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REGION. Seit Montag gilt auch am Arbeitsplatz die 3-G-Regel, sie soll aber bereits Mitte November von der 2,5-G-Regel abgelöst werden. Ziel soll es sein, dadurch die derzeit rasante Ausbreitung des Virus einzudämmen, aber auch die Produktivität der Betriebe möglichst uneingeschränkt aufrecht zu erhalten. Tips hat sich in der Region umgehört, wie man in den Firmen diesen Maßnahmen gegenüber steht.

Am 15. November wird 3 G von 2,5 G abgelöst. (Foto: Bihlmayer Fotografie/Shutterstock.com)
Am 15. November wird 3 G von 2,5 G abgelöst. (Foto: Bihlmayer Fotografie/Shutterstock.com)

Nachgefragt beim Ennser Stadtmarketing-Chef Max Homolka, verrät der, welche Stimmung er in den Ennser Betrieben vernommen hat: „Ich habe schon mit einigen gesprochen. Die sehen es aber eher unproblematisch. Es ist nun auch so, dass es alle Branchen gleichermaßen betrifft und man alles tun will, um einen neuerlichen Lockdown zu verhindern.“ Wichtig werde jetzt aber sein, die Testmöglichkeiten auszubauen.

Ausbau der Kapazitäten für PCR-Tests notwendig

Das fordert auch die Wirtschaftskammer OÖ. Denn rund 200.000 Arbeitnehmer seien es alleine in Oberösterreich, die derzeit noch auf das dritte „G“ angewiesen sind, um ihrer Erwerbstätigkeit uneingeschränkt nachgehen zu können. „Dafür reichen die aktuellen Testkapazitäten in Oberösterreich jedoch nicht aus, weshalb hier dringender Handlungsbedarf besteht“, fordert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer eine massive Ausweitung kostenloser Testangebote. „Andere Bundesländer, wie beispielsweise Salzburg oder Wien, wären hier bereits einen Schritt weiter. Sie bieten mit einem niederschwelligen, kostenlosen und flächendeckenden PCR-Testangebot genau jene Rahmenbedingungen, die ungeimpfte Mitarbeiter und deren Arbeitgeber brauchen.“

Gurgltests sollen mehr Sicherheit bringen

Positiv sieht die WKOÖ-Präsidentin, dass mittlerweile auch vom Land OÖ Signale kommen, flächendeckende PCR-Testangebote umzusetzen. Kein Wunder, wurde doch am Wochenende auch vom Gesundheitsminister verkündet, dass ab 15. November nur mehr PCR-Tests gültig sind und somit die 3-G-Regel auch am Arbeitsplatz von 2,5 G abgelöst wird. „Durch die Ausrollung von ‚OÖ gurgelt‘ auf das ganze Bundesland sowie den Ausbau der bereits in 143 Apotheken angebotenen PCR-Testmöglichkeiten kann das erreicht werden“, so Hummer. „Die oberösterreichische Wirtschaft wird darüber hinaus mit der Verlängerung des betrieblichen Testangebots ebenfalls ihren Beitrag dafür leisten, dass die Infektionsgefahr am Arbeitsplatz so gering wie möglich gehalten wird.“

Das dürfte aber dann ein Ablaufdatum haben: „Es gibt keine Teststraße bei uns im Unternehmen, die Firma bietet aber bis auf weiteres Antigen-Tests an. Bald werden die nicht mehr gelten und PCR-Tests können wir nicht anbieten“, so Gerald Heidl, Personalleiter bei Smurfit Kappa Nettingsdorf. „Grundsätzlich wurde bei uns die 3-G-Regel aber auch bisher schon angewendet, das ist auch stichprobenartig kontrolliert worden. Daher hat sich erstmal nicht allzu viel geändert, die Lage ist jetzt eben verpflichtender geworden.“

Öffentlicher Dienst will Vorbildrolle übernehmen

Wenig Aufregung um die neue Regel am Arbeitsplatz dürfte es auch im öffentlichen Dienst geben. „Für uns ist das nicht so eine große Herausforderung. In den Kindergärten und Schulen war das ja ohnehin schon Voraussetzung und bei uns sind zum Glück auch die meisten geimpft. Wir sollten, wie in vielen Bereichen, auch hier Vorbilder sein und nehmen diese Rolle ernst“, ist Markus Stadlbauer, Bürgermeister von Kematen und Amtsleiter von Hargelsberg, überzeugt.

„Gastro-Rucksack wird jetzt noch schwerer“

Immer am meisten betroffen von den geltenden Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen war bereits in der Vergangenheit die Gastronomie. „Für uns ist aber 3 G am Arbeitsplatz nichts Neues. Bei uns mussten sich die Mitarbeiter schon länger regelmäßig testen. Es ist natürlich schon ein Problem, dass 20 bis 40 Prozent der Menschen in Österreich gegen die Impfung sind und das trifft uns bei den Mitarbeitern natürlich auch“, so der Ennser Wirtesprecher und Tourismusobmann Wolfgang Brunner. „Ich selbst setze jetzt ganz stark auf Aufklärung. Mein Ziel ist es, dass bis Ende des Jahres 100 Prozent meiner Belegschaft durchgeimpft ist. Ich werde die Mitarbeiter deswegen auch weiterhin strengstens kontrollieren. Hoffe aber schon, dass ich das dann irgendwann eben nicht mehr muss, ich bin ja kein Sheriff.“ Dass es bereits gelebter Alltag sei, die Mitarbeiter in der Gastro testen zu lassen, wenn sie nicht genesen oder geimpft sind, bestätigt auch Andi Huber vom Ennswerk: „Wir haben sowieso das Problem, dass die Leute nicht mehr in der Gastronomie arbeiten wollen, weil sie durch das Auf- und Zusperren die Sicherheit in der Branche verloren haben. Jetzt betrifft das alle, aber für uns ist es ein weiterer Stein in einem ohnehin schon viel zu schweren Rucksack.“


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