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FREISTADT.Zahlreiche Bürger haben die offizielle Inbetriebnahme der erweiterten Kläranlage des Reinhaltungsverbands Freistadt und Umgebung (RHV) und den Tag der offenen Tür gefeiert. Mit einer Investition von rund fünf Millionen Euro in Kapazitätserweiterung, Betriebssicherheit und Energieeffizienz zählt die Anlage nun zu den modernsten der Region.

  1 / 3   Klaus Wachtveitl (Land OÖ), Christian Affenzeller (CEO Machowetz & Partner Consulting Ziviltechniker GmbH), StR Dietmar Weinzinger (Stadtgemeinde Freistadt), VzBgm. Sonja Seifried (Stadtgemeinde Freistadt), Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, Bürgermeister Günter LORENZ (Marktgemeinde Rainbach) Obmann Mag. Klemens Dedl, Bürgermeister Josef Eilmsteiner (Gemeinde Waldburg) Bürgermeister Christian Gratzl (Stadtgemeinde Freistadt ), Bürgermeister Stefan Weißenböck (Gemeinde Grünbach) NR Vzbgm. Johanna Jachs (Stadtgemeinde Freistadt), Gemeindevorstand Herbert Ahorner (Marktgemeinde Lasberg) und GF Gerhard Kerschbaummayr (Foto: Margot Haag)

Landesrat Stefan Kaineder betonte in seiner Ansprache die historische Bedeutung geordneter Abwasserentsorgung: „Von der Antike über das Mittelalter bis heute – saubere Gewässer sind die Lebensader jeder Gesellschaft. Mit dieser Erweiterung schützen wir unsere Umwelt, stärken die Gesundheit und schaffen Versorgungssicherheit für kommende Generationen. Klimaschutz und Daseinsvorsorge gehören zusammen – hier in Freistadt zeigen wir, wie das geht.“

Stärker, sicherer, effizienter

Bei den Führungen informierte das Anlagen-Team über die neuen Komponenten:

Eine zweite Rechenstraße für höhere Zulaufmengen – nahezu vollständige Redundanz und damit deutlich mehr Betriebssicherheit. Ein fünftes Belebungsbecken als Kapazitätspuffer, damit steigende Schmutzfrachten zuverlässig abgebaut werden. Ein Austausch großer Energieverbraucher (Pumpen, Belüfterkompressoren) durch energieeffiziente Aggregate.

Ein zweiter Faulturm für bessere Stabilisierung des Klärschlamms und höhere Gasausbeute; diese speist ein neues, größeres BHKW. Ein größerer Gasspeicher macht den Betrieb noch flexibler – so werden 60 bis 80 Prozent des Strombedarfs im eigenen Haus erzeugt.

Mit der neuen, größeren PV-Anlage rückt die Energie-Autarkie der Kläranlage in greifbare Nähe. 

Stimmen aus der Region

Geschäftsführer Gerhard Kerschbaummayr dankte den Gründungsbürgermeistern für Weitsicht und interkommunale Zusammenarbeit schon vor mehr als 30 Jahren. Bürgermeister Christian Gratzl (Freistadt) hob den Zusammenhalt der Verbandsgemeinden hervor: „Wir bleiben beim WIR – heute und in Zukunft.“

Auch die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden unterstrichen die parteiübergreifend gute Zusammenarbeit im RHV. Die Nationalratsabgeordnete Johanna Jachs erinnerte daran, „dass kritische Infrastruktur oft im Hintergrund wirkt – und gerade deshalb unersetzlich ist“.

Starke kommunale Struktur

Der Reinhaltungsverband (RHV) Freistadt und Umgebung besteht seit 1992 aus der Stadtgemeinde Freistadt, den Gemeinden Rainbach und Lasberg sowie Grünbach und Waldburg. Seit 2017 läuft eine Kanalwartungskooperation mit Hirschbach, sowie den Gemeinden Reichenau und Schenkenfelden. Die Kläranlage verfügt nach dem Ausbau über eine Kapazität von 48.000 Einwohnerwerten. 

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder abschließend: „Wir investieren hier doppelt klug: in klimafitte Infrastruktur und in regionale Wertschöpfung. Jeder Kilowattstunden-Eigenstrom, jede redundante Anlage macht Oberösterreich widerstandsfähiger – ökologisch und wirtschaftlich. Packen wir das gemeinsam weiter an.“

Fakten

Investitionssumme: ca. 5 Millionen Euro

Kernmaßnahmen: 2. Rechenstraße (Redundanz), 5. Belebungsbecken (Kapazität), Tausch von Pumpen/Kompressoren (Effizienz), 2. Faulturm + größeres BHKW + Gasspeicher, PV-Ausbau

Energie: 60–80 Prozent Eigenstrom durch Faulgas + PV, Ziel nahe Energieautarkie

Kapazität: 48.000 EW

Träger: RHV Freistadt u. Umg. (Freistadt, Rainbach, Lasberg, Grünbach, Waldburg); Kanalwartungskooperation mit Hirschbach, Reichenau, Schenkenfelden


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