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ESTERNBERG. Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang sind bereits wieder Geschichte. Johann Koller aus Esternberg war in Südkorea als Physiotherapeut der Slalom- und Riesentorlaufstars Michael Matt, Manuel Feller, Marco Schwarz und Christian Hirschbühl mitten drin und erzählt im Tips-Interview von seinen Erlebnissen in Südkorea und was seine persönlichen Olympia-Highlights waren.

Physiotherpeut Johann Koller vor den Olympischen Ringen Foto:ÖSV
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Tips: Welche Bedeutung hat es für Sie, bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea dabei gewesen zu sein?

Johann Koller: Die Olympiade war sicher das bisher größte sportliche Erlebnis, auf das wir gemeinsam im Team jahrelang hingearbeitet haben.

Tips: Welche Erwartungen hatten Sie an Ihren Olympia-Einsatz?

Koller: Erwartet haben wir uns eine Medaille, dass es dann zwei bzw. vier mit Marcel Hirschers zwei goldenen geworden sind, ist der absolute Wahnsinn. Was aber auch sehr wichtig war, ist, dass alle gesund und fit waren. Speziell Feller nach seinem Sturz im Riesentorlauf, da gab's dann viel zu tun.

Tips: Wie sah ein Tag im Olympischen Dorf für Sie aus?

Koller: Das olympische Dorf war ein Hochsicherheitstrackt, wo man nur mit Akkreditierung und Kontrollen wie am Flughafen reingekommen ist, ebenso im Skigebiet. Im Dorf selber hatten wir Appartements in 15-stöckigen Häusern, die für alle gleich waren. Die Zimmer waren eher wie in einer Jugendherberge. Um 6 Uhr starteten wir täglich mit dem Frühstück in einer riesigen Kantine, wo alle Nationen gemeinsam versorgt wurden, in den Tag. Danach ging es ab zum Training, das bis etwa Mittag dauerte. Nach einer kurzen Ruhepause nach dem Essen folgte Konditionstraining am Nachmittag mit aktiver Mobilisation und Stabilisation wie zum Beispiel Rumpftraining. Anschließend physiotherapeutische Behandlungen bis alle wieder schmerzfrei waren. Nach dem Abendessen schlossen wir den Tag noch mit Trainingsanalysen per Video mit Trainern und Athleten ab.

Tips: Waren Sie auch am Start bei den Rennen dabei?

Koller: Ich war beim Riesentorlauf, Slalom und beim Teamevent am Start. Meine Aufgabe bestand darin, den Athleten zur Seite zu stehen und mit ihnen das Aufwärmprogramm zu machen, das bei jedem verschieden ist. Außerdem habe ich die Kursreporte der Trainer weiterzugeben, da sich zum Beispiel beim Pistenzustand ständig etwas ändern kann. Die Läufer müssen jedes kleine Detail wissen, um sich perfekt darauf einstellen zu können.

Tips: Welche Beschwerden der Athleten hatten Sie am häufigsten zu behandeln?

Koller: An der Tagesordnung waren Rücken- und Kniebeschwerden. Feller hatte bei seinem Einschlag in die Bande im Zielbereich großes Glück. Er zog sich von diesem Sturz ein Schleudertrauma an der Halswirbelsäule wie nach einem Autounfall zu. Da gab es dann sehr viel zu tun, aber er konnte im Slalom und dann beim Teamevent an den Start gehen.

Tips: Die Athleten, für die Sie als Physiotherapeut zuständig sind, holten zwei Medaillen, Michael Matt Bronze im Slalom und eine Silbermedaille im Teambewerb: Sind Sie mit dieser Bilanz zufrieden? Welche Gefühle hat man als Physiotherapeut, wenn man bei einem solchen Event einen Beitrag zu zwei Medaillen geleistet hat?

Koller: Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden. Dieser Erfolg war ein unglaubliches Glücksgefühl, weil alle für die harte Arbeit belohnt wurden. Es ist eine Gratwanderung, speziell im Slalom wie man bei Marcel Hirscher gesehen hat, wie schnell es mit einem Ausfall gehen kann. Olympia hat eigene Gesetze, da gibt es nur Vollgas. Die Medaille im Teamevent war auch etwas ganz Besonderes, weil uns diese niemand zugetraut hätte.

Tips: Wenn Sie auf diese arbeitsreichen Tage zurückblicken: Welches Resümee können Sie ziehen? Was ist Ihnen besonders positiv in Erinnerung geblieben und woran denken Sie eher mit negativen Gefühlen zurück?

Koller: Mein Resümee fällt sehr positiv aus. Ich bin mit den Spielen sehr zufrieden, vor allem, dass wir alle gesund wieder zurück sind. Ein besonderes Erlebnis war die Medaillenübergabe am Medal Plaza, die beeindruckend zelebriert wurde. Da hatten alle nur noch Gänsehaut. Negativ war natürlich der Sturz von Feller und der Kreuzbandriss von Stefan Brennsteiner im Riesentorlauf. Da war die Stimmung am Tiefpunkt. Aber gemeinsam im Team muss man positiv bleiben und weiterarbeiten.

Tips: Wie geht es jetzt nach diesem Karrierehöhepunkt bei Ihnen beruflich weiter? Bleiben Sie dem ÖSV noch länger erhalten?

Koller: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich will erst mal die Saison vorübergehen lassen. Diese geht bis Ende April, dann schauen wir weiter.


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