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OÖ/NÖ. Der Nachtfrost in der Karwoche brachte große Probleme für Obstbauern. Insbesondere Marillenkulturen wurden durch den Frost stark beschädigt.

Marillenblüten (Foto: C. Stadler/Bwag)
  1 / 4   Marillenblüten (Foto: C. Stadler/Bwag)

Der Marillenhof Gruber in Niederneukirchen ist bekannt für Marillen und Kürbisse. Der späte Nachtfrost hat den Marillen stark zugesetzt, berichtet Christa Gruber am Gründonnerstag.

Schutzmaßnahmen

In der Nacht auf Mittwoch wurden die Kulturen bis in die Morgenstunden geräuchert, um Frostschäden zu minimieren. In der Nacht auf Donnerstag waren bereits um 21 Uhr Temperaturen unter null Grad. Gruber: „Wir konnten nur ein Drittel der Fläche schützen. In der Nacht haben wir minus 5,5 Grad gemessen. Da sind wir machtlos.“

Zu milde Winter

Christa Gruber führt die Probleme auf die Klimakrise zurück. „Wegen der milden Winter treiben die Bäume zu früh aus. Diese Probleme hatte wir vor zehn Jahren noch nicht.“

Seit vier Jahren Ausfälle

Am Gründonnerstag schätzte Christa Gruber zwei Drittel Ausfall. Aber es könne noch schlimmer kommen: Im Jahr 2020 hatte der Marillenhof Gruber 100 Prozent Ausfall, im Jahr 2021 waren es zwei Drittel und im Jahr 2022 drei Viertel Ausfall. Nur im Jahr 2019 gab es einen Vollertrag.

Im Marillenhof Gruber gibt es unterschiedlichste Marillensorten, die in verschiedenen Lagen wachsen. Manche Bäume sind daher besser geschützt. Aber bei ganz tiefen Spätfrosten ist man hilflos. „Dann können wir nur dasitzen und zusehen“, erklärt Gruber. „Da sind wir sehr zerknirscht. Aber nach zwei/drei Tagen kommt der Optimismus wieder.“

Viel Arbeit

So ein Marillengarten bringt auch abseits der Erntetage viel Arbeit mit sich: Baumschnitt, das Mähen des Rasens zwischen den Bäumen, Düngen vieles mehr. „Da braucht es schon eine Motivation, diese Arbeit zu mögen.“

Ernteausfälle

Martin Groschupfer hat in seinem Apfelhof Wilhelm in Enns unterschiedlichste Mostsorten. Auch er berichtet von großen Schäden an den Marillenbäumen. Grob geschätzt werden sich 70 bis 80 Prozent Ernteausfälle ergeben. Maßnahmen wie Räuchern oder Heizen ergreift Groschupfer keine. „Dazu haben wir zu wenig Marillenbäume.“

Seine anderen Kulturen, wie Äpfel und Birnen, sieht Groschupfer nicht in Gefahr. „Äpfel halten mehr aus als Marillen und blühen später.“ Für die Kirschen erwartet Groschupfer auch keine Frostschäden. „Das wird sich knapp ausgehen“, sagt er aus Erfahrung.

Wenig Bestäubung

Neben den Nachtfrosten weist Groschupfer auf einen anderen Umstand hin, warum es heuer wenig Marillen geben wird. Zur Blütezeit hat es geregnet. Da waren keine Bienen unterwegs und es kam zu weniger Bestäubung.

Birnen nicht betroffen

Weniger Probleme mit dem Frost gibt es derzeit für Äpfel und Birnen, da diese noch nicht blühen. Karl Halbmayr aus St. Valentin ist bekannt für seine Moste und Edelbrände.

Im Erntejahr 2022 gab es einen größeren Ausfall an Birnen. Doch für dieses Jahr kann Halbmayr noch keine Prognosen abgeben.

Bei den Birnen sieht Halbmayr noch keine Probleme.

Halbmayr hat auch Marillenbäume. Die Bäume im Inneren des Hofes seines Vierkanters sind gut geschützt.

Wie es den Marillenbäumen im Freien gegangen ist, muss erst abgewartet werden.

Entwarnung für Streuobst

Auch Andreas Ennser, Geschäftsführer des Obstbauverbands Mostviertel und Obstbaureferent der NÖ-Landwirtschaftskammer, erklärt, dass Streuobst erfahrungsgemäß selten betroffen ist, da der Frost zumeist in Bodennähe bis zu zirka zwei Metern auftritt.

Ennser: „Streuobst ist jetzt noch nicht so weit in der Entwicklung, dass wir Feuer am Dach hätten. Die Bäume sind noch im Grün- Rotknospen Stadium.“

Ennser kann sich erst an ein Jahr erinnern, bei dem Streuobst von Frostschäden betroffen war.


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