Streuobstwerkstatt schafft Mehrwert für Bauern und Natur
TRAGWEIN. Die traditionellen Streuobstwiesen sind es, die den ländlichen Gebieten unseres Bundeslandes oft ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Dass es sie noch gibt, ist keineswegs selbstverständlich, da die großkronigen Obstbäume oft überaltert und wenig gepflegt sind. Das will die Streuobstwerkstatt ändern, ein junges Unternehmen, das mit regionalen Landwirten und der Unimarkt-Gruppe kooperiert. Neben Wertschöpfung geht es dabei auch um den Erhalt von Lebensraum für bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten.

Wer weiß schon, dass ein hoher, alter Speckbirnenbaum bis zu 1000 Kilogramm reife Früchte liefern kann? „Der Wert dieser Bäume ist heute vielen Bauern nicht mehr bewusst, oft verfault das reife Obst auf den Wiesen“, sagt Andreas Panhuber. Selbst Besitzer von 1000 Obstbäumen und Leiter der Initiative „Streuobstwiesen schützen & nützen“, gründete er kurzerhand ein Unternehmen namens Streuobstwerkstatt. Gemeinsam mit regionalen Landwirten aus OÖ hat er sich zum Ziel gesetzt, den Biodiversitäts-Hotspot Streuobstwiese nachhaltig zu fördern und zu erhalten.
Immer weniger Obstbäume
1960 gab es in Österreich etwa 35 Millionen großkronige Obstbäume, aktuell sind nur mehr 4,5 Millionen Bäume vorhanden. Um dem negativen Trend entgegenzuwirken, ging die Streuobstwerkstatt eine Kooperation mit der Unimarkt-Gruppe ein. „Durch die Zusammenarbeit konnte innerhalb eines Jahres ein neuer Vertriebsweg entwickelt werden, speziell für Landwirte aus Oberösterreich, die Streuobstwiesen bewirtschaften, pflegen und immer wieder neue Bäume ansetzen“, sagt Panhuber.
Elf Landwirte, 16 Produkte
Elf Landwirte aus unserem Bundesland vertreiben derzeit mit dem Unimarkt als exklusivem Handelspartner insgesamt 16 Produkte unter der Bio-Premium-Marke Streuobstwerkstatt. „Dahinter stehen aber viel mehr Bauern, die uns mit ihrem qualitativ hochwertigen Obst aus Streuobstwiesen beliefern“, so Panhuber. Das ist auch nötig, denn nicht überall und nicht jedes Jahr ist bedingt durch Frost, Trockenheit oder Hagelschlag ein gutes Obstjahr.
Arbeit in und mit der Natur
„Wir arbeiten in der Natur und mit der Natur, nicht immer ist gleich viel Obst auf unseren Bäumen“, sagt Eva Eder aus Tragwein. Mit ihrem Mann Norbert bewirtschaftet sie den Pankranzhofer-Hof in Tragwein. Der Pankranzofer hat sich weitum als Saft- und Mostproduzent einen Namen gemacht und ist einer der elf Betriebe der Streuobstwerkstatt. „Alleine würden wir das nicht schaffen. Wir arbeiten mit rund 80 Bio-Landwirten zusammen, die uns ihr Obst zur Verarbeitung bringen. Mir ist wichtig, dass sich das Obstklauben für sie auszahlt“, sagt die Biobäuerin. Das Miteinander ist ihr ebenso wichtig. „Die Streuobstwerkstatt ist für mich ein Signal, dass sich eine Neuorientierung auf den Höfen auszahlt.“
Win-win-win-Situation
Für Agrarlandesrat Max Hiegelsberger ist die Kooperation der Landwirte in der Streuobstwerkstatt mit der Unimarkt-Gruppe der Beweis dafür, wie alle Seiten - von den Bauern über den Handel bis zu den Konsumenten - gewinnen können. „Die regionale Wertschöpfung wird gestärkt, und die Konsumenten können mit ihrer Kaufentscheidung dazu beitragen, unsere schöne Kulturlandschaft zu erhalten. Die Pflege der Streuobstwiesen ist aufwändig, daher müssen die Produkte auch einen entsprechenden Preis haben“, so Hiegelsberger.


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