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BAD ZELL. Den Lebensweg des Johann Georg Grasel und seiner Schwester Anna Maria auf der Theaterbühne mitzuerleben und nachzuvollziehen – das ermöglicht das Schauspiel von Wolfgang Aistleitner „Der Raubmörder Grasel. Und der Rest der Familie.“. Uraufführung ist am 15. September um 19.30 Uhr in der Arena.

Marco Kastler-Pedroni schlüpft in die Rolle des Raubmörders Grasel. (Foto: Kulturforum Bad Zell)
Marco Kastler-Pedroni schlüpft in die Rolle des Raubmörders Grasel. (Foto: Kulturforum Bad Zell)

Das muss man erst einmal finden: Ein Laienschauspiel-Ensemble mit allen Altersgruppen von elf bis 79, bereit zur Darstellung massiver Gewaltszenen, geübt darin, beim wiederholten Bühnenumbau zu Figuren des Stücks zu wechseln und ein grausiges Drama zu präsentieren. Was bleibt einem aber auch anderes über, wenn es um die Saga der Familie Grasel geht? Der zehnjährige Johann Georg Grasel wird vom Vater ins Berufsverbrechertum eingeführt, entmachtet als „gereifter“ Jugendlicher seinen Lehrmeister und arbeitet sich schnell dorthin, wo auf den 28-Jährigen der Galgen wartet. Überwältigt durch eine List wird er der Obrigkeit übergeben, die über ihn richtet. Seine jüngere Schwester Anna Maria schlägt seit Kindheit von ihrem Bruder getrennte Wege ein. Der Aussichtslosigkeit zum Trotz findet sie auf ebenmäßigen Pfaden nach Wien, gerade rechtzeitig zur Hinrichtung ihres Bruders.

Kreuzbrav neben erzschlecht

In tiefster Verzweiflung sieht sie – die starke Frau des Stücks – hinter der Katastrophe noch Möglichkeiten, weiterzuleben. Vielleicht sogar in einer Beziehung. Und mit der Bereitschaft, die tief gefallene einstige Geliebte ihres Bruders aufzufangen. Da findet sich in derselben Familie, eingezwängt in die gleiche Perspektivenlosigkeit. kreuzbrav neben erzschlecht. Wie lässt sich das erklären? „Das Schauspiel ist ein Erklärungsversuch, behaftet mit dem Risiko, sich festzulaufen und die Vermutung zu nähren, dass man die prinzipiellen Fragen nach wie vor nicht verlässlich beantworten kann“, so Autor und Regisseur Wolfgang Aistleitner. Interessant ist nicht nur die Aufbereitung der Geschichte, sondern auch das Klangkonzept, das die Aufführung begleitet.

Termine in der Arena Bad Zell: 15., 16., 17., 22., 23., 24., 29., 30. Sept., Fr. und Sa. jeweils 19.30 Uhr, So. 16 UhrReservierung: www.kulturforum-badzell.at Karten gibt es hier und hier zu gewinnen!


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