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LIEBENAU. Historikerin aus Leidenschaft ist Gabriele Hackl. Die Liebenauerin, Jahrgang 1987, ist Doktoratsstudentin an der Universität Wien. Mittlerweile hat sie bereits ihr zweites Buch veröffentlicht.

Aktuell arbeitet Gabriele Hackl an ihrer Doktorarbeit am Institut für Zeitgeschichte. Foto: Bastian Schwind

„Geschichte war schon immer mein Lieblingsfach“, berichtet Gabriele Hackl. Nach der Pflichtschule in Liebenau und der HLK in Freistadt wechselte die Maturantin daher gleich an die Universität Wien, wo sie nicht nur in Geschichte, sondern auch Kultur- und Sozialanthropologie und Informatik studierte. Es folgte das Masterstudium Geschichte und dessen Abschluss mit Auszeichnung im Jahr 2015.

Masterarbeit über Strafvollzug im NS-Regime

„Meine Masterarbeit beschäftigte sich mit dem Nationalsozialistischen Strafvollzug und der Frauenstrafanstalt Waldheim in Sachsen“, berichtet die Mühlviertlerin, die ihren Lebensmittelpunkt längst nach Wien verlagert hat. Ihre Masterarbeit ist 2016 auch als Buch veröffentlicht worden. Unterdessen hat Gabriele Hackl längst das Doktoratsstudium am Institut für Zeitgeschichte in Angriff genommen. Analog zu ihren Spezialgebieten Justiz, NS-Diktatur, Geschlechter- und Frauengeschichte behandelt sie in ihrer Doktorarbeit das nationalsozialistische Sondergericht Wien und seine Spruchpraxis bei Heimtückevergehen und Kriegswirtschaftsverbrechen. „Die Doktorarbeit werde ich voraussichtlich bis Ende 2021 abschließen“, sagt die DOC-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Auftragsarbeiten

Dazwischen findet Hackl auch noch Zeit für historische Auftragsarbeiten, zu denen auch die Publikation „Wasserstraßen. Die Verwaltung von Donau und March 1918 bis 1955“ gehört. „Diese Studie, die ich gemeinsam mit Projektleiter Universitätsprofessor Bertrand Perz und der Historikerin Alexandra Wachter verfasst habe, war eine Auftragsarbeit der Via Donau, der Österreichischen Wasserstraßen GmbH“, erklärt Gabriele Hackl. Die Via Donau ist für die heimischen Wasserstraßen etwa das, was die Asfinag für Autobahnen ist. In den zwei Jahre laufenden Forschungsarbeiten wurde das Unternehmensarchiv durchforstet und besonders die NS-Zeit aufgearbeitet.

Forschung als Zukunft

Ihre Zukunft sieht Gabriele Hackl weiterhin in der historischen Forschung mit Tendenz zur Gedenkstättenarbeit. Nach Liebenau führt die Historikerin nur selten ein Besuch bei ihrer Mutter und ihrer Schwester. „Ich fühle mich als Liebenauerin, eher aber noch als Mühlviertlerin und als Wienerin, je nach Stimmung. So lebt es sich sehr gut“, schmunzelt sie.

Publikation: „Wasserstraßen.Die Verwaltung von Donau und March 1918–1955“, 353 Seiten, ISBN: 978-3-205-21145-7 Böhlau Verlag Wien


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