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BEZIRK FREISTADT. Außerfamiliäre Hofnachfolge wird für immer mehr landwirtschaftliche Betriebe zu einer Möglichkeit, das eigene Lebenswerk weiterzugeben. Der Verein Perspektive Landwirtschaft bringt Hofübergebende und Hofsuchende zusammen und begleitet sie auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunft. Auch ein Landwirte-Paar nahe Pregarten sucht derzeit Hofnachfolger.

Neuer Eigentümer gesucht: Ein Landwirte-Paar nahe Pregarten wünscht sich eine Hofnachfolge für ihren Betrieb. (Foto: Privat)

Die Weitergabe eines landwirtschaftlichen Betriebes ist mehr als eine wirtschaftliche Entscheidung. Viele Höfe wurden über Generationen aufgebaut und prägen das Ortsbild sowie die Kulturlandschaft. Fehlt eine Nachfolge innerhalb der Familie, steht häufig die Aufgabe des Betriebes im Raum. Eine Möglichkeit, den Betrieb zu erhalten, ist die außerfamiliäre Hofnachfolge.

Verein knüpft Kontakte

Der Verein Perspektive Landwirtschaft beschäftigt sich seit 2013 mit diesem Thema und setzt sich für außerfamiliäre Hofnachfolge, Kooperationen und den Einstieg in die Landwirtschaft ein. Über die Online-Plattform des Vereins können Hofübergebende und Hofsuchende miteinander in Kontakt treten. Bildungsangebote und Veranstaltungen informieren zudem über rechtliche, wirtschaftliche und zwischenmenschliche Fragen rund um die Hofübergabe. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und Betrieben eine Zukunft zu geben. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen Studien (Bedarfsstudie zur außerfamiliären Hofübergabe in Österreich): Rund 29 Prozent der Betriebsleiter über 50 Jahre verfügen über keine gesicherte Nachfolge. Gleichzeitig gibt es Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen oder einen Betrieb übernehmen möchten. Außerfamiliäre Hofnachfolge kann hier eine Möglichkeit sein, Lebenswerke zu erhalten und jungen, interessierten Menschen den Zugang zur Landwirtschaft zu eröffnen.

Hof sucht Nachfolger

Ein Beispiel dafür gibt es derzeit nahe Pregarten. Ein Landwirte-Paar im Ruhestand sucht ein junges Paar oder eine Familie, die den Hof weiterbewirtschaften möchten. Der Betrieb wurde früher mit Milchvieh geführt, derzeit steht Ochsen- und Kalbinnenmast im Mittelpunkt. Die Hofübergebenden zeigen sich offen für neue Konzepte – etwa Hennenhaltung, Kräuteranbau oder andere Betriebszweige. Gebäude und Maschinenpark befinden sich in gutem Zustand, zudem steht eine Wohnmöglichkeit direkt am Hof zur Verfügung. Der Betrieb liegt auf rund 600 Metern Seehöhe und verfügt über Flächen rund um das Wohnhaus.

Ein Jahr auf Probe

Die Übergabe soll schrittweise erfolgen. Geplant ist zunächst eine Pacht, später eine Übergabe über Leibrente oder Zeitrente. „Ein Jahr Probe, das ist eh normal. Und dann kann man schauen, wie man übergibt. In dem Jahr kann man viel reden und schauen, ob es zusammenpasst“, beschreiben die Hofübergebenden ihren Zugang. Wichtig seien ihnen Offenheit und gegenseitiges Kennenlernen. Den künftigen Bewirtschaftern möchten sie bewusst Freiraum lassen. Auch neue Ideen seien willkommen: „Junge Leute haben mehr gute Ideen.“ Besonders wichtig sei dem Paar Ehrlichkeit. „Ehrliche Leute, die es ernst nehmen“, wünschen sich die Hofübergebenden. Der Wunsch gehe aber über die Weiterführung des Betriebes hinaus: „Wir haben auch kleine Kinder sehr gerne und würden uns über eine Familie mit Kindern oder ein junges Paar freuen.“ Für die Hofübergebenden steht jedenfalls fest: Die nächste Generation muss nicht zwingend aus der eigenen Familie kommen. Entscheidend ist, dass jemand Freude an der Landwirtschaft hat, Verantwortung übernehmen möchte und bereit ist, den Hof mit eigenen Ideen in die Zukunft zu führen. Wer sich für den Hof interessiert, kann über die Plattform von Perspektive Landwirtschaft Kontakt aufnehmen: www.perspektive-landwirtschaft.at.

Info-Veranstaltung in Arnreit

Am 9. und 10. Oktober lädt der Verein zu zwei Terminen am Ebnerhof in Arnreit (Bezirk Rohrbach) ein. Den Auftakt macht am Freitag, 9. Oktober, um 13 Uhr der Kommunikationsworkshop „Jeder Hof zählt!“ mit Kommunikationsexpertin Michi Sandmayr und Hofübernehmerin Maria Grünbacher. Am Samstag, 10. Oktober, um 10 Uhr folgt mit „Lebenswerke übergeben und neu beginnen“ ein Kennenlernformat für Hofsuchende, Hofübergebende und Interessierte.


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