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Blick in die Stadtgeschichte: Wie das Freistädter Schloss einst mit Wasser versorgt wurde

Mag. Claudia Greindl, 22.12.2024 10:00

FREISTADT. Alois Preinfalk, Stadtamtsleiter in Ruhe und passionierter Heimatforscher, hat sich mit historischen Quellen über die Wasserversorgung in der Stadt und speziell im Freistädter Schloss beschäftigt.

Links das Anwesen Leitenbauer mit dem Quellgebiet, rechts das Schloss. Das Foto stammt von Kaspar Obermayr. Es wurde um 1930 aufgenommen. (Foto: Archiv Schlossmuseum)

Das kaiserliche Schloss brauchte vom Baubeginn im 14. Jahrhundert an eine leistungsfähige Wasserversorgung. In der Stadt gab es zu dieser Zeit nur Hausbrunnen, die nicht überall genügend gutes Wasser lieferten. Erst seit dem frühen 16. Jahrhundert ist ein Wasserleitungsbau in die Stadt bezeugt. Dieser diente aber nur der „Gemein“ nicht aber dem Schloss, denn für beide gab es nichts Verbindendes.

Woher kam also das Wasser im Schloss? Der Freistädter Ziviltechniker Klaus Thürriedl möchte nicht ausschließen, dass man eine Quelle auf dem Schlossgrund anzapfen konnte, wie in fast allen Häusern in der Stadt. Der Hinweis aus einer Archivalie von 1562, dass im Schlosshof ein „Rohrbrunnen“ besteht, dessen Überwasser gemeinsam mit dem Hofwasser durch den Kalkkeller ausfließt, lässt den Schluss auf eine Wasserleitung zu.

Zufall als Helfer

Bei Recherchen im Stadtarchiv kam Alois Preinfalk der Genosse Zufall zu Hilfe. Einige Dokumente aus dem 17. und 18. Jahrhunder (dem Herrschaftsarchiv zugehörig), die sich ins Stadtarchiv verirrt haben, sagen eindeutig aus, dass es eine etwa 600 Meter lange Wasserleitung von der Hangsenke östlich der Wiesmühle zum Schloss gegeben hat. Dieser sensationelle Fund lässt den Bau der Wasserversorgungsanlage als beeindruckende Ingenieursleistung der Wasserbauer einstufen. Die Rohrleitung musste von einem Sammelbecken herunter zur Feldaist die ganze Talsohle überwinden und in den Schlossbrunnen wieder hinaufgeführt werden. Düker nennt man so eine Leitung in der Fachsprache, auch die alten Griechen und Römer bauten einen solchen schon.

Die Freistädter unterquerten mit dieser Technik bereits ab dem frühen 16. Jahrhundert mehrmals den Stadtgraben beim Turm im Eck (nunmehr befindet sich dort die Marianumbrücke) und im 17. Jahrhundert die Feldaist zur Versorgung des Kapuzinerklosters. Das Quellgebiet des ehemaligen Grubbauern (Lehen der Herrschaft Weinberg) befindet sich nun im Eigentum der Familie Pirklbauer in der Wiesmühlstraße.

Hölzerne Relikte gefunden

Anton Pirklbauer war dabei, als in den 1960er Jahren bei Brunnenarbeiten ein hölzernes Wassersammelbecken und alte Holzrohre und später bei Baggerarbeiten ein zweites, tiefer liegendes Holzbecken entdeckt und ausgegraben wurde. Wie lange vor 1562 wurde dieser Düker gebaut, ist diese Leitung zur Zeit des Schlossbaues entstanden oder hat sie einen unergiebigen Brunnen ersetzt? Alois Preinfalk glaubt nicht an einen weiteren Zufall, die Erforschung überlässt er allerdings einem, der noch ehrgeiziger ist als er.


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