Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

FREISTADT. Magdalena Steininger ist eine von 120 jungen Oberösterreichern, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen. Die 20-Jährige folgt einer Idee, die heuer genau 50 Jahre alt wird: Sie leistet einen Freiwilligen-Dienst in einer Sozialeinrichtung.

"Kennt man die Schicksale und Lebensgeschichten der Frauen, sieht man die Welt mit anderen Augen und man beginnt, auch den kleinen Freuden im Alltag mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt die 20-Jährige. Foto: Caritas OÖ

„Ich bin in der Frida tätig, im Caritas-Tageszentrum für wohnungslose Frauen in Linz“, erzählt die HAK-Absolventin. Eine Stunde bevor Frida aufsperrt, beginnt der Dienst von Magdalena Steininger: „Wir bereiten das kostenlose Frühstück vor.“ Wenn die Besucherinnen eintrudeln, wird vor allem geplaudert. Bei einer Tasse Kaffee erzählen die Frauen, wie es ihnen geht, was sie aufregt oder was sie vorhaben.

Weltbild ändert sich

„Besonders berührt es mich, dass ich den Frauen mit kleinen Dingen, wie ein paar Runden Uno spielen, eine große Freude machen kann. Kennt man die Schicksale und Lebensgeschichten der Frauen, sieht man die Welt mit anderen Augen und man beginnt, auch den kleinen Freuden im Alltag mehr Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt die 20-Jährige.

Obdachlosigkeit ist unsichtbar

Nach Bewerbung und Auswahlverfahren für das FSJ begann Magdalena Steininger mit ihrem Einsatz bei Frida. Seither sieht sie Obdachlose mit anderen Augen: „Bei vielen würde man es auf der Straße gar nicht bemerken, dass sie keine Wohnung haben. Oft stecken Schicksale und Krankheiten dahinter.“ Persönlich ist die Freistädterin seit ihrer Arbeit viel offener geworden und plaudert auch mit fremden Menschen, was sie früher nie getan hätte. Von den Caritas-Sozialarbeiterinnen bei Frida hat sie jede Menge gelernt: „Vor allem, wie man mit psychisch kranken Menschen umgeht – ich bin vorher damit noch nie in Berührung gekommen. „

Viele Einsatzbereiche

FSJ-Einsatzstellen bei der Caritas OÖ gibt es nicht nur in Obdachlosen-Einrichtungen, sondern in vielen Bereichen wie beispielsweise in Einrichtungen für alte Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigungen, oder auch in integrativen heilpädagogischen Kindergärten oder Horten. Wesentlich ist im FSJ, dass die jungen Menschen pädagogisch und fachlich begleitet werden. Einerseits von den Fachkräften bei der Caritas, andererseits von den Mitarbeitern vom Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste. Es gibt Seminare und Exkursionen, in denen sich die Jugendlichen mit ihren Erfahrungen auseinandersetzen.

FSJ ist berufsentscheidend

Rund 80 Prozent der Freiwilligen entscheiden sich nach dem FSJ für eine Ausbildung in einem sozialen oder pädagogischen Beruf. Viele Fachhochschulen oder Studienrichtungen, denen einschlägige Praxiserfahrungen ihrer Studierenden wichtig sind, sehen bei der Aufnahmeentscheidung das FSJ als wesentliche Zusatzqualifikation. Magdalena Steininger möchte an der Kepler-Universität Sozialwirtschaft inskribieren und berufsbegleitend an der Faschhochschule Soziale Arbeit studieren.

Der nächsten FSJ-Einsatz startet im Herbst 2018. Bewerben können sich alle im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Die Einsatzdauer beträgt zehn bzw. elf Monate (max. 34 Stunden pro Woche). Die Caritas OÖ bietet viele verschiedene Einsatzgebiete an. Nähere Infos unter www.fsj.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden