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Sterbe- und Trauerbegleitung: gute Lebensqualität bis zum Schluss

Mag. Michaela Maurer, 13.05.2015 12:37

FREISTADT. Die Mitarbeiter der Hospizbewegung Freistadt begleiten und pflegen seit 15 Jahren Menschen mit schweren oder unheilbaren Krankheiten.

Marion Würzl ist Sterbe- und Trauerbegleiterin bei der Hospizbewegung.
Marion Würzl ist Sterbe- und Trauerbegleiterin bei der Hospizbewegung.
Schmerzen lindern, über Ängste und Wünsche sprechen, Zeit miteinander verbringen und für die Patienten da sein – die Mitarbeiter der Hospizbewegung begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg. „Unser oberstes Ziel ist, schwerkranken Menschen die bestmöglichste Lebensqualität zu ermöglichen“, sagt Marion Würzl. Drei diplomierte Gesundheits- und Krankenschwestern kümmern sich um die pflegerischen Tätigkeiten der Patienten. 20 ehrenamtliche Mitglieder sind für die psychosoziale Begleitung zuständig. „Wir besprechen mit den Patienten die folgenden Schritte und versuchen, ihnen die letzte Zeit so angenehm wie möglich zu machen.“ 90 Prozent der Patienten haben Krebs im Endstadium. Die Betreuung findet zu Hause statt, damit sie nicht unnötig mühsame Wege auf sich nehmen müssen. „Wir sorgen dafür, dass die letzte Zeit für die Patienten so läuft, wie sie es sich wünschen und unterstützen die Angehörigen. Die Patienten sind oft in einem Stadium, in dem sie nicht mehr alleine gelassen werden können. Da benötigen auch die Angehörigen Hilfestellung, um diese schwere Zeit besser bewältigen zu können.“ Die Krankenschwestern sind auch für die Überwachung und Betreuung der Schmerztherapie zuständig. Sie füllen die Schmerzpumpe nach und kontrollieren die Begleiterscheinungen. Die Krankheiten und Medikamente bringen oft Beschwerden wie Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Atemnot mit sich. „Wir beobachten die Patienten, um möglichst rasch und gut auf die Symptome reagieren zu können.“ Die Hospizbewegung arbeitet auch eng mit den behandelnden Ärzten und Krankenhäusern zusammen. Ängste und Wünsche Neben der Pflege sind auch Beratung, Besuche und Begleitung der Patienten sehr wichtig. Angehörige und Patienten werden über soziale Einrichtungen, medizinische Möglichkeiten und bei sozialrechtlichen Fragen, wie Pflegegeld oder Hospizkarenz beraten. Bei den Besuchen sprechen die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit den Patienten über ihre Anliegen, Ängste und Wünsche. „Oft wollen die Patienten ihre Partner und die Familie nicht belasten. Wir sind sozusagen das Bindeglied. Wir versuchen zu vermitteln, Unausgesprochenes zu thematisieren und die folgenden Schritte zu regeln, damit alles so läuft, wie die Patienten es wollen.“ Leben genießen Würzl ist arbeitet seit 2011 für die Hospizbewegung. „Mein Vater ist an Krebs verstorben als ich Mitte 20 war und ich war als Krankenschwester viel mit dem Thema Sterben und Tod konfrontiert. Um mit diesem Thema besser umgehen zu können, hat sie einen Kurs für Trauer- und Sterbebegleitung und die Palliative Care Ausbildung gemacht. Dieser ist Voraussetzung, um in der Hospizbewegung tätig sein zu dürfen. „Die Arbeit mit Sterbenden hat mich gelehrt, mein Leben bewusster wahrzunehmen und zu genießen.“ Erfahrungen verarbeiten „Die meisten ehrenamtlichen Mitarbeiter kommen aus dem Sozialbereich oder haben selbst Erfahrung mit schwerkranken oder sterbenden Angehörigen gemacht.“ Im Vorjahr wurden insgesamt 40 Patienten bei der Palliativpflege begleitet. 37 Patienten nahmen die psychosoziale Betreuung in Anspruch. Regelmäßige Reflexionen und Supervisionen im Team helfen den Mitarbeitern, ihre Erfahrungen zu verarbeiten. „Besonders berührend ist es, wenn die Patienten noch sehr jung sind oder kleine Kinder da sind“, erzählt Würzl. Die Betreuungsdauer variiert von Patient zu Patient. „Manchmal wird man erst am Schluss hinzugeholt und verbringt nur mehr ein paar Tage mit dem Patienten, manchmal sind es Monate“, sagt Würzl. „Die frühe Einbindung ist für eine ganzheitliche Betreuung enorm wichtig.“ Die Patienten werden meist vom Krankenhaus oder von Ärzten an die Hospizbewegung zugewiesen oder Angehörige kontaktieren das mobile Hospiz und Palliativtea, das im ganzen Bezirk unterwegs ist. Die Hospizkoordinatorin sucht eine mögliche Betreuerin oder einen Betreuer aus. Anschließend nimmt diese Kontakt mit dem Patienten oder den Angehörigen auf. Bei einem ersten Kennenlernen wird dann alles weitere besprochen. „Wir sind froh, auch zwei Männer im Team zu haben. Gerade für männliche Patienten ist es oft auch leichter mit einem Mann über persönliches zu reden.“ Trauerbegleitung Auch nach dem Tod eines Patienten unterstützen die Mitarbeiter der Hospizbewegung die Angehörigen bei der Trauerbewältigung. Jeden zweiten Dienstag im Monat (19 bis 21 Uhr) werden Treffpunkte für Trauernde angeboten. Genau wie bei der Sterbebegleitung gilt auch hier die Schweigepflicht. Jubiläumskonzert Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums findet am Samstag, dem 16. Mai ein Konzert, dirigiert von Florian Eschelmüller, in der Stadtpfarrkirche Freistadt statt. Beginn: 20 Uhr  

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