein paar Dinge modifiziert werden: Die Schaltung wird getauscht und das Rad bekommt einen anderen Lenker. Sämtliche Reparaturen und Servicearbeiten müssen während des Rennens erledigt werden, denn Pausen gibt es keine. „Es wird Tag und Nacht durchgefahren. Sieger ist, wer die Strecke von Kalifornien bis an die Ostküste der USA in der schnellsten Zeit zurückgelegt hat“, so Kaufmann.

Qualifikation bei Langstreckenrennen

Um am „Race Across America“ teilnehmen zu können, musste sich der Rennfahrer beim „Race Across Austria“ qualifizieren. Bei diesem Rennen über 2200 Kilometer entlang der österreichischen Grenze ist die Anforderung nicht ganz so extrem. Aber die Modalitäten sind die gleichen: Es zählt die Gesamtzeit. Jeder Rennfahrer muss sich die Schlaf- und Verpflegungspausen selbst einteilen. Kaufmann konnte das Rennen zweimal erfolgreich abschließen, sammelte Erfahrungen und sicherte sich einen Startplatz in den USA.

Start südlich von Los Angeles

Am Dienstag, 11. Juni, wird Kaufmann um 12 Uhr in Ocean-side in Kalifornien an den Start gehen. In einem Abstand von zwei Minuten werden ungefähr 20 Soloteilnehmer losfahren. Beim Rennen an die Ostküste werden zwölf Bundesstaaten und vier Zeitzonen durchfahren, der höchste Punkt der Strecke liegt auf 3300 Metern Seehöhe. Kaufmann wird bereits am 24. Mai in die USA aufbrechen. Neun Stunden Zeitunterschied und große Hitze werden ihn an den ersten Tagen in den USA erwarten. Vor dem Start muss sich der Rennfahrer akklimatisieren und sich gemeinsam mit seinem Team auf das Rennen vorbereiten.

Spezialisiertes Betreuerteam

Insgesamt sechs Personen werden mit von der Partie sein. Ein sogenanntes Pacecar mit Fahrer, Navigator und Betreuer wird während des Rennens immer in der Nähe des Rennfahrers sein, ihn bei der Verpflegung unterstützen und bei Pannen hilfreich zur Seite stehen. Während der Nachtstunden sorgt das Begleitfahrzeug für die Beleuchtung der Strecke. Die zwei Betreuerteams wechseln sich um 7 und 19 Uhr ab, geschlafen wird in einem Wohnmobil, das ebenfalls mit auf Tour ist. Während bei Straßenrennen wie der „Tour de France“ die Etappen fix vorgegeben sind, müssen beim „Race Across America“ die Rennfahrer selbst entscheiden, wann und wo sie ihre Pausen einlegen. Auf die Verpflegung wird großer Wert gelegt. „Ich werde die Nahrung in flüssiger Form zu mir nehmen. Je nach Strecke und Außentemperatur sind es bis zu 20 Liter am Tag. Allerdings muss ich aufpassen, dass ich nicht zu viel trinke, denn sonst kann es im Körper zu einer Wasseranreicherung kommen“, erklärt Kaufmann. Mit im Betreuerteam ist auch ein Arzt, der regelmäßig das Gewicht, die Blutwerte und die Lungenfunktion kontrolliert. „Wichtig ist es mir, einen Arzt dabeizuhaben, der Erfahrungen mit Extremsportlern hat“, so Kaufmann, der im letzten Jahr 16.000 Kilometer und fast 200.000 Höhenmeter auf dem Rad zurückgelegt hat.

Erfolgreiche Österreicher

Die Wahrscheinlichkeit, dass man als „Rookie“ (Neuling) ins Ziel kommt, liegt bei 30 Prozent. Kaufmann hat sich als Ziel gesetzt, die Strecke in weniger als neun Tagen zurückzulegen. Wenn er es schafft, wird er als weiterer erfolgreicher Österreicher in die Geschichte des Rennens eingehen. Denn neben den USA zählt Österreich zu den erfolgreichsten Nationen beim „Race Across America“. Bereits 1988 gewann Franz Spilauer das Rennen, Wolfgang Fasching ging dreimal als Sieger hervor und Severin Zotter konnte das Rennen einmal gewinnen. Der mit Abstand erfolgreichste Teilnehmer ist der Steirer Christoph Strasser. Der Rennfahrer konnte den Radmarathon sechsmal gewinnen und absolvierte 2014 das Rennen in einer Rekordzeit von sieben Tagen, 15 Stunden und 56 Minuten.


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