Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe: Schüler sollen aus Tschernobyl lernen
FREISTADT. Unter dem Titel „Das Ende einer Illusion – Aus Tschernobyl lernen“ fand im Salzhof in Freistadt eine Informationsveranstaltung für Schülerinnen und Schüler statt. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit Atomenergie und ihren Risiken.

Anlässlich des 40. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde die Entwicklung der Atomkraft kritisch beleuchtet. Die damalige Explosion im Reaktor habe das Bild der Atomenergie als sichere und moderne Stromquelle nachhaltig verändert. Gleichzeitig sei das öffentliche Bewusstsein im Laufe der Jahrzehnte wieder zurückgegangen, während die Debatte über Kernenergie erneut an Bedeutung gewonnen habe.
Die Veranstaltung wurde vom Anti-Atom-Komitee gemeinsam mit der Organisation atomstopp_atomkraftfrei leben! organisiert und richtete sich an Schulklassen aus dem Bezirk Freistadt. Ursprünglich war die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb als Vortragende vorgesehen, sie musste jedoch kurzfristig verletzungsbedingt absagen.
Eingesprungen ist der Sicherheits- und Risikoforscher Nikolaus Müllner. Er schilderte den rund 350 Schülern und Lehrkräften die Hintergründe der Katastrophe von Tschernobyl und erklärte, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Im Anschluss sprach Markus Drapalik von der Universität für Bodenkultur Wien über den Zusammenhang verschiedener Energietechnologien und deren Risiken.
Atomkraft mit starker Lobby
Die Veranstalter betonten, dass die Atomenergie trotz sinkender Bedeutung weiterhin eine starke Lobby habe und als mögliche Zukunftsoption diskutiert werde. Gleichzeitig verwiesen sie auf bestehende Herausforderungen wie Atommüll, Kosten und Sicherheitsrisiken.
Ziel der Veranstaltung sei es gewesen, insbesondere junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Energiefragen anzuregen und Argumente der Atomenergie-Debatte zu hinterfragen.


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