Einsatzkräfte warnen vor Gaffern und Drohnen an Einsatzorten
BEZIRK FREISTADT. Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Notarzt, Polizei und Flugrettung appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Einsatzstellen zu meiden, Absperrungen zu respektieren und von Foto- und Videoaufnahmen abzusehen. Besonders Drohnen stellen im Umfeld von Rettungshubschraubern ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Ein aktueller Einsatz im Bezirk Freistadt verdeutlicht die möglichen Folgen von Schaulust und unbefugten Drohnenflügen. Rettungs- und Notarztteams wurden zu einem medizinischen Notfall alarmiert. Vor Ort musste eine Frau reanimiert und notfallmedizinisch versorgt werden. Aufgrund ihres äußerst kritischen Zustands wurde sie an die Besatzung des inzwischen eingetroffenen Rettungshubschraubers übergeben und in ein Krankenhaus geflogen.
Während die Polizei vor Ort damit beschäftigt war, zahlreiche Schaulustige vom Einsatzgeschehen fernzuhalten, kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Vorfall: Eine Drohne kreist über dem Einsatzort und bewegt sich in unmittelbarer Nähe des Hubschraubers, auch während des gesamten Startvorgangs.
Verlorene Minuten sind lebensgefährlich
„Unfallorte ziehen private Drohnenpiloten an, die spektakuläre Fotos oder Videos machen wollen. Diese Drohnen fliegen dann genau dort, wo der Rettungshubschrauber landen muss. Befindet sich eine Drohne im Luftraum über dem Einsatzort, kann der Hubschrauber aus Sicherheitsgründen oft nicht landen oder starten. Diese verlorenen Minuten können für Patienten lebensgefährlich sein“, sagt Stefan Noska, Leitender Flugretter, ÖAMTC Notarzthubschrauber Christophorus 10.
Sportplätze spielen wichtige Rolle
Sportplätze werden bei medizinischen Notfällen häufig als Landeplätze für Rettungshubschrauber genutzt, da sie in der Regel ausreichend Platz und gute Bedingungen bieten. Dies gilt auch dann, wenn sich der Notfall an einem anderen Ort, etwa in einem Privathaushalt, ereignet. Ist eine Landung direkt am Einsatzort nicht möglich, kann es erforderlich sein, die Patientin oder den Patienten zu einem geeigneten Landeplatz zu transportieren und dort an die Besatzung des Rettungshubschraubers zu übergeben.
Raum zum Arbeiten
Für Rettungsteams bedeuten Zuschauer an Einsatzstellen oft eine zusätzliche Belastung. „Unsere Priorität gilt ausschließlich der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten. Schaulustige behindern nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern beeinträchtigen auch die Privatsphäre von Menschen, die sich ohnehin in einer Ausnahmesituation befinden. Jeder Meter Abstand hilft uns dabei, schneller und sicherer helfen zu können“, sagt Manuel Reindl, als Notfallsanitäter bei diesem Einsatz dabei.
Auch die Polizei weist darauf hin, dass Einsatzbereiche bewusst abgesperrt werden und entsprechende Anweisungen der Einsatzkräfte unbedingt zu befolgen sind. „Absperrungen dienen dazu, die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Wer Einsatzorte betritt oder sich absichtlich Zutritt verschafft, gefährdet Personen und muss mit rechtlichen Konsequenzen und Geldstrafen rechnen“, sagt Corinna Landl, Polizei Freistadt.
Appell an die Bevölkerung
Einsatzkräfte stehen täglich bereit, um Menschen in Not zu helfen. Dafür benötigen sie Platz, Sicherheit und ungestörte Arbeitsbedingungen. Die gemeinsame Botschaft von Rettungsdienst, Polizei und Flugrettung lautet daher: Wer helfen möchte, hält Abstand. „Schauen Sie nicht zu, filmen Sie nicht und lassen Sie Ihre Drohnen am Boden. Denn jede Behinderung eines Einsatzes kostet wertvolle Zeit und kann im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden.“








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