Experte für alte Hendlrassen: Hühnerflüsterer Oskar holt grüne, blaue und rote Eier aus dem Nest
LASBERG. Es „wuserlt“ im Hühner-Kindergarten von Oskar Glauninger. Erst vor wenigen Tagen sind wieder sieben ganz besondere Küken geschlüpft, denn der zwölfjährige Lasberger begeistert sich für die Zucht alter, seltener Hühnerrassen. Das Eierfärben für Ostern kann sich die Familie (theoretisch) sparen – denn Oskars Hennen legen färbige Eier.

Die Faszination für Hühner hat Oskar gepackt, als er erst sechs Jahre alt war. Da hielte einige „Weiße Altsteirer“ Einzug im Hendlstall der Familie Glauninger in Steinböckhof. „Gewöhnliche Legehennen sehen alle gleich aus, und auch die Eier sind entweder braun oder weiß – das finde ich langweilig. Viel spannender sind da außergewöhnliche Rassen, die nicht so schnell jemand im Stall hat. Sie haben oft ein originelles Aussehen, und sie legen meist färbige Eier – von kastanienrot über grün bis blau“, erzählt der junge Lasberger, der über die Jahre zu einem wahren Experten für alte Hendlrassen geworden ist.
Von Cream Legbar bis Ayam Cemani
Oskar nannte schon Hühner der Rassen Cream Legbar, Lavender Auracana, Mooshuhn, Houdan, Sulmtaler, Cochins, Ayam Serama – die kleinste Hühnerrasse der Welt – , Holländer Haubenhühner und Marans sein eigen. „Auch Ayam Cemani hatte ich schon. Diese Rasse legt blaue Eier und ihr schwarzes Fleisch ist eine Delikatesse“, weiß der Zwölfjährige.
Momentan hat Oskar Hennen der französischen Rasse Marans im Stall, die täglich für elf Eier sorgen. Außerdem gibt es noch zwei Marans-Hähne und einen Ayam Serama-Gockel, der zwar der Kleinste der Hühnerschar ist, aber trotzdem der Chef.
Außerdem gibt es wieder Nachwuchs. 16 Küken im Alter von gut vier und zwei Wochen tummeln sich im Hühner-Kindergarten. Ausgebrütet wurden die befruchteten Eier der Marans-Hennen im Brutapparat, da keine der Hennen gegluckt hat. „21 bis 22 Tage dauert es, bis die Wuserl schlüpfen. Am 7. und am 14. Tag durchleuchte ich das Ei mit einer speziellen Lampe, um zu sehen, ob sich ein Embryo darin befindet. Das nennt man Schieren.“
Manchmal muss sich Oskar auch als Geburtshelfer betätigen und den Küken aus dem Ei helfen. Unter einer Wärmelampe verbringen die frisch geschlüpften Wuserl die ersten, frühlingshaften kühlen Wochen noch in einem Käfig im Vorhaus, später übersiedeln sie in einen eigenen Hühnerstall mit Freilauf unter den alten Obstbäumen.
Fuchs und Habicht dezimierten Hendlschar
Das Ausmisten, Einstreuen und Füttern der Tiere übernehmen Oskar und seine Mama Romana. „Brot bekommen die Küken keins, das vertragen sie nicht“, weiß der Hühnerflüsterer. Ob die Wuserl weiblich oder männlich sind, erkennt Oskar schon nach wenigen Tagen: „Den Hennen wachsen früher richtige Federn.“ Manchmal hatte Oskar mir seinen Hühnern auch schon richtiges Pech. 19 seiner Hendln fielen im Laufe der Jahre schon dem Fuchs zum Opfer, fünf dem Habicht. Zum Glück ist heuer wieder für gackernden und krähenden Nachwuchs in Oskars Hühnerstall gesorgt.


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