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BEZIRK SCHÄRDING. Bertold Wöss, Schärdings Bezirkssprecher der Grünen: Der Esternberger hofft auf einen Wiedereinzug der Grünen ins Parlament und findet, dass Werner Kogler der ideale Spitzenkandidat für die Grünen ist.

Bertold Wöss, Schärdings Bezirkssprecher der Grünen (Foto: Privat)
Bertold Wöss, Schärdings Bezirkssprecher der Grünen (Foto: Privat)

Tips: Herr Wöss, wie beurteilen Sie den bisherigen Wahlkampf? Man hat das Gefühl, dass weniger über Themen wie unter anderem „Sozialversicherung“ gesprochen wird, sondern es eigentlich nur Anschuldigungen gibt, wer was getan hat beziehungsweise welcher Politiker was gesagt hat.

Wöss: Das stimmt. Wie in jedem Wahlkampf konzentrieren sich die Mitbewerber auf (echte oder unechte) Skandale, Schuldzuweisungen und negative Aspekte der Kontrahenten. Uns Grünen ist es wichtig, dass endlich zukunftstaugliche Umwelt- und Gesellschaftspolitik in Umsetzung kommt. Wir zeigen auf, wo die Dinge im Argen liegen und was konkret dafür zu tun ist, dass die Lage sich verbessert.

Tips: Laut Umfragen liegen die Grünen aktuell bei etwa zehn Prozent. Wären Sie mit so vielen Prozentpunkten nach der Nationalratswahl zufrieden?

Wöss: Ziel ist es, wieder in den Nationalrat zu kommen. Alles darüber hinaus ist Anlass zu noch mehr Freude. Wir dürfen uns aber anhand der Umfragen nicht täuschen lassen und in Sicherheit wiegen, es gilt wirklich, um jede einzelne Stimme zu kämpfen.

Tips: Wie wichtig wäre eine Rückkehr der Grünen ins Parlament?

Wöss: Es ist sehr wichtig fürs Gemeinwohl und den Klimaschutz in Österreich, dass wir Grüne wieder in die Position kommen, uns aktiv in die Bundespolitik einbringen zu können. Eine starke Stimme für den Klimaschutz hat lange genug gefehlt im Nationalrat, und ich denke, dass das auch sehr viele Österreicherinnen und Österreicher so sehen.

Tips: Über Spendenaffären, vor allem bei den drei Großparteien, wurde medial viel berichtet. Nun hat der Spendenskandal auch die Grünen erwischt. Könnte dieser einige Prozentpunkte kosten?

Wöss: Das ist eine alte Geschichte ohne Substanz, die jetzt im Wahlkampf wieder ausgegraben wurde. Daher wird dies auch keinen Einfluss auf die Wahlentscheidung haben.

Tips: Wie zufrieden sind Sie mit den Auftritten ihres Spitzenkandidaten Werner Kogler?

Wöss: Werner Kogler ist ein Grüner mit Leib und Seele. Er hat in der Krise der Grünen ehrenamtlich weitergemacht und von seinem Ersparten gelebt, das rechne ich ihm sehr hoch an. Er ist authentisch und inhaltlich sattelfest – Kogler ist der richtige Spitzenkandidat.

Tips: Der Klimaschutz ist eines der beherrschenden Themen dieses Wahlkampfes. Werden die Grünen, die sich schon seit Jahrzehnten für den Klimaschutz einsetzen, hierbei von den anderen Parteien kopiert?

Wöss: Kopien vom Original bleiben Kopien. In dem Fall sogar sehr unglaubwürdige Kopien. Wer eine gute Leistung haben will, soll zum Schmied gehen, nicht zum Schmiedl. Und in diesem Fall sind die Grünen nicht der Schmiedl.

Tips: Wo sehen Sie, vor allem in Bezug auf den Bezirk Schärding, Verbesserungspotenzial? Was muss sich in unserem Bezirk in den nächsten Jahren ändern?

Wöss: Die Infrastruktur muss dringend zukunftstauglich gemacht werden. Wir brauchen Förderung und Ausbau beim öffentlichen Verkehr inklusive innovativer Konzepte. Unterstützung der Frauen und Männer bei der Vereinbarung von Beruf und Familie. Damit meine ich, dass Kinderbetreuungszeiten ausgeweitet und leistbar gestaltet werden und, dass der Pflegenotstand behoben wird.

Tips: Eine mögliche Koalition nach der Nationalratswahl wäre Türkis-Pink-Grün. Wäre dies für Sie vorstellbar? Auch wenn Werner Kogler bisher immer gesagt hat, dass er sich eine Koalition mit der ÖVP nicht vorstellen kann.

Wöss: Kogler hat immer gesagt, dass er es sich nur sehr schwer vorstellen könnte, dass wir aber nicht vor Koalitionsgesprächen davonlaufen werden. Ich persönlich denke, Schwarz-Pink-Grün wäre eventuell eine Option gewesen, aber mit den rechtslastigen, populistischen Türkisen auf Bundesebene wird es nicht möglich sein, sich zu einigen.

Tips: Warum sollten die Leute am 29. September die Grünen wählen?

Wöss: Weil Grüne-Politik positiv für alle ist: die Menschen, die Tiere, die Umwelt und die Natur – einfach für den ganzen Planeten. Ein gutes Leben für alle ist unser Motto, ungeachtet von Herkunft, Geschlecht oder Bildung. Je mehr Grüne-Stimmen es gibt, desto mehr können wir in die Richtung umsetzen.

Tips: Was wünschen Sie sich von der künftigen Regierung?

Wöss: Ich bin mutig und wünsche mir Grün-Rot-Pink in die Regierung, sodass sich endlich wirklich etwas tut in Sachen ein gutes Leben für alle. Die Menschen in Österreich sollen nicht mehr länger auf die Umsetzung von Klimaschutz und menschenfreundlicher Politik warten müssen.


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