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Aufschrei der St. Valentiner Eltern: „Chaos in den Schulen jetzt beenden“

Michaela Primessnig, 29.09.2021 08:38

ST. VALENTIN. Das Schuljahr startete für zahlreiche Kinder und Eltern in St. Valentin wieder mit einem Schlag ins Gesicht. Aufgrund positiver Schulkollegen mussten sie in Quarantäne, durften als K2-Personen aber zur Schule gehen. Auf die Bescheide mussten die Eltern tagelang warten. So kann es nicht weitergehen, sind sich diese einig und fordern nun, „das Schulchaos müsse endlich aufhören!“

Peter und Martina Leutgeb, Christa Birmili (hinten), Barbara Wimmer, Labg. Bgm Kerstin Suchan-Mayr und Martin Mayr (Foto: Primeßnig)

Die Valentiner Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Kerstin Suchan-Mayr, will auf die „unsägliche“ Situation im Bildungsbereich aufmerksam machen. Gemeinsam mit betroffenen Eltern startet sie einen Hilferuf, um Auskunft über das Schulchaos zu geben und Erfahrungsberichte mitzuteilen: „Das ist eine Art Hilfeschrei im Namen vieler niederösterreichischer Familien. Niemand kann verstehen, dass die Bundesregierung nichts aus den Fehlern des vergangenen Sommers gelernt hat.“ Niemand würde beispielsweise verstehen, warum Kinder als K2-Kontaktpersonen untertags mit anderen in einer geschlossenen Klasse sitzen dürfen, aber am Nachmittag nicht die Wohnung oder das Haus verlassen dürfen.

Tagelanges Warten auf den Bescheid

„Und niemand versteht, dass der kontagiöse Kontakt und freiwillige Absonderung und die Ausstellung des Bescheids tagelang auseinanderliegen. Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem erste Elternteile ihre Arbeit kündigen müssen, um ihre Kinder betreuen zu können“, so Suchan-Mayr. „Man weiß heute nicht mehr, was morgen gilt und ob ein Kind die Schule besuchen kann oder nicht. Das ist schlichtweg ein absoluter Wahnsinn und gefährdet ganze Existenzen.“

„Die Kinder können das nicht verstehen“

Barbara Wimmer, eine Mama aus St. Valentin bekräftigt: „Die Bescheide kamen dann am Wochenende, gewartet haben wir seit Mittwoch. Man muss ja auch den Arbeitgeber verständigen. Ich musste mir zuerst Urlaub nehmen. Sehe nicht ein, dass ich da wertvolle Tage herschenken muss.“ Elternvertreterin Martina Leutgeb sieht die Belastung vor allem auch bei den Schülern: „Das Schlimmste ist, dass die Kinder einfach in der Luft schweben. Wir merken, was das mit ihnen macht. Sie können das einfach nicht verstehen.“ Ihr Mann Peter fügt hinzu: „Die Kinder sind verschlossen und traurig. Es wird Zeit, dass man das alles in Bahnen lenkt, wie man das besser abhandeln kann. Die Eltern sollten jetzt aufstehen, immerhin sind es auch ihre Kinder, die das alles eines Tages bezahlen müssen.“ Die SPÖ-Politikerin Kerstin Suchan-Mayr fordert deshalb gemeinsam mit den Eltern ein Ende der Lethargie der Bundesregierung und endlich ein Konzept, welches Kinder schützt und die Betreuungssituation klar und einfach regelt: „Bundesminister Faßmann bringt uns – den Familien – durch seine Untätigkeit das Virus ins Haus. Es kann nicht sein, dass 18 Monate Nichtstun ohne Konsequenzen bleiben!“

Forderung nach Konzepten, die nachvollziehbar sind

Es würde längst bundeseinheitliche Sicherheitskonzepte und innovative Bildungspläne brauchen. Eine Perspektive, die den Eltern und deren Kindern Sicherheit vermittelt. Das Wohl der Kinder müsse wieder Vorrang. haben. „Die Kinder haben ein Recht auf Leben und Entwicklung. Österreich verpflichtet sich dabei, in größtmöglichem Umfang, die Entwicklung der Kinder zu sichern. Jedes Kind hat auch das Recht auf Ruhe, Freizeit, Spiel, altersgemäße, aktive Erholung und freie Teilhabe am kulturellen und künstlerischen Leben“, fasst Suchan-Mayr die Forderungen zusammen.

„Alle in der Kette müssen mithelfen, es zu verbessern“

„Ich sehe seit eineinhalb Jahren, was es mit der Psyche unserer Kinder macht“, mahnt Gemeinderätin Christa Birmili, Mutter von zwei Kindern und unterstreicht die Forderungen. Peter und Martina Leutgeb ergänzen kritisch: „Es ist die Hol- und Bringschuld aller Beteiligten in dieser Kette. Es läuft einiges schief, was es zu verbessern gibt. Es kann doch auch nicht sein, dass dann bei der Behörde nicht mal mehr wer abhebt.“ „Schauen wir jetzt auf unsere Kinder“, so abschließend der einhellige Appell der Eltern.


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