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Jüngste Ortschefin Österreichs: „Ich bin nicht das junge Mädl, dem man was aufdrückt“

Michaela Primessnig, 06.03.2022 14:00

HOFKIRCHEN. Im November hat Nicole Zehetner-Grasl das Bürgermeisteramt in Hofkirchen übernommen. Sie ist mit ihren 26 Jahren damit die jüngste Ortschefin in Österreich. Ihr Motto: „Durchs Reden kommen d‘Leut zaum!“

Bgm. Nicole Zehetner-Grasl (Foto: lichtlinien.at)
Bgm. Nicole Zehetner-Grasl (Foto: lichtlinien.at)

Am 8. März ist Weltfrauentag. Was läge da näher, als die jüngste Bürgermeisterin Österreichs zum Interview zu bitten. Noch immer ist die Kommunalpolitik eher in männlicher Hand. Da muss man sich schon durchsetzen können. „Ich habe schon auch gemerkt, dass manche Leute versuchen, mir zu sagen, wie ich meinen Job als Bürgermeisterin zu machen habe. Ich bin nicht das junge Mädl, sondern ich gehe meinen Weg und lasse mir da nichts aufdrücken“, verrät Zehetner im Tips-Gespräch. „Ich glaube aber nicht, dass das ein Mann-Frau-Thema ist, sondern es liegt an dem, wie man vom Typ her ist. Mir ist die Kommunikation da sehr wichtig.“

„Frauenpolitik ist kein reines Frauenthema“

Natürlich hätte sie auch gerne noch mehr Frauen in ihrem Team. „Das Problem ist da meistens der Zeitfaktor. Frauen übernehmen viele Aufgaben daheim und in der Kindererziehung. Ich habe noch keine Familie und kann nicht abschätzen, wie das bei mir mal sein wird“, so die junge Ortschefin. Weil aber auch viele Familienväter mit ihr zusammenarbeiten, wird versucht, die Termine so zu legen, dass die auch bei ihren Kindern daheim sein können. „Natürlich geht das nicht immer, wir haben auch Paare, die beide mitarbeiten wollen, dann wird es schwierig.“

Feministische Ansätze sind der 26-Jährigen schon sehr wichtig: „Aus meiner Sicht sind das aber nie reine Frauenthemen, es muss sich in der Gesellschaft was ändern. Ich bin auch kein Fan von Quoten, natürlich sieht man, dass in gewissen Gremien mehr ältere Männer sitzen. Da braucht es einfach einen besseren Mix, es braucht mehr Diversität, dann ändert sich auch was.“ Generell wünscht sich Zehetner-Grasl in vielen Bereichen mehr Ausgewogenheit: „Es muss auch Frauen geben, die Maurer sind und mehr Männer als Friseure, alle brauchen die selben Chancen, das muss uns bewusst sein.“


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