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"Wollen sichtbarer werden": Rotes Kreuz im Bezirk setzt neue Impulse

Regina Wiesinger, 20.03.2026 13:12

BEZIRK FREISTADT. Noch stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, ist das langfristige Ziel des Roten Kreuzes im Bezirk. Im vergangenen Jahr wurden dafür mehrere Schwerpunkte gesetzt.

  1 / 3   Das Jugendrotkreuz ist sehr beliebt, in St. Leonhard und Leopoldschlag gibt es neue Gruppen. Tragwein wurde reaktiviert. (Foto: Jasmin Haider)

Eine der größten Neuerungen war die Einführung von „Essen auf Rädern“ in den Gemeinden Leopoldschlag und Rainbach. Dass dieses Projekt so gut angenommen wurde und sich beinahe zum Selbstläufer entwickelt hat, damit hatte Bezirksstellenleiterin Andrea Wildberger nicht gerechnet: „Essen auf Rädern im Norden des Bezirks entwickelt sich sehr gut. Die Freiwilligen rittern regelrecht darum, wer mittags fahren darf. Die Mitarbeiter freuen sich, gebraucht zu werden, und die Dankbarkeit der Klienten gibt ihnen viel zurück.“ Derzeit bringen 31 Mitarbeiter – davon allein in Rainbach und Leopoldschlag 24 Personen – Essensportionen zu 137 Klienten.

Mit diesem Projekt wird auch sichtbar, dass Ehrenamt in Zukunft anders gedacht werden muss. Wildberger: „Es muss in den Köpfen der Interessierten ankommen, dass man auch mit ein bis zwei Stunden pro Woche viel bewirken kann. Es gibt viele verschiedene Einsatzbereiche im Roten Kreuz, da ist für jeden etwas dabei.“ Angesichts der demografischen Entwicklung rückt der Ausbau der sozialen Dienste immer stärker in den Fokus. Gemeinsames Ziel aller Anbieter ist es, die steigende Nachfrage bestmöglich zu bewältigen.

Dass das Engagement im Roten Kreuz ungebrochen hoch ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Die Anzahl der freiwillig geleisteten Stunden ist auf mehr als 212.000 gestiegen – dazu zählen alle Bereiche, wie das Jugendrotkreuz, die sozialen Dienste, der Rettungsdienst und viele weitere mit rund 1.400 Mitarbeitern. Übrigens gleich viele, wie es Einwohner in der Gemeinde St. Leonhard gibt.

Engagement auf hohem Niveau

Rund um die Uhr sorgen 549 Rotkreuz-Mitarbeiter für die rettungsdienstliche Versorgung im Bezirk – freiwillig, beruflich oder im Zivildienst. Zusätzlich sind in einigen Gemeinden First Responder im Einsatz, um die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte zu überbrücken, etwa in St. Leonhard. First Responder sind ausgebildete Personen, die bei schweren Notfällen alarmiert werden und helfen, bis die Rettung eintrifft.

Neue Ortsstelle als starkes Signal

Durch die First Responder und eine sehr aktive Rotkreuz-Jugend wurde Ende des Jahres 2025 in St. Leonhard eine nicht krankenwagenführende Ortsstelle gegründet. „Eine Neugründung einer Ortsstelle ist etwas ganz Besonderes im Roten Kreuz und nicht sehr häufig, aber es sollen noch weitere folgen“, blickt die Bezirksstellenleiterin optimistisch in die Zukunft. Prädestiniert dafür wäre die Gemeinde Leopoldschlag. Dort hat sich innerhalb kurzer Zeit eine aktive und große Jugendgruppe gebildet. 326 Kinder und Jugendliche sowie 55 Gruppenhelfer und Gruppenleiter sind an den Ortsstellen aktiv – eine Verdoppelung seit 2020. „Wir sind einer der stärksten Bezirke, was das Jugendrotkreuz angeht. Uns ist es wichtig, dass sich die Jugend für das Ehrenamt begeistert“, sagt Bezirksgeschäftsleiter Gerald Roth.

Ausblick auf das Jahr 2026

Ein großes Projekt, das auf das Rote Kreuz zukommt, ist der Neubau der Dienststelle in Bad Zell. Der Spatenstich dazu wird noch im Frühling erfolgen. 1,2 Millionen Euro wird das Rote Kreuz im Bezirk dafür selbst aufbringen.

Weiters steht die Neugründung einer Jugendgruppe in Leopoldschlag an. Dort haben sich innerhalb kurzer Zeit viele engagierte Kinder und Jugendliche gefunden, die sich im Jugendrotkreuz engagieren wollen. „Diese Jugendgruppe ist keinesfalls eine Konkurrenz zur Feuerwehrjugend, sondern ein zusätzliches Angebot. Gemeinsam wollen wir die Jugend für Freiwilligenarbeit begeistern“, betont Wildberger. „Wir möchten Werte vermitteln, die Gemeinschaft stärken und zeigen, wie schön Helfen ist“, ergänzt Gerald Roth.

Übungen und Veranstaltungen im Frühjahr

Am Freitag, 11. April 2026, findet eine erste große Bezirksübung in Unterweißenbach statt. Bei der „EXIT 2026“ werden rund 70 Personen zu betreuen sein. Die Übung des Roten Kreuzes findet gemeinsam mit der Feuerwehr und der Polizei statt und soll mit einem realitätsnahen Szenario auf mögliche Ernstfälle vorbereiten. Die Bevölkerung ist eingeladen, die Übung als Zuschauer zu verfolgen.

Am Montag, 21. April 2026, und am Dienstag, 29. April 2026, zeigen Jugendrotkreuz-Teilnehmer in Sandl und Wartberg ihr Wissen und Können.

Am Freitag, 30. Mai 2026, findet die „RESCOM25“ – ein Team-Bewerb für Sanitäter und Jugendrotkreuz-Mitglieder – in Bad Zell statt.


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