In die Tiefen des Weltalls blicken
FREISTADT. Ein Komet, der Saturn, oder gar der Orion-Nebel: Mit dem neuen, leistungsstarken Teleskop, das der Astronomische Verein Mühlviertel rechtzeitig zu seinem fünfjährigen Bestandsjubiläum bekommen hat, können die Mitglieder Himmelsobjekten noch besser auf die Spur kommen.

Seit dem Gründungsjahr 2017 ist es neben dem Interessensaustausch das Ziel der knapp 50 Vereinsmitglieder, Menschen und insbesondere Jugendliche für die Sternenkunde zu begeistern. Hauptsächlich geschieht dies durch Sternenführungen in der Freiwaldsternwarte Sandl, die Egon Döberl und Heribert Wagner vor rund 20 Jahren errichtet haben. Dort wird auch das neue Teleskop „Nauris Mirage 600“ hauptächlich zum Einsatz kommen, auf das die Vereinsmitglieder zurecht stolz sind.
60- bis 240-fache Vergrößerung
Es ist mit seinem 60 Zentimeter Durchmesser-Spiegel lichtstark, einfach zu bedienen und behält Himmelsobjekte, deren Position sich sich durch die Erdrotation rasch verändert, automatisch im Blick. Noch dazu sind die Positionen von rund 100.000 astronomischen Objekten gespeichert und dadurch relativ rasch aufzufinden. Die Okulare erlauben 60-fache bis 420-fache Vergrößerung. Möglich gemacht hat den Ankauf des samt Zubehör rund 25.000 Euro teuren Hochpräzisionsgerätes Geld aus dem Leader-Programm der Region Mühlviertler Kernland. Die Förderquote betrug 60 Prozent. Mitfinanziert haben auch der Verein und Sponsoren. „Mit diesem Teleskop, das auch mobil eingesetzt werden kann, können wir den Besuchern von Sternenführungen beeindruckende Erlebnisse bieten“, sagt Vereinsobmann Franz Hofstadler. Geplant ist, das Gerät auch in Schulen oder bei besonderen Himmelsereignissen, wie etwa einer Sonnen- oder Mondfinsternis, auf dem Freistädter Hauptplatz einzusetzen. Hofstadler: „Wir sehen uns als Vermittler von wissenschaftlichen Erkenntnissen, gestalten Vorträge, Ausstellungen Sternenwanderungen und Fachreisen – in Zukunft werden unsere Mitglieder auch gerne Programme für Einheimische und Besucher der Region gestalten.“ Das Führungsprogramm des Vereins wird in die Programmplanung der Tourismusregion Mühlviertler Alm-Freistadt aufgenommen werden und auf Tourdata ersichtlich sein. „Ob ein Termin dann tatsächlich zustande kommt, hängt dann vom Wetter ab, das leider oft nicht mitspielt“, weiß Hofstadler.
Astrofotografen begeistert
Besonders freuen sich die Astrofotografen unter den Mitgliedern des Astronomischen Vereins auf das neue Teleskop: Dieses ermöglicht mit Hilfe einer Astrokamera, Himmelsobjekte wie Galaxien, Sternhaufen, planetarische Nebel und sogar Sternenentstehungsgebiete zu fotografieren. „Als Sternengucker kommt man relativ bald zur Astrofotografie, weil man dadurch das faszinierende Gesehene dauerhaft festhalten kann“, sind sich die Vereinsmitglieder Obmann-Stellvertreter Heribert Wagner, Josef Danhofer und Hermann Viehböck einig. Ihnen gelangen bereits hervorragende Aufnahmen von Motiven aus den Tiefen des Weltalls.
Astro-Fotograf des Jahres
Speziell gelungen ist Vereinsmitglied Gerald Rhemann ein Bild des Kometen Leonard, dessen Schweif gerade vom Sonnenwind verwirbelt wird. Für dieses Bild verlieh ihm das renommierte Royal Greenwich Observatory unter 3000 weiteren Einreichungen weltweit den Titel „Astronomy Photographer Of The Year 2022“.


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