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Windkraft im Mühlviertel - Drei Großprojekte der Region im Genehmigungsverfahren

Mag. Michaela Maurer, 13.07.2026 11:52

BEZIRK. Mit den Windparks Sandl, Königswiesen/St. Georgen am Walde und dem Projekt Schiffberg in Rainbach im Mühlkreis stehen drei große Windkraftvorhaben im Mühlviertel in laufenden Genehmigungsverfahren. 

Symbolfoto: In Königswiesen/St. Georgen am Walde, Sandl und Rainbach sind Winpark-Projekte geplant. (Foto: stock.adobe.com/Anselm)

Der Ausbau der Windkraft in Oberösterreich wurde über viele Jahre hinweg auf Eis gelegt. Nun kommt Bewegung in die Sache: Seit rund zwei Jahren werden von Projektwerbern wieder große Windparks zur Genehmigung eingereicht. 

Mittlerweile sind in Oberösterreich in der Umweltrechtsabteilung/UVP Behörde in Zuständigkeit von Umweltlandesrat Stefan Kaineder sechs Genehmigungsverfahren zu großen Windkraftprojekten anhängig. In unterschiedlichen Prüfungsstadien befinden sich derzeit der Windpark Königswiesen, der Windpark Sandl, der Windpark Kobernaußerwald, der Windpark Sternwald, der Windpark Steiglberg sowie ganz neu der Windpark Schiffberg.

Projekte in der Region Freistadt und Perg

Das Projekt in Königswiesen und St. Georgen am Walde (zehn Anlagen, 72 Megawatt) wurde bei der UVP-Behörde am 28. Juni 2024 zur UVP eingereicht. Aktueller Stand: Die öffentliche Auflage erfolgte von 27.05. – 10.07.2026. Nächster Schritt ist die Befassung der Sachverständigen mit den eingelangten Stellungnahmen und die Erstellung der zusammenfassenden Bewertung. Danach folgt die mündliche Verhandlung.

Projekt Sandl

Das Projekt in Sandl (19 Anlagen, 137 Megawatt, in einer geplanten Ausschlusszone) wurde am 20. November 2024 zur Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Behörde eingereicht.Aktueller Stand: Die öffentliche Auflage der Projektunterlagen fand von 06.05.2026 bis 17.06.2026 statt. Insgesamt sind während der (österreichischen) Auflagefrist 119 Stellungnahmen bzw. Einwendungen eingelangt. Die eingelangten Stellungnahmen werden derzeit gesichtet und fachlich beurteilt. Das Ergebnis fließt in die zusammenfassende Bewertung und in den Bescheid ein. Nächster Schritt ist die Befassung der Sachverständigen mit den eingelangten Stellungnahmen und die Erstellung der zusammenfassenden Bewertung. Danach folgt die mündliche Verhandlung, voraussichtlich noch im heurigen Jahr.

Projekt Rainbach

Windpark Schiffberg – 3 Anlagen – 23,4 MegawattDas Projekt in Rainbach im Mühlkreis (Windpark Schiffberg, drei Anlagen, 23,44 Megawatt) wurde am 06. Juli 2026 zur Genehmigung bei der UVP-Behörde eingereicht. Aktueller Stand: Die Einreichunterlagen werden von der Behörde gesichtet und Sachverständige für die erforderlichen Fachbereiche namhaft gemacht bzw. bestellt. Anschließend erfolgt die Prüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit und Qualität durch die Sachverständigen.

„Sauberes Instrument“

„Die Oberösterreicher, unsere Wirtschaft und Industrie brauchen dringend günstigen und erneuerbaren Strom. Die Windkraft ist das fehlende Puzzlestück, das uns Energie bringt, wenn die Sonne nicht scheint. Ich bin sehr stolz, dass wir es trotz der politischen Blockaden geschafft haben, nun bereits sechs bedeutende Windkraftprojekte in Genehmigungsverfahren zu haben. Es zeigt, dass sich die Ermutigung der Projektanten, sich diesem Widerstand nicht zu beugen, sondern Projekte zur Umweltprüfung einzureichen, gelohnt hat. Mit der UVP-Prüfung gibt es ein sauberes und rechtssicheres Instrument für Umwelt, Projektanten und Bewohnern, dem vertraut wird. Genau dafür ist die UVP da. Sie schaut genau hin: auf die Verträglichkeit für Natur, Tiere, Landschaft, Gemeinden und auch auf die Frage, wie wir sauberen Strom für Oberösterreich schaffen“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.

Im Rahmen des umfassenden Verfahrens werden alle wesentlichen Aspekte eines Projekts betrachtet und seine Umweltauswirkungen eingehend geprüft. Auswirkungen auf Natur, Artenvielfalt und Landschaft werden umfassend erhoben. Zugleich werden wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Interessen sorgfältig gegeneinander abgewogen. Dadurch entsteht Qualität und damit auch Akzeptanz vor Ort. Die öffentliche Beteiligung stellt sicher, dass Anliegen aus der Region einfließen und mögliche Konflikte frühzeitig reduziert werden können. 

„Verbotszonen aufgeben“

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder fordert von der ÖVP-FPÖ geführten Landesregierung: „Der nächste Schritt muss sein, die geplanten Verbotszonen für Windkraft endgültig aufzugeben. Oberösterreich braucht Windkraft und keine Windkraftverbote. Wer aus politischen Gründen Windräder verbieten will, verhindert leistbaren Strom für Familien, Betriebe und Gemeinden. Besonders absurd ist es, wenn Projekte wie jenes in Sandl durch politisch verlautbarte Verbotszonen ausgebremst werden sollen, während die UVP längst läuft. Die von ÖVP und FPÖ geplanten Verbotszonen zielen darauf ab, konkrete umsetzungsreife Windkraftprojekte im Mühlviertel und am Saurüssel im Hausruckviertel zu verhindern. Damit muss endlich Schluss sein.“ 

Zustimmung von Eypeltauer

„Es ist erfreulich, dass Projektwerber weiter an die Verwirklichung des vollen Windkraftpotenzials in Oberösterreich glauben, obwohl der schwarze Landesrat Markus Achleitner mit seinen Verbotsplänen rund um die Ausschlusszonenverordnung das genaue Gegenteil signalisiert. Wer leistbare, regionale Energie aus Oberösterreich und den Industriestandort stärken will, darf die Windkraft nicht politisch ausbremsen“, sagt Neos OÖ Klubobmann Felix Eypeltauer zur aktuellen Situation rund um UVPs. 


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