Erster österreichischer Verkehrswende-Aktionstag

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Leserartikel Julia Karner, 22.06.2020 10:16 Uhr

MAUTHAUSEN/ST. PANTALEON-ERLA/ST. VALENTIN. Grundlage für den ersten österreichischen Verkehrswende-Aktionstag am 19. Juni war der Aufruf „Verkehrswende jetzt! Ebnen wir zukünftiger und gesunder Mobilität statt fossilen Großprojekten endlich den Weg!“ Die Bürgerinitiative Verkehr 4.0 lud an diesem Tag zu einer informativen Radrundfahrt von Rems in St. Valentin über die Donaubrücke Mauthausen nach Albern und wieder zurück ein.

Martin Fenkhuber ist Mitglied im Kernteam von Verkehr 4.0 und Gemeinderat in St. Pantaleon: „Ich muss seit über zehn Jahren fünfmal in der Woche zweimal täglich über die Brücke 'pendeln' und bin daher selbst von der Problematik massiv betroffen. In Pyburg aufgewachsen, habe ich die stetige Verkehrszunahme von Kind auf miterlebt.“

Verlauf der Radtour-Aktion

Am österreichweiten Verkehrswendetag hat die Bürgerinitiative Verkehr 4.0 eine informative Radrundfahrt veranstaltet. Nach einer kurzen Begrüßung von St. Pantaleons Vizebürgermeister Josef Alkin wurde pünktlich beim Kreisverkehr in Rems mit 42 Radfahrern die Tour Richtung St. Pantaleon gestartet. Etwas außerhalb von Rems wurde der erste Stopp eingelegt. Von dieser Stelle aus kann man eine sehr große Fläche überblicken. Ludwig Riedl (Ennsdorf, Verkehr 4.0) erklärte anhand von an A-Ständern angebrachten Karten die Verläufe der möglichen Verbindungsstraße-Routen B3 – B1 die gebaut werden könnten. Den Teilnehmern wurde aufgezeigt, welche enormen Flächen an gesundem Boden dabei versiegelt würden. Weiter ging es entlang der B123a bis zum Kreuzungsbereich mit der L6106 bei Albing (Albinger-Spitz). An diesem Punkt würde die geplante zweite Donaubrücke auf der NÖ Seite ankommen und in die Anschlussstraße übergehen. Am Kreisverkehr vor der Donaubrücke eingetroffen, wurden bereits über 60 Radfahrer gezählt. Martin Fenkhuber erläuterte bei einer Protestansprache die zahlreichen und schwerwiegenden Bedenken, sprach aber auch über Forderungen und Lösungsansätze. Weiter ging es zum Bahnhof in Mauthausen, wo Gemeinderat Johann Hinterplattner das Wort ergriff. „Ein Hauptaugenmerk legte er auf die bekannte Problematik der Einwohner von Heinrichsbrunn: seit Jahren extremes Verkehrsaufkommen, drittstärkster Lärmpegel bei Wohngebieten in Österreich und Schwerverkehr ab 4.30 Uhr morgens. Er zeigte abermals auf wie dieses Problem, und das der überlasteten Mauthausner-Kreuzung anhand unseres Lösungsvorschlages Hand in Hand gefixt werden würde. Eine betroffene Anwohnerin aus Heinrichsbrunn bestätigte nochmals die nahezu unerträgliche Verkehrsbelastung“, erzählt Fenkhuber. Nach einer Stunde und 40 Minuten trafen dir Radler in Albern ein. Hier würde die vorgesehene zweite Donauquerung anlanden, und dann an die B3 angeschlossen werden. In weiterer Folge ging es zurück nach Pyburg. Als Rückweg zum Ausgangspunkt in Rems ging es diesmal durch den ebenfalls betroffenen Raaderwald. Der schützenswerte Steinzeiteichenwald wird ebenfalls von einige Varianten der Verbindungsstraße, aber auch durch eine Rodung zwecks Umwidmung in Industriegebiet bedroht. Das wurde durch die Abschlusskundgebung durch Norbert Steinwendner von der Initiative „Freunde des Raaderwaldes“ nochmals betont.

Die Problematik

Die Donaubrücke muss bis 2027 ersetzt werden, ab dann ist sie voraussichtlich nicht mehr verkehrssicher. Von Montag bis Freitag staut es sich massiv vor der Mauthausnerkreuzung – morgens Richtung Perg und abends über die Donaubrücke nach Pyburg. Dies hat sich allerdings um etwa 80 Prozent gebessert durch den neuen Abbiegestreifen und die intelligente Ampelregelung. „Keine Ahnung warum die Landesregierung das nur so zaghaft und ungern durchgeführt hat. Das hätte man schon vor vielen Jahren machen können und den Pendlern hunderte Stunden Stau ersparen können“, sagt Fenkhuber.

Was gefordert wird

Die Bürgerinitiative Verkehr 4.0 fordert eine neue dem Verkehr angepasste Donaubrücke am derzeitigen Standort inklusive Rad- und Gehweg und keine zweite Brücke sowie intelligente Kreuzungen in Mauthausen, auf der Pyburgumfahrung und in Ennsdorf mit einer Gesamtlösung auch für Heinrichsbrunn. Nach zahlreichen Gesprächen von Verkehr 4.0 mit Landtagsabgeordneten aller Parteien und mit Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko herrscht in NÖ schon ein Einsehen. „Es wurden auch Resolutionen von den Gemeinden St. Pantaleon, Ennsdorf und St. Valentin gegen das geplante Projekt eingebracht. Der Landtag ließ daraufhin das Projekt neuerlich überprüfen, inklusive der von uns bevorzugten Variante: neue Brücke am Bestand plus Ausbau der Kreuzungen in Mauthausen und der Pyburgumfahrung. Das Ergebnis bis dato offen“, so Fenkhuber.

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Kommentare

  1. Daniel
    Daniel25.06.2020 08:03 Uhr

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