Abschied von Renate Sacher-Neubauer: Das Feuer weitertragen

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 20.01.2021 15:36 Uhr

WARTBERG OB DER AIST. Das Feuer musste brennen, wenn sie zum Fest rief, vor der Tür, aber auch im Herzen. Und sie verstand es, mit diesem Feuer anzustecken, andere zu motivieren und die Glut der Freude weiterzutragen. Renate Sacher-Neubauer kannte im Kontakt mit anderen keine Scheue, auch keine falschen Grenzen. Sie ging auf alle mit der selben Aufmerksamkeit zu. Am Montag verlor die 60-Jährige bei einem Forstunfall ihr Leben. Ein Nachruf von Pfarrassistent und Diakon Franz Küllinger.

 

Der Beruf im Baustoffhandel und -transport war durch die Eltern vorgespurt und wurde nach und nach in Richtung Ökologie und umweltbewusster Produkte umgestaltet. Der regionale Vertrieb von Naturfarben und Hängematten lag ihr bis zuletzt sehr am Herzen. Schöpfung und Geschöpfe im Einklang miteinander, das war der Klang ihres Lebens.

Ein Segen für viele Menschen

Mit Ehemann Josef verband sie nicht nur die Liebe zum Gesang, sondern auch das Gespür für Holz. Für ihre beiden erwachsenen Kinder blieb sie Dreh- und Angelpunkt. Zahlreiche Freundschaftsrunden hat sie über die Jahre hin gepflegt und mit Leben erfüllt. Die Dorfgemeinschaft war ihr heilig. Soziale Fragen haben Renate immer besonders angesprochen. Ihre große Empathie war ein Segen für viele Menschen.

Von Jugend an in der Pfarre integriert

In der Pfarre war Renate Schacher-Neubauer schon als Jugendliche integriert. Sie gestaltete mit, wo sie konnte, im Eine-Welt-Kreis ebenso wie als Lektorin in der Liturgie, im Arbeitskreis Asyl und als Obfrau im Pfarrgemeinderat. Was sie in die Hand nahm, hatte Hand und Fuß – und vor allem Herz, es war geschmiedet an ihrer inneren Glut! An ihrem letzten Tag hat sie dem Altpfarrer zum 80. Geburtstag gratuliert. Sie hat dabei ein Buch übergeben, in dem Menschen und Gruppen aus der Pfarre zu Wanderungen und Tagesausflügen eingeladen haben. Das Buch ist überschrieben mit den Worten: „gemeinsam unterwegs“. Beides drückt aus, was Renate so am Herzen lag, dass Menschen, trotz ihrer Unterschiede, zusammenfinden und dass sie, im Blick aufeinander, auf dem Weg bleiben.

ARGE Genuss gegründet

Um gut arbeiten zu können, muss auch das Umfeld stimmen. Das war Renate Sacher-Neubauers Devise. Darum hat sie rund um die Großbaustellen bei der Kirchen- und Pfarrheimrenovierung kurzerhand einen „ARGE Genuss“ ins Leben gerufen: Frauen und Männer haben herzhaft aufgekocht, um alle helfenden Kräfte bestmöglich zu versorgen. Alleine wegen dieser Mittagspausen hätte man die Bauphasen verlängern sollen…

Das Feuer in ihrem Namen weitertragen

Ein Unglück, ausgerechnet im Wald, hat ihr Leben gestoppt – mitten in voller Fahrt. Viele spürten diesen Ruck schmerzhaft am eigenen Leib. Sie hat so viel gegeben, da fehlt jetzt plötzlich auch so viel. Das Feuer des Glaubens hat Renate immer wieder Kraft zum Weitergehen gegeben. In dieses Feuer ist sie eingegangen. Dieses Feuer dürfen wir hüten und weitertragen, auch in ihrem Namen.

Franz Küllinger

Das Requiem für die Verstorbene wird am Samstag, 23. Jänner 2021, ab 9.45 Uhr, über die Streaming-Adresse http://live.thieltech.at übertragen.

Ab Mittwoch, 20. Jänner, ist Renate Sacher-Neubauer in der Michaelskirche aufgebahrt. Wer ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung setzen möchte, entzündet nach Anbruch der Dunkelheit eine Kerze und stellt sie rund um die Kirche auf, die der Verstorbenen so wichtig war.

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