Bürgermeister-Vertretung war enorme Belastung für ganze Familie
FREISTADT. „Im September wollte Christian wieder ins Stadtamt zurückkommen“, sagt Elisabeth Paruta-Teufer (VP). Die Vizebürgermeisterin führt seit Bekanntwerden der Krebserkrankung des Stadtoberhauptes im vergangenen Herbst die Amtsgeschäfte.

Die Nachricht vom Tod von Bürgermeister Christian Jachs habe ihr kurz den Boden unter den Füßen weggezogen. „Wir haben nicht geglaubt, dass es so schlecht um ihn steht“, sagt die Freistädterin. Mit Unterstützung von SP-Vizebürgemeister Wolfgang Affenzeller und der Stadträte hatte Paruta-Teufer Jachs in den vergangenen Montaten, unterbrochen von März und April, in allen Belangen vertreten. Eine Herausforderung neben ihrem Vollzeit-Beruf als Professorin am Freistädter Gymnasium – und eine enorme Belastung auch für ihre Angehörigen. „So etwas geht auch nur, wenn die gesamte Familie mithilft, von meinem Mann und meinen Kindern bis hin zu meiner Mutter und meinen Geschwistern.“ Der Tagesablauf war streng durchgeplant: Vormittag Schule, Mittag nach Hause zum Essen mit den Kindern, Nachmittag ins Rathaus.
Die Übernahme der Amtsgeschäfte war keineswegs ein Honiglecken. „Meine erste Sitzung war die Budgetsitzung, da ging es um 16,6 Millionen Euro, für die ich mit meiner Unterschrift einstehe – das sind keine Peanuts“, blickt Paruta-Teufer zurück.
Vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen hätte die Vizebürgermeisterin die ganze Legislaturperiode von sechs Jahren im Wechsel mit Christian Jachs amtieren können. „Es hätte sich nur die Frage gestellt, ob man das politisch durchdrückt“, ob die anderen Fraktionen ein solches Vorgehen auf Dauer mitgetragen hätten. „Allerdings habe ich bisher nicht den Eindruck gehabt, dass in den Fraktionen jemand umgefallen wäre, ganz im Gegenteil“, sagt Elisabeth Paruta-Teufer. Wie es an der Spitze der Stadtgemeinde Freistadt weitergeht, darüber will sich die Vizebürgermeisterin noch nicht äußern. „Wir haben vereinbart, zuerst einmal das Begräbnis am kommenden Freitag abzuwarten und dann alles Nötige für die Neuwahl zu veranlassen.“


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