Grüne kritisieren hohe Bodenversiegelung und Zersiedelung in St. Valentin
ST. VALENTIN. Die Grünen St. Valentin kritisierten in einer Presseaussendung die angeblich sehr hohe Bodenversiegelung und die Reduktion von Wald- und Grünflächen.

Der Versiegelungsgrad von Boden in St. Valentin betrage mehr als 400 Quadratmeter versiegelte Fläche pro Einwohner, Tendenz steigend. Dieser Wert sei um das Fünffache höher als der Österreich-Durchschnitt. Noch dramatischer sei die Situation, betrachtet man die Waldfläche pro Einwohner: Hier liege die noch zur Verfügung stehende Fläche Wald pro Einwohner lediglich bei 450 Quadratmeter. Im Vergleich dazu kämen auf einen Einwohner des Bezirks Amstetten 1.700 Quadratmeter und in ganz Österreich sogar 4.430 Quadratmeter im Schnitt pro Einwohner. Als Quelle verweist Franz Knöbl, Fraktionssprecher der Grünen St. Valentin, auf Daten aus dem „ÖROK-Atlas„ der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK). Dieser enthält eine umfassende Anzahl an Kartendarstellungen, Grafiken und weiterführenden raumbezogenen Informationen über Österreich.
Keine Zerstörung von Wald- und Grünflächen
Die Grünen St. Valentin fordern daher einen ressourcenschonenden Umgang mit Grund und Boden, eine Konzentration auf Stadtkernentwicklung und eine Vermeidung von Zersiedelung. Die zur Verfügung stehenden Baulandreserven innerhalb der Stadtgrenzen sollten evaluiert und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden, anstatt die Restbestände der Wald- und Grünflächen unwiederbringlich zu verwenden und zu zerstören.
Wiederaufforstung bei Großprojekten
Für Rafael Mugrauer (SPÖ), Stadtrat für Stadtplanung und Stadtentwicklung, werden mit den Daten aus dem ÖROK-Atlas Äpfel mit Birnen verglichen. „Die Statistiken sind zu hinterfragen. Wir sind eine Stadt mit viel Industrie und einem großen Eisenbahnknotenpunkt. Man kann uns daher was die Bodenversiegelung betrifft nicht mit ländlichen Gemeinden vergleichen“, argumentiert er. Bei neuen Großprojekten werde darauf geachtet, dass gerodete Waldbestände zur Gänze und darüber hinaus wiederaufgeforstet werden. Ein Paradebeispiel war der Zubau der Firma Engel, wo im Verhältnis 1:1,5 wiederaufgeforstet wurde. Leerstände in der Innenstadt könnten oft deswegen nicht genutzt werden, da sie nicht im Eigentum der Stadt stehen. Die Nachfrage nach Bauland sei von Privatpersonen als auch von Firmen sehr groß. „Wir wollen wachsen, schauen aber, dass wir Grundstücke widmen, die schon einmal bebaut waren wie zum Beispiel die neue Veranstaltungshalle mit Musikschule“, so Mugrauer. In diesem Sinne werde nächstes Jahr auch ein Flügel des Gebäudes der Volksschule Langenhart und Allgemeinen Sonderschule aufgestockt.


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19.08.2021 11:26
Paradebeispiel?
Die Abholzung eines bestehenden Lebensraum zu einem Paradebeispiel hoch zujubeln, find ich im heutigen Zeitalter des Klimawandel schon sehr frech. Für wie dumm werden wir Bürger gehalten und die Grünen als „Spinner“ von Hr. STR Mugrauer hingestellt. In diesem Kommentar und Aussage wird unter den Tisch gekehrt, dass der Lebensraum für Tiere, Vögel, Insekten, Mikroorganismen und vielem mehr des alten Eichenwaldes für immer zerstört ist und bei einer Wiederaufforstung nicht in dieser Form wieder hergestellt werden kann. Die Lebensqualität und die Natur ist für unsere Kinder geschwächt und zerstört. Die ökologische Arbeit der alten Bäume für uns Menschen können auch nicht durch 1,5-fache Wiederaufforstung dieselbe Arbeit leisten. Das ist nicht wie bei z.B. Klimaanlagen und in der Technik, das wissen alle Bürger - wir sind nicht DUMM! Sollen die Leute aus St. Valentin die diesen Raum als Naherholungsgebiet genutzt haben, jetzt mit dem Auto Kilometer weit hinfahren? Das war und ist ein fauler Kompromiss und ein riesiges Foul an unserer Natur und nicht mehr und weniger!!!
19.08.2021 07:55
Äpfel mit Birnen vergleichen?
Lieber Herr Stadtrat Mugrauer! Die Daten aus dem ÖROK Atlas (Bundesorganisation) anzuzweifeln ist ein wenig dreist. Hier geht es nicht darum, den ländlichen Raum mit Industriegemeinden zu vergleichen, sondern einen Vergleich von Gemeinden und Ländern mit einer fixen Bezugsgröße anzustellen. Auch die Aussage, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen würden, stößt mir sauer auf, denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Wenn Sie den Zubau der Fa. Engel als Paradebeispiel anführen, sollten Sie dazu sagen, dass die Parkplatzfläche, die bei der Fa Engel geschaffen wurde, unwiederbringlich versiegelt worden ist und die im Gegenzug aufgeforsteten Bäume auf einer bereits bestehenden Grünfläche gepflanzt wurden. Also handelt es sich hier tatsächlich um einen Verlust des Bodens. Weiters kann ich mich nicht erinnern, dass auf dem Geländer der neuen Veranstaltungshalle ein Gebäude diesen Ausmaßes bestanden hat. Somit wird es auch hier einen Verlust von unversiegeltem Boden gegeben haben müssen. Soviel zum Vergleich von Äpfeln und Birnen.