Gemeinde trauert um Eduard Röthlin
LASBERG. Eduard Röthlin, ältester Priester der Diözese Linz, emeritierter Pfarradministrator von Lasberg und Ehrenbürger von Lasberg, ist am 14. Juli 2026 im 97. Lebensjahr in Lasberg verstorben.

Eduard Röthlin wurde am 20. November 1929 in Waldhausen als Sohn schweizerischer Zuwanderer geboren. Aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkriegs musste er in die Schweiz ziehen und 1950 seine Matura am Gymnasium von Sarnen ablegen. Anschließend studierte er von 1950 bis 1957 an der Universität Innsbruck und promovierte dort zum Doktor der Theologie. Am 7. August 1955 wurde Eduard Röthlin in Waldhausen zum Priester geweiht.
„Ältester Pfarrer der Diözese Linz“
Als junger Priester wurde er zuerst von 1957 bis 1964 als Kaplan nach Wels in die damals neu gegründete „Vorstadtpfarre“ bestellt und anschließend von 1964 bis 1969 in die Pfarre Schärding. Von 1969 bis 1971 war Eduard Röthlin Pfarrer von Linz-St. Michael (Bindermichl). Danach wurde er als Spiritual ans Linzer Priesterseminar bis 1977 berufen. Während dieser Zeit war er auch als Dozent für Aszetik und Mystik an der Katholisch-Theologischen Hochschule der Diözese Linz tätig. Im September 1977 wurde Dr. Röthlin zum Pfarrer von Wels-St. Stephan installiert, dieses Amt sollte er bis August 1999 innehaben. Im Alter von 70 Jahren wurde Eduard Röthlin dann Pfarradministrator von Lasberg. 25 Jahre später emeritierte er im August 2024 als damals „ältester Pfarrer der Diözese Linz“.
Pfarrseelsorger und Religionslehrer
Röthlin hat als Priester zusätzlich zur Pfarrseelsorge auch andere Aufgaben und Funktionen wahrgenommen: Er war als Religionslehrer an verschiedensten Schulen in Wels, Schärding und Linz und auch als Betriebsseelsorger tätig. Geprägt durch den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils, der liturgischen Bewegung und der darin begründeten Aufbruchstimmung war es ihm ein großes Anliegen, Strukturen zu schaffen, damit der Glaube am Puls der Zeit verkündigt werden kann.
Er setzte seine Charismen auch auf diözesaner Ebene als Vorsitzender der Ökumenischen Kommission (1974–1994), als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft zur Erstellung des deutschen Stundenbuchs (1977) und als Geistlicher Assistent der Pastoralassistenten ein. Pionierarbeit leistete Eduard Röthlin insbesondere für die Ständigen Diakone der Diözese Linz. Von 1976 bis 2009 war er deren Ausbildungsleiter und legte für sie einen wichtigen Grundstein für den künftigen Einsatz in den Pfarrgemeinden und der kategorialen Seelsorge.
Von Papst zum „Monsignore“ ernannt
Seine besonderen Verdienste wurden seitens des Bischofs von Linz mit der Verleihung der Titel Geistlicher Rat und Konsistorialrat geehrt. Im Jahr 1986 wurde Eduard Röthlin von Papst Johannes Paul II. zum „Kaplan Seiner Heiligkeit“, zum „Monsignore“, ernannt. Die politische Gemeinde Lasberg würdigte sein Wirken um die Pfarre und die Bevölkerung von Lasberg 2015 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.
Abschied
Die Möglichkeit, persönlich vom Verstorbenen Abschied zu nehmen, besteht am Freitag, 17. Juli 2026 ab 9 Uhr in der Aufbahrungshalle Lasberg. Am Freitag, 17. Juli 2026 wird um 19.30 Uhr in der Kirche von Lasberg für Monsignore Eduard Röthlin gebetet.
Am Samstag, 18. Juli 2026 wird der Verstorbene um 9.45 Uhr von der Aufbahrungshalle Lasberg zur Kirche geleitet, wo das Requiem gefeiert wird. Anschließend wird Eduard Röthlin auf dem Friedhof von Lasberg beigesetzt.


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