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BEZIRK FREISTADT. Rund 140 Anzeigen, die das Suchmittelgesetz betreffen, arbeitet eine Sonderermittlungsgruppe am Bezirkspolizeikommando Freistadt im Jahr auf. Die Erhebungen gestalten sich meist umfangreich und langwierig, aber: „Irgendwann macht jeder Dealer einen Fehler“, weiß Ermittler Christoph Witzany.

  1 / 2   Von Cannabis bis Kokain (Bild): Die Ermittlungsgruppe Suchmittel im Bezirk Freistadt ist mit allen Drogen befasst. Foto: Wodicka

Oktober 2015: Grenzübergang Deutsch Hörschlag, Einfuhr von 96 Gramm Cannabis, das für einen Abnehmer in Neumarkt bestimmt war. Februar 2016: Wullowitz, Sicherstellung von 217 Gramm Cannabiskraut. August 2016: Wullowitz, Einfuhr von 3,4 Gramm Crystal Meth und 1,7 Gramm Speed: Diese (unvollständige) Aufzählung an Sicherstellungen von illegalen Suchtmitteln durch die Polizei bei Routinekontrollen an den Grenzübergängen zeigt, dass Drogen auch im Bezirk Freistadt ein Thema sind.

Keine Insel der Seligen

Damit täglich befasst ist Christoph Witzany von der drei Mann umfassenden Ermittlungsgruppe Suchtmittel am Bezirkspolizeikommando Freistadt. Er geht mit seinen beiden Kollegen mit allen legalen Mitteln Hinweisen aus der Bevölkerung nach, um sowohl Drogen-Dealern auf die Schliche zu kommen, als auch um Konsumenten illegaler Substanzen auszuforschen.

Die Arbeit ist meist umfangreich, die Anzahl an Verkäufern und Käufern von Suchtmitteln im Bezirk größer, als man meinen mag.

„Allein mit den Erhebungen den Raum Freistadt und Pregarten betreffend ist unsere Ermittlungsgruppe mehr oder weniger ausgelastet“, sagt Witzany. Er weiß, die Zeit spielt ihm und den Kollegen in die Hände: „Irgendwann unterläuft jedem Dealer ein Fehler.“

Immer wieder landen die Freistädter Ermittler auch größere Coups, wie etwa 2013, als die Beamten einen Drogenring aushoben, der in großem Stil mit Suchtmitteln von Cannabis bis Heroin handelte. „Bei Cannabis ist die Hemmschwelle sehr niedrig, weshalb dieses Suchtmittel im Bezirk am häufigsten gehandelt und konsumiert wird.“ Der Großteil der Ware komme aus Tschechien.

Mobile Drogen-Labore

„Dort ist ein Gramm schon um fünf Euro zu haben. Es wird gestreckt und in Österreich um zehn Euro verkauft, was dem Dealer eine gute Gewinnspanne einbringt“, weiß der Ermittler. Crystal Meth werde in Tschechien um 60 bis 80 Euro das Gramm verkauft, in Österreich ist es dann um 100 bis 120 Euro zu haben. „Das sind schon Preise wie beim Kokain. In Tschechien gibt es sehr viele mobile Labore. Die Dealer haben das Equipment im Kofferraum, die Anleitung zum Herstellen von Crystal Meth findet man problemlos im Internet“, weiß Witzany. Speed und Heroin wiederum kommen aus Wien in den Bezirk. Im Übrigen waren laut Suchmittel-Bericht 2015 zwei Drittel der Tatverdächtigen Österreicher.

Diebstähle finanzieren Sucht

Was im Zusammenhang mit den Suchtmittel-Konsum auffalle, sei die Beschaffungskriminalität, so Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer. „Erst kürzlich haben Kollegen bei einer Routinekontrolle bei der Ausreise am Grenzübergang Wullowitz ein tschechisches Pärchen angehalten, das zwei gestohlene Fahrräder mit dabei hatte. Die junge Frau war schlimm gezeichnet von dem Crystal Meth, fast verfallen, ein furchtbarer Anblick“, beschreibt Schmalzer. „Mit Diebstählen finanzieren viele Konsumenten ihre Sucht“, weiß der Bezirkspolizeikommandant.

Bedeutend in der Ermittlungsgruppe Suchmittel sei die Vernetzung mit den Kollegen aus anderen Bezirken und dem Landeskriminalamt. „Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen von der Polizei in Südböhmen funktioniert in allen Bereichen sehr gut. Wir tauschen uns regelmäßig in grenzüberschreitenden Besprechungen aus.“


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