Helfen gegen "a guade Stund": Zeitgenossenschaft feiert ihren 12. Geburtstag
GUTAU. Die Zeitgenossenschaft ist ein Tauschkreis im Unteren Mühlviertel. Gegründet 2010 dient sie als Plattform für erweiterte Nachbarschaftshilfe. Die Währung ist eine „Guade Stund“.

Der Grundgedanke der Zeitgenossenschaft ist ähnlich wie bei anderen Tauschkreisen: Menschen helfen sich gegenseitig oder tauschen Dinge. Die Währung ist die „Guade Stund“. Eine Stunde Lebenszeit ist im Tauschkreis immer gleich viel wert, unabhängig von Ausbildung, Körperkraft oder Arbeitsgeschwindigkeit. Zum Beispiel hilft eine Zeitgenossin einem anderen beim Wegschaufeln eines Schotterhaufens und bekommt dafür eine Guade Stund. Diese Guade Stund gibt sie weiter und bekommt dafür z.B. einen Kuchen gebacken.
Getauscht werden kleinere Arbeiten und Waren
Meist sind es kleinere Arbeiten und Waren, die getauscht werden, also Dinge, für die es außerhalb des Tauschkreises kaum Anbieter gibt. Man wird kaum ein Unternehmen finden, das ein paar Meter Brennholz stapelt. Einen Helfer aus dem Tauschkreis findet man da schon eher, für zwei oder drei Stunden.
Nachbarschaftshilfe ist dank „Umlaufsicherung“ seit 2010 nicht eingeschlafen
„Ein Unterschied zu anderen Tauschkreisen ist unsere ,Umlaufsicherung‘: Guade Stund können nicht gespart werden. Innerhalb eines Jahres muss sie weitergetauscht werden, sonst verfällt sie. Das unterstützt die Hilfsbereitschaft der Zeitgenossen und sorgt dafür, dass die Nachbarschaftshilfe nicht einschläft – und das seit 2010!“, sagt Martin Lasinger. Informationen zu aktuellen Treffen gibt es auf der Homepage www.zeitgenossenschaft.at, die gerade neu erstellt wird.


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