Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

ERNSTHOFEN. Die Energiewende stellt das Stromnetz vor große Herausforderungen. Um in Zukunft Österreich zuverlässig mit Strom versorgen zu können, investiert Austrian Power Grid (APG) 150 Millionen Euro, um das Umspannwerk auf den technisch neuesten Stand zu bringen.

Auf der Luftaufnahme sieht man die Dimension der Umbauarbeiten (Foto: AGP)
  1 / 3   Auf der Luftaufnahme sieht man die Dimension der Umbauarbeiten (Foto: AGP)

Zusammen mit den Umspannwerken Kronstorf und Kronstorf West bildet das Werk in Ernsthofen den größten Netzknoten im österreichischen Stromnetz. Das 1941 in Betrieb genommene Werk ist eines der beiden Netzknotenwerke der Betriebsregion Nord mit 380-, 220- und 110-kV-Freiluftschaltanlagen. Der Instandhaltungsbereich umfasst mehrere Umspannwerke, unter anderem in Abwinden, Pichling, Leonding, aber auch Werke im Enns- und Steyrtal.

Über 80 Jahre in Betrieb

Aufgrund der langen Lebensdauer ist eine Modernisierung der 110-kV- und 220-kV-Schaltanlagen notwendig. Um eine sichere Stromversorgung in der Region zu gewährleisten, wurde bereits 2017 mit der Modernisierung der 110-kV-Anlage gestartet. Die Arbeiten mit einem Auftragsvolumen von 50 Millionen Euro wurden Ende 2022 fertiggestellt. Im zweiten Bauabschnitt wird nun die 220-kV-Anlage generalsaniert. Der größte Anlagenteil des Umspannwerks bedeckt eine Fläche von 71.000 Quadratmetern. Um die Sanierung durchführen zu können und den Betrieb aufrecht zu erhalten, wurden im letzten Jahr Provisorien errichtet. Das Investitionsvolumen für diesen Bauabschnitt beträgt 100 Millionen Euro. Bis zur geplanten Projektfertigstellung im Jahr 2029 werden drei neue 220/110-kV-Transformatoren errichtet. Bereits 2022 ging der erste Großtransformator in Betrieb, nach Projektende werden insgesamt zehn leistungsstarke Spannungswandler ihren Dienst im Umspannwerk verrichten.

Klimafreundlicher Transport

Über den Eisenbahnanschluss kann der Transport der riesigen Transformatoren abgewickelt werden. Für die Bauarbeiten werden zudem ungefähr 30.000 Kubikmeter Beton und 1.400 Tonnen Stahl benötigt. Bisher war es üblich, diese Transporte mit dem LKW abzuwickeln. Dadurch, dass das Umspannwerk einen Gleisanschluss besitzt, wurde nun die Anlieferung erstmals mit der Eisenbahn durchgeführt. Dadurch konnten weitaus höhere Mengen Stahl auf einmal transportiert und gleichzeitig die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden.

Wichtiger Knotenpunkt

„Das Umspannwerk Ernsthofen ist die energiewirtschaftliche Verbindung zwischen Niederösterreich und Oberösterreich und gerade der Großraum Linz ist eine zentrale Region für die österreichische Wirtschaft und Industrie. Auch der überregionale Transport von überschüssiger Windenergie aus dem Osten Österreichs zu den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen läuft über diese Strominfrastruktur. Darüber hinaus ist dieser Kapazitätsbedarf an Strom auch durch die zunehmende Elektrifizierung aller anderen Sektoren von höchster Priorität“, erklärt Christoph Schuh, Unternehmenssprecher der APG. Durch die Maßnahmen am Standort wird die Transportkapazität im gesamten Stromnetz verbessert. Stark schwankende Energieflüsse können von der APG damit besser gesteuert werden, wodurch die Versorgungssicherheit nicht nur in der Region, sondern für ganz Österreich erhöht wird.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden