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BEZIRK FREISTADT. Der Biber breitet sich im Bezirk Freistadt wieder aus. Was die einen freut, ist für andere ein Ärgernis.

Biber werden auch im Bezirk Freistadt wieder heimisch. Fotos: Jagersberger
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Biber wurden in Europa Ende des 19. Jahrhunderts beinahe ausgerottet. In den 1970er und 80er Jahren wurden sie durch Freilassungsaktionen im Großraum Wien und an der bayrischen Grenze wieder heimisch. Der Biber ist heute nach dem EU-Recht und Bestimmungen des Oberösterreichischen Naturschutzgesetzes geschützt. Es ist verboten, Biber zu fangen, sie zu verletzen, zu töten oder ihre Wohnstätte zu beschädigen oder zerstören. Von der Anwesenheit der Biber profitieren Mensch und Natur: Gewässer bekommen mehr Platz und mehr Struktur und auch der Lebensraum für Amphibien und Fische wird verbessert. Dabei kann es aber auch zu Konflikten mit anderen Landnutzern kommen.

Unterirdische Hohlräume

Probleme bereiten die Biber manchen Landwirten. „Biber sind richtige Sägewerke und fällen viele Bäume“, sagt Bezirksbauern-Obmann Josef Mühlbachler. Die Nagetiere sind Pflanzenfresser und leben an und in Gewässern. „Durch ihre Bauten verringert sich auch die Fließgeschwindigkeit der Flüsse und die Drainagen fließen nicht mehr richtig ab“, erklärt der Bezirksbauern-Obmann. Auch am Uferrand richten die Biber laut Mühlbachler Schaden an: „Durch die unterirdischen Höhlen am Uferrand können Traktoren und auch Menschen einbrechen. Dabei können Verletzungen und Sachschäden entstehen.“ Biber gibt es an allen größeren Flüssen in Oberösterreich. Vor allem entlang der Kleinen und der Großen Naarn, in Pierbach, Königswiesen und Schönau sind derzeit viele Neubesiedelungen zu beobachten. „Biber suchen sich geeignete Plätze zum Leben, mit Wasserstellen, die tief genug sind. Erst wenn diese besetzt sind, müssen auch andere, weniger tiefe Stellen gewählt werden und dann müssen sie die Flüsse aufstauen“, erklärt Bernhard Schön vom Bibermanagement des Landes Oberösterreich.

Schnelle Lösungen finden

„Wir versuchen natürlich vor Ort schnell Lösungen mit den betroffenen Grundeigentümern zu suchen.“ Das Land und die Bezirksbeauftragten unterstützen Landwirte durch Beratung zur Vermeidung oder Milderung von Schäden und durch eine sogenannte Biberprämie, die fünf Jahre lang bezahlt wird. „Es werden auch gratis Anstrichmittel für Bäume zur Verfügung gestellt und auch Umzäunungen werden gefördert“, sagt Schön. „Wenn alle Maßnahmen nichts helfen, dann werden einzelne Dämme verlagert“, sagt Thomas Nedwed, Ansprechpartner für Biberfragen von der Bezirkshauptmannschaft Freistadt. „Ist ein Damm aber besonders wichtig, wird der Biber diesen schnell wieder aufbauen.“

Keine genaue Zahl

Auch ein Umsiedeln ist nicht einfach. Biber sind territoriale Tiere und leben in einem Revier. Gegenüber anderen Artgenossen wird der Lebensraum verteidigt. Würde ein Biber aus seinem Revier verbannt werden, würde sich ein anderer Biber ansiedeln. „Um einen Biber zu vertreiben, müssten wir Geräusch- oder Lichtquellen anbringen. Im Vordergrund steht aber ein Miteinander von Mensch und Tier“, sagt Nedwed. Mühlbachler erklärt: „Es sollen ja nicht alle Biber vertrieben werden, aber es sind einfach schon zu viele. Die Bauern sind Grundeigentümer, dürfen aber nicht selbst entscheiden, was sie auf ihrem Grund machen.“ Derzeit gibt es in Oberösterreich zirka 800 bis 1000 Biber. Eine genaue Zahl kann aber nicht genannt werden. Die Biberzählungen werden von Ehrenamtlichen durchgeführt. Diese melden den Ansprechpartnern, wenn sie Biber, ihre Behausung oder Nagespuren sehen.

Bibermanagement

Wer einen Biber, Nagespuren, einen verletzten oder toten Biber entdeckt oder Schäden und wirtschaftliche Einbußen durch einen Biber befürchtet, kann dies beim Land Oberösterreich, Abteilung Naturschutz, melden.


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