Eröffnung: Größtes Straßenprojekt geht am 21. Dezember in Betrieb
FREISTADT. Mit einer großteils positiven Stimmung wurde die Eröffnung der Mühlviertler Schnellstraße gefeiert. Befahren kann man die neue Straße ab 21. Dezember in den frühen Morgenstunden. Obwohl sich Viele auf die freie Fahrt freuen, sind auch kritische Stimmen noch nicht verstummt.

Mit einem großen Fest und einer Laufveranstaltung wurde schon jetzt die Freigabe der Mühlviertler Schnellstraße S10 gefeiert. Nach sechs Jahren Bauzeit kann das größte Straßenbauvorhaben der Asfinag abgeschlossen werden. Nach Anbringen der letzten Bodenmarkierungen und Verkehrszeichen folgt die Schlussreinigung der Tunnels, der freien Strecke und Unterflurtrassen. Nach letzten Kontrollfahrten gibt es Ende Dezember grünes Licht für 17 Kilometer neue Schnellstraße und Tunnels mit modernsten Sicherheits-Standards. „Es freut mich für die Mühlviertler, tausende Pendler und Anrainer, dass sie mit der S10 Mühlviertler Schnellstraße ein großes Stück Lebensqualität dazugewinnen“, sagt Alois Stöger, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie beim Festakt. Landeshauptmann Josef Pühringer unterstreicht, wie wichtig die S10 als Impulsgeber für die Wirtschaft in der Region, aber auch für Pendler ist. „Durch die kürzeren Fahrzeiten ergibt sich für die Pendler ein jährlicher finanzieller Nutzen von 41 Millionen Euro. Und auch die Kommunen profitieren vom Bau der Schnellstraße.“ Durch den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten wird die Asfinag laut eigenen Angaben mit 663 Millionen Euro deutlich unter der ursprünglichen Auftragssumme bleiben. Der Tunnel Götschka – der Ort des Festaktes – stehe als Projekt der Superlative exemplarisch für das Riesenprojekt S10, betonte Gernot Brandtner, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH: „Der Tunnelvortrieb durch den Mühlviertler Granit war eine besondere bauliche Herausforderung. Für die beiden Röhren mit einer Gesamtlänge von fast neun Kilometern fiel ein Gesamtausbruch von 1,2 Millionen Kubikmetern an. Dieser wurde aus dem Berg gesprengt, aufbereitet und vor Ort wieder als Baustoff verwendet. Das Volumen entspricht etwa 120.000 Lastwagenfuhren. Die beiden Röhren sind durch insgesamt 17 Querschläge, also Fluchtwege, miteinander verbunden.“
Modernste Ausrüstung
Die S10-Tunnel haben die modernste Ausstattung in Sachen Sicherheit erhalten: Beleuchtung, Lüftung, Funk, Notruf, Brandmeldeanlage, Video mit Bild-erkennung und Bordsteinreflektoren in LED-Technik gehören zum Standard. An der Mühlviertler Schnellstraße kommt auch das weltweit einzigartige neue akustische Warnsystem AKUT (es steht für akustisches Tunnelmonitoring) zum Einsatz. Intelligente Mikrofone in den Tunnels erkennen blitzschnell untypische Geräusche – wie etwa einen Aufprall oder quietschende Reifen, Mitarbeiter in der Überwachungszentrale Wels werden dadurch sofort alarmiert. Bei Alarm richtet sich auch die nächste Kamera automatisch auf die Stelle, wo ein kritischer Laut erkannt wurde.
Endvermessungen
In Summe wurden für die Mühlviertler Schnellstraße 570 Hektar beansprucht: Davon 190 temporär für Baumaßnahmen, 120 für ökologische Ausgleichsflächen sowie 210 für die Trasse selbst. Betroffen sind 1700 Grundstücke. Die Endvermessung geht dann über die Bühne, wenn bereits der Verkehr auf der Straße rollt. Die Asfinag führt dann eine Unzahl an Grenzverhandlungen durch. Auf deren Grundlage werden abschließende Verträge mit sämtlichen Eigentümern geschlossen und die Grundstücke für die Republik Österreich im Grundbuch eingetragen.
Kritische Stimmen
Aber nicht alle lassen sich von den Fakten über die S10 beeindrucken. Es gibt auch nach derFertigstellung der Schnellstraße noch kritische Stimmen. Mehr dazu hier.


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