Kultur-Neustart an der Aist mit nur ein bisserl angezogener Handbremse
PREGARTEN. Mehr als sechs Monate lang war die Kultur in der Bruckmühle coronabedingt ausgebremst, war das Kulturhaus an der Aist maximal von Musikschülern und Corona-Testkandidaten frequentiert. Ab 22. Mai ist alles anders – der Kulturbetrieb läuft wieder an. Tips sprach über dieses freudige Ereignis mit Geschäftsführer Richard Maynau.

„Ich bin frohen Mutes, wenn wir wieder starten dürfen, aber auch noch ein wenig skeptisch – ich glaube es erst, wenn wirklich die ersten Zuseher eintreffen“, beschreibt Richard Maynau seine momentane Gefühlslage. Seit 3. November war der Betrieb im Kulturhaus an der Aist praktisch lahmgelegt, das Mitarbeiter-Team in Kurzarbeit.
Großteil der Veranstaltungen verschoben
Der Großteil der demnächst geplanten Veranstaltungen (den Beginn macht am 22. Mai Manuel Rubey, siehe Infokasten) ist aus Vor-Coronazeiten ins Jahr 2021 verschoben worden. „Viele Vorstellungen waren bereits sehr gut verkauft, ich bin gespannt, ob dann auch wirklich alle kommen, die schon eine Karte haben“, meint der Kulturmanager. Er bedauert, dass eine der letzten Veranstaltungen in der Bruckmühle vor dem aktuellen Lockdown – die Eigenproduktion „Mühlviertel Live“, eine satirische TV-Show über den „typischen“ Mühlviertler – in den Corona-Wirren praktisch untergegangen ist.
Die nächste Eigenproduktion im Visier
Unverdrossen arbeitet man an der Aist indes schon an der nächsten Eigenproduktion. „Nach der großen Aufführung von „Der Bauer als Millionär“ bei den Aistfestspielen im Jahr 2019 ist natürlich heuer keine große Produktion möglich. Daher haben wir uns für ein kleineres Stück, „Die Wirtin“ von Peter Turrini, entschieden. Dabei sind nur sieben Personen auf der Bühne, die Vorbereitungsarbeiten laufen jetzt an“, verrät Maynau.
Corona-Schutzmaßnahmen
Wenn am Samstag, 22. Mai, die Bruckmühle endlich wieder ihre Pforten für Publikum öffnet, gilt es für das Veranstalterteam, eine Menge Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 umzusetzen. Maximal erlaubt ist eine Sitzplatz-Auslastung von 50 Prozent, bei zugewiesenen Sitzplätzen muss ein Platz zwischen Besuchergruppen ausgelassen werden. Um die FFP2-Maske wird das Publikum nicht herumkommen, ebenso wie um die vorangehende Testung auf das Coronavirus. Richard Maynau hofft sehr darauf, dass die sogenannten „Wohnzimmertests“, die man selbst durchführt, für die Teilnahme an Kulturveranstaltungen anerkannt werden. „Sollte das nicht der Fall sein, fällt sicher ein Drittel der Zuschauer weg – wenn man ohnehin nur die Hälfte der Sitzplätze verkaufen kann, eine Katastrophe.“
Förderungen laufen aus
Finanziell schlägt die Pandemie im Kulturbetrieb nicht gut zu Buche. Maynau: „Für 2020 haben wir noch Corona-Förderungen bekommen, dafür herzlichen Dank an die Kulturabteilungen von Stadt, Land und Bund. 2021 gibt es keine zusätzlichen Förderungen mehr, ich hoffe, wir kommen mit einem blauen Auge davon. Das hängt auch von künftigen Vermietungen wie Hochzeiten im Haus ab.“


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