Vogelrettung nach Sturmdrama – Zwei junge Wiedehopfe sind wohlauf
BEZIRK FREISTADT. Ein umgestürzter Brutbaum brachte eine Wiedehopf-Familie im Bezirk Freistadt in Lebensgefahr – dank des raschen Einsatzes des Naturschutzbundes Oberösterreich konnten zwei Jungvögel dennoch erfolgreich ausfliegen.

Der Wiedehopf (Upupa epops) ist in Oberösterreich ein sehr seltener Brutvogel. Zwar ist das Jahr 2026 hinsichtlich Wiedehopf-Bruten in Oberösterreich ein Rekordjahr, dennoch sind geeignete Brutplätze für den exotisch bunten Vogel oft Mangelware. Das Artenschutzprojekt Wiedehopf des Naturschutzbundes Oberösterreich setzt sich für den Erhalt von natürlichen Bruthöhlen ein – doch gehen geeignete Brutbäume immer mehr verloren.
So geschah es leider auch mit einer alten Eiche im Bezirk Freistadt, in der sich eine vor einigen Jahren vom Buntspecht gemachten Höhle, in zehn Meter Höhe befand. Im April wurde sie von einem Wiedehopf-Paar als Brutstätte ausgewählt. Nach der dreiwöchigen Brutzeit – beim Wiedehopf brütet alleine das Weibchen – wurden die Jungen anfangs noch vom weiblichen Vogel gehudert und vom Männchen mit Nahrung versorgt.
Sturm riss Baum um
Ein orkanartiger Sturm riss Ende Mai die mächtige Eiche um und der Baum krachte zu Boden. Dabei brach der Stamm an der Rückseite der Bruthöhle auseinander. Wie durch ein Wunder überlebten drei der jungen Wiedehopfe im Alter von zirka fünf Tagen, einer lag tot daneben. Wie viele Jungvögel bei dem tragischen Ereignis tatsächlich aus der Höhle geschleudert wurden und ebenfalls ums Leben kamen, ist unklar. Wiedehopfe legen zwischen fünf bis neun, ausnahmsweise auch bis zu zwölf Eier.
Live-Ansicht
Durch die intensive Betreuung dieser Brut durch Naturschutzbund Oberösterreich Projektleiterin Heidi Kurz wurde die offene, waagrecht gelegene Nische, in der sich die Jungvögel befanden, mit einem Stück Holz verkleinert und am gegenüber liegendem Ast eine Kamera mit Live-Ansicht montiert, um zu schauen, ob die Kleinen von den Eltern weiterhin versorgt werden. Und so geschah es auch! Beide Altvögel suchten die offene Stelle, in der sich der Nachwuchs befand, und fütterten eifrig weiter. Wiedehopf brüten gerne in Bodennähe und ausnahmsweise auch höher in bis zu zehn Meter Höhe.
Rasches Handeln verhinderte Schlimmeres
Die darauffolgenden Tage waren sehr regnerisch und für die Jungen lebensbedrohlich. Außerdem war die Öffnung der Nische für Prädatoren wie Katze, Mader oder Fuchs gut zugänglich. Ebenso machte das Nesthäkchen zu dieser Zeit leider keinen so munteren Eindruck mehr.
Ein Spezialnistkasten sollte die Brut vor Nässe und Kälte schützen und wurde oberhalb der Bruthöhle auf dem Stamm montiert, die Jungen in die trockne Einstreu (feiner Mulch/Mulm) verlegt und per Video das weitere Verhalten der Eltern mitverfolgt. „Sichtlich erleichtert über die neu geschaffene Bruthöhle wurde diese gleich angenommen“, sagt Naturschutzbund-Ornithologin Heidi Kurz.
Nest erfolgreich verlassen
Im acht Minuten Takt schafften die Altvögel große Insektenlarven und Maulwurfsgrillen, die sie aus dem Boden herausstocherten, herbei. „Das jüngste Junge hat diese sensible Zeit leider nicht überlebt, die beiden anderen nahmen jedoch kräftig an Gewicht zu und entwickelten sich erstaunlich gut und schnell.“
Zwei junge Wiedehopfe konnten die „Ersatz-Bruthöhle“ erfolgreich verlassen – Glück im Unglück und ein Beispiel dafür, wie Artenschutz auch passieren kann. Gefördert wird das Artenschutzprojekt seit einigen Jahren von der Steuerberatungsfirma BDO, privaten Spendern und basiert in enger Kooperation mit der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich.
Der Naturschutzbund Oberösterreich freut sich über Wiedehopf-Beobachtungen gerne per E-Mail und mit Foto an oberoesterreich@naturschutzbund.at oder auf unserer Plattform www.naturbeobachtung.at mit Bild beziehungsweise der gleichnamigen App.


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