Sonderausstellung im Schloss Starhemberg in Haag: Spannende Geschichten aus der Zeit der Bauernunruhen
HAAG/HAUSRUCK. Anlässlich 400 Jahre Oberösterreichischer Bauernkrieg findet im Schloss Starhemberg die Sonderausstellung „Rebellen! Die schwarzen Bauern der Weiberau – ihre Beweggründe und Schicksale im Oberösterreichischen Bauernkrieg“ statt. Eröffnung ist am Samstag, 9. Mai 2026, um 14 Uhr.

Im Zuge der Communale 2026, dem regionalen Kunst- und Kulturfestival des Landes Oberösterreich, geht es dabei um die Geschehnisse des Bauernkrieges in der Region um den Hausruck. Diese und besonders das Schloss Starhemberg spielten eine wichtige Rolle in der Zeit der Bauernunruhen. Schon 1595 besetzten die Bauern den Markt Haag. Marktrichter Abraham Obmann übernahm die Führung über die Bauern.
Schloss geplündert
1620 fiel über die Grenze am Hausruck das bayerische Kriegsvolk ein. Schloss Starhemberg wurde geplündert. Unzählige Bauernhöfe und Kirchen wurden aus Rache in Brand gesteckt, da die Bauern die Grenze verteidigt und einen gefangenen bayerischen Soldaten auf grausame Weise vor den Augen seiner Kameraden getötet hatten.
Im Schloss Starhemberg trafen 1625 binnen kurzer Zeit auch Nachrichten über das Frankenburger Würfelspiel ein.
Bayrisches Kriegsvolk
1626 spielte der Bauernführer Achaz Wiellinger, dem der Kaderbauerhof in Aubach gehörte, eine wichtige Rolle. Schon 1620 hatte er die Bauern gegen das bayerische Kriegsvolk angeführt und an der Plünderung des Schlosses teilgenommen. Dabei hatte er sich die Pflegerin Fink zur erbitterten Feindin gemacht. 1626 wurde er nach dem Tod Stefan Fadingers von den Bauern zu ihrem Anführer ernannt. Er führte sie in der letzten Phase des Bauernkriegs.
Das Weiberauer Lager war Treffpunkt und Versammlungsort der „schwarzen Bauern“ unter Wiellinger. Die letzte siegreiche Schlacht fand in der Kornrödt, ganz in der Nähe von Schloss Starhemberg, statt.
Persönliche Schicksale
Die Ausstellung schildert insbesondere die persönlichen Schicksale der in der Gegend um den Hausruck beheimateten Bauernführer und Bauern und zeigt ihre Beweggründe auf, die sie zu Rebellen werden ließen. Zentrale Figuren sind dabei Achaz Wiellinger von der Au und seine Gegenspielerin, die Pflegerin des Schlosses Starhemberg, Maria Fink, sowie der Geboltskirchner Müller und Bauer Alexander Knasmüller. Dessen Schicksal lässt sich aus den Verhörprotokollen aus Starhemberg ebenso rekonstruieren wie jenes seiner Frau und seiner Kinder.
Als Nachspiel und letztes Aufflammen des Rebellentums wird auch der Greimblaufstand 1632 thematisiert, an dem besonders viele Bauern aus der Umgebung beteiligt waren. Die Hinrichtungen nach der Niederschlagung fanden zum Teil am Marktplatz in Haag statt. Einigen der Verurteilten gelang damals auch eine spektakuläre Flucht aus Schloss Starhemberg.
Einführungs-Vortrag
Zur Einführung der Sonderausstellung hält Irene Keller am Donnerstag, 23. April 2026, um 19 Uhr in der Bauernstube von Schloss Starhemberg einen Vortrag. Dabei spannt sie den Bogen vom mächtigen Bauernlager in der Weiberau über die Kämpfe um das Schloss Starhemberg bis zur Schlacht bei Kornrödt im September 1626. Die Heimatforscher Irene Keller und ihr Mann Christian vom Kulturgut Hausruck sind die Kuratoren der Sonderausstellung.
Die Ausstellung läuft bis Montag, 26. Oktober. Geöffnet ist sie an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen jeweils von 14 bis 17 Uhr.


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