Stau und drohende Parkgebühren: Pendlerallianz wird immer lauter
FREISTADT. Treffen sich vier Freistädter: Zwei arbeiten im Bezirk und zwei pendeln täglich aus. Kein Witz! Denn jeder zweite Freistädter hat seinen Arbeitsplatz außerhalb der Bezirksgrenzen, die meisten im Zentralraum. Und dort wird es immer ungemütlicher für sie, zumindest was das Thema Verkehr angeht.

Die Pendler in Linz kämpfen jeden Tag mit Stau, der seit dem Abriss der Eisenbahnbrücke seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Dazu kommt, dass nun auch das Aus für das Gratis-Parken am Urfahrmarktgelände droht. Die Idee dazu stammt von FP-Verkehrsstadtrat Markus Hein, der sich schon mit seinem Sager, Pendler würden „auf hohem Niveau jammern“ und oft aus Bequemlichkeit ins Auto steigen, nicht unbedingt Freunde unter den Kritisierten machte.
Die Mühlviertler Pendlerallianz, ein Zusammenschluss von 77 Gemeinden aus dem Linzer Umland, hat nun einen Forderungs- und Maßnahmenkatalog für Verkehrsprojekte und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Pendler verabschiedet – und zwar überparteilich. Mit der Gründung der Online-Plattform „Gegen-den-stau.at“ setzt sie den ersten Schritt. Auf der Plattform können Pendler Anregungen und Ideen einbringen, die dann geprüft und weitergetragen werden. Auch die Aktionen und Maßnahmen der Allianz werden dort veröffentlicht und Pendler so gut wie möglich eingebunden.
Ein weiterer Punkt aus dem Maßnahmenkatalog ist eine Protest-Unterschriftenaktion gegen die geplante Parkgebühr am Urfahrmarkt. Am 11. November informiert die Pendlerallianz vor Ort über die Pläne der Stadt.
Konzept seit 2014
Die Idee von gebührenpflichtigen Parkplätzen am Urfahrmarkt wird aktuell kontrovers diskutiert. So schlägt der Linzer Wirtschaftskammer-Chef Klaus Schobesberger vor, zuerst die Park&Ride-Anlagen auszubauen und dann erst die Parkplätze gebührenpflichtig zu machen: „Der derzeitige Vorschlag wäre eine Budgetloch-Stopfaktion auf Kosten der Pendler.“ Hein hingegen kontert: „Die Parkplätze am Urfahrmarkt sind als Pendlerparkplätze ungeeignet – die Autos gehören an den Stadtrand.“ Ein Konzept dazu wurde von den Freiheitlichen bereits 2014 festgelegt und wird jetzt umgesetzt.
Einsatz für regionale Anliegen
Nebenbei versteht sich die Pendlerallianz auch als Netzwerk für und Unterstützer für regionale und lokale Verkehrsanliegen. So läuft derzeit eine Unterschriftenaktion „Gegen Fahrplankürzung des frühesten Zuges der Summerauer Bahn“ und eine regionale Initiative der Regionen Gusental und Untere Feldaist für eine rasche Realisierung der Regio-Tram Gallneukirchen-Pregarten.


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