ARGE AlmDrone: Zehn Dronen für die Tierrettung auf der Mühlviertler Alm
MÜHLVIERTLER ALM. Ein starkes Zeichen für Tierschutz, Landwirtschaft und gelebte Zusammenarbeit im ländlichen Raum setzt aktuell die Mühlviertler Alm: Zehn Jagdreviere haben sich zur „ARGE-AlmDrone – Tierrettung Mühlviertler Alm“ zusammengeschlossen und bauen gemeinsam eine Flotte von zehn Wärmebilddrohnen auf. Unterstützt wird das innovative Projekt mit einer LEADER-Förderung von 60 Prozent der Investitionskosten.

Gerade in den Monaten Mai und Juni geraten viele Rehkitze bei der ersten Grünlandmahd in große Gefahr. Die Jungtiere flüchten bei Gefahr nicht, sondern drücken sich instinktiv ins hohe Gras und sind für Landwirte mit modernen Mähwerken kaum sichtbar. Mithilfe von Wärmebilddrohnen können die Tiere vor der Mahd rechtzeitig entdeckt und gerettet werden.
Wettlauf gegen die Zeit
„Die Kitzrettung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Um möglichst viele Flächen absuchen zu können, braucht es Zusammenarbeit und moderne Technik“, erklärt Projektinitiator Hannes Kamleitner aus Königswiesen. Gemeinsam mit Renate Fürst, Geschäftsführerin und LEADER-Managerin des Verbandes Mühlviertler Alm, wurde das Projekt seit Mai 2025 entwickelt und schließlich als LEADER-Projekt umgesetzt. Die Idee entstand ursprünglich aus einer Anfrage bei der Raiffeisenbank Mühlviertler Alm, den Ankauf von Drohnen finanziell zu unterstützen. Daraus entwickelte sich schlussendlich ein regionsweites Kooperationsprojekt mit Vorzeigecharakter.
Mehr Sicherheit für Tiere und Landwirtschaft
Die Drohnen dienen nicht nur der Rehkitzrettung, sondern auch dem Aufspüren entlaufener Nutztiere. Gleichzeitig profitieren Landwirte: Werden Tierkadaver unentdeckt in Heu oder Silage eingearbeitet, kann dies gefährliche Verunreinigungen und Botulismus verursachen.
Revierübergreifende Zusammenarbeit
Jedes der zehn beteiligten Jagdreviere erhält ein eigenes Drohnensystem inklusive Wärmebildkamera und notwendigem Zubehör. Gleichzeitig werden Ausbildung, Verwaltung und Organisation zentral koordiniert, wodurch die ehrenamtlichen Helfer organisatorisch deutlich entlastet werden. Ein besonderer Vorteil des Projekts liegt in der revierübergreifenden Zusammenarbeit: An intensiven Mähtagen können sich die Teams gegenseitig unterstützen und dadurch größere Flächen in kurzer Zeit absuchen.
Dank der bewilligten LEADER-Förderung müssen die beteiligten Jäger lediglich den verbleibenden Eigenanteil finanzieren. Die Einsätze erfolgen zudem im Rahmen der von Austro Control definierten Ausnahmeregelungen für die Jungwildrettung und bieten damit auch rechtliche Sicherheit.
Vorzeigeprojekt für den ländlichen Raum
Mit der „ARGE-AlmDrone“ zeigt die Mühlviertler Alm eindrucksvoll, was durch Zusammenarbeit möglich wird. „Durch die Bündelung von zehn Revieren und den Einsatz moderner Technologie entsteht ein Tierschutzprojekt mit Vorbildwirkung weit über unsere Region hinaus, freut sich Johann Holzmann, Obmann der LEADER-Region Mühlviertler Alm über diese Projektinitiative.


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