Buntes Angebot im Hackl-Tischler-Haus
LIEBENAU. Eine bewegte Geschichte hat das Hackl-Tischler-Haus mitten im Ort. In dem alten Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert bieten heute Direktvermarkter und Kunsthandwerker ihre Erzeugnisse an. Derzeit weihnachtet es sehr.

Wo einst Handwerker auf der Stör übernachteten, sich die Kirchgeher vor dem kalten Heimweg aufwärmten, wo die Postsendungen abgelegt wurden und die „Knöpfeltaschen“ mit Material für die Zwirnknopf-Heimarbeiterinnen ausgegeben und wieder abgeholt wurden, dort bieten bäuerliche Produzenten und Kunsthandwerker heute ihre Waren an. „Das Haus sollte abgerissen werden, die Gemeinde hat es 1995 gekauft und der Verein für Heimatpflege und Volkskunst hat es dann übernommen“, schildert dessen Obfrau Renate Schübl. Die pensionierte Handarbeitslehrerin (72) steht dem Verein mit seinen 80 Mitgliedern seit rund 20 Jahren vor. Viele freiwillige Helfer packten damals bei der Renovierung mit an. Der Plan, ein Museum einzurichten, wurde wieder fallengelassen. „In ein Museum geht man halt nur einmal. Wir haben uns damals gedacht, uns wird schon was einfallen, wofür das Hackl-Tischler-Haus gut ist“, blickt Renate Schübl zurück.
Wer was übrig hat, bringt und verkauft es
Und so war es auch: Nach dem Motto „Wer was übrig hat, bringt es und verkauft es“ kann jeder Lebensmittel und alles Selbsterzeugte sowie Kunsthandwerk an den Kunden bringen. Das Sortiment wechselt je nach Saison und reicht von Eiern, Fleisch, Gewürzen, Blumen und Pflanzen bis zu Basteleien. Die Tür ist täglich geöffnet, bezahlt wird in die Selbstbedienungs-Kasse. „Das funktioniert sehr gut, wir haben bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht“, freut sich die Obfrau. Vor Adventbeginn boten die Goldhaubenfrauen wieder 200 selbstgebundene Adventkränze zum Verkauf an. Die Mitglieder des Vereins für Heimatpflege und Volkskunst kümmern sich um die Instandhaltung des Hauses und betreuen auch die Aussichtswarte am Brockenberg.


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