30 Jahre Werkstätte Wartberg - Ein Ort für gelebte Teilhabe
WARTBERG. Mit einem Jubiläumsfest feiert die Werkstätte Wartberg ihr 30-jähriges Bestehen.

Was 1993 mit dem Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Wartberg und dem Diakoniewerk begann, entwickelte sich zu einem regional verankerten Beschäftigungsangebot für Menschen mit Behinderungen. Aus dem ehemaligen Schulhaus entstand eine Werkstätte, die heute rund 40 Beschäftigungsplätze bietet und Menschen unterschiedliche Möglichkeiten eröffnet, ihre Fähigkeiten einzubringen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Von der ehemaligen Schule zur Werkstätte
Die Idee hinter der Werkstätte Wartberg war von Beginn an, einen wohnortnahen Arbeits- und Beschäftigungsort für Menschen mit Behinderungen aus der Region Mühlviertel zu schaffen. Mit der Eröffnung vor 30 Jahren wurde zugleich ein neuer Weg eingeschlagen: Erstmals wurde eine Werkstätte des Diakoniewerks bewusst außerhalb des zentralen Standorts am Linzerberg in Gallneukirchen eingerichtet. Dezentralisierung und die stärkere Einbindung in das regionale Umfeld waren wesentliche Leitgedanken.
Zu Beginn standen 20 Beschäftigungsplätze zur Verfügung. Gearbeitet wurde unter anderem in einer Keramikwerkstatt, im textilen Bereich, beim Flechten und bei kleineren Holzarbeiten. Auch ein Webstuhl sowie Sortier- und Verpackungsarbeiten für Unternehmen gehörten zum Angebot. Für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gab es eine eigene Fördergruppe.
Integrative Beschäftigung
Neben den Tätigkeiten in der Werkstätte bietet die Integrative Beschäftigung seit rund zehn Jahren Möglichkeiten, direkt in Betrieben und Einrichtungen der Region mitzuarbeiten. Dazu zählen unter anderem Tätigkeiten bei Billa in Pregarten, in der Gemeinde, in der Pfarre, in der Bücherei oder bei der Postpartnerstelle. Ein aktuelles Zukunftsprojekt ist die geplante Zusammenarbeit mit dem Nahversorger Nah&Frisch in Wartberg. Damit entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten mitten im gesellschaftlichen Leben.
Über die Jahre ist ein Netzwerk entstanden, das vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet und die Werkstätte fest in der Region verankert. Dazu zählen die Postpartnerstelle, die das Diakoniewerk im Auftrag der Gemeinde betreibt, das Mitwirken beim Adventmarkt sowie die Zusammenarbeit mit regionalen Vereinen. Auch der Behindertensport in Wartberg hat hier seine Wurzeln. Seine Anfänge liegen mittlerweile 20 Jahre zurück.
Menschen und ihre Geschichten im Mittelpunkt
Gerald Steiner ist seit der Eröffnung dabei. Während er zu Beginn unter anderem Teppiche webte und Keramik glasierte, übernimmt er heute vielfältige Aufgaben im Haus und arbeitet zusätzlich bei der Postpartnerstelle, am Friedhof und in der Kirche mit. Besonders stolz ist er darauf, selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und wieder nach Hause zu fahren.
Auch Manfred Gusenbauer bringt seine besonderen Fähigkeiten ein. Das Töpfern auf der Scheibe hat er gelernt und ist darin mittlerweile besonders geübt. Lena Gierer, die noch nicht so lange in der Werkstätte arbeitet, hat ihren Platz gefunden und schätzt vor allem die gemeinsamen Aktivitäten wie Spaziergänge, Musikangebote und Walken.
Entwicklung mit Blick auf die Zukunft
„Die Werkstätte Wartberg steht seit 30 Jahren für eine Entwicklung, die weit über einen Beschäftigungsort hinausgeht. Es geht darum, Menschen mit Behinderungen Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Fähigkeiten einzubringen, eigene Perspektiven zu entwickeln und selbstverständlich Teil der Gesellschaft zu sein“, sagt Dorothea Dorfbauer, Geschäftsführerin im Diakoniewerk.
Landtagsabgeordneter Josef Naderer überbrachte in Vertretung von Landesrat Christian Dörfel die Grußworte des Landes Oberösterreich: „Inklusion entsteht nicht durch Gesetze und Programme. Sie entsteht, wo Menschen einander begegnen, miteinander arbeiten und füreinander Verantwortung übernehmen! Das passiert in der Werkstatt Wartberg seit nunmehr 30 Jahren. Alles Gute weiterhin!“ Rund 170 Gäste feierten das Jubiläum.








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