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WARTBERG. Auf der Suche nach Essen, das gut schmeckt und dem Körper gut tut, ist Andrea Bierwolf auf die Fermentation gekommen. Heute ist sie unter dem Namen „Fermentista Andrea“ bekannt und bestreitet mit dieser alten Methode des Haltbarmachens ihren Lebensunterhalt.

 (Foto: Antje Wolm)
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„Fermentieren ist die einzige Art des Konservierens von Lebensmitteln, bei der Vitamine entstehen“, erklärt Andrea Bierwolf. Die studierte Wirtschaftswissenschafterin und ehemalige Gemeindebedienstete, Jahrgang 1981, ist eigentlich per Zufall auf das Fermentieren gestoßen. „Essen hat mich immer schon interessiert. Gesucht habe ich gutes Essen, das auch dem Körper gut tut“, erzählt sie. Bierwolf absolvierte eine Ausbildung zur Ernährungs- und Mentaltrainerin.

Wasserkefir als Initialzündung

Ein Bericht über die wunderbaren gesundheitlichen Effekte von Wasserkefir war für die Wartbergerin 2016 die Initialzündung dafür, sich mit Fermentation zu beschäftigen. Die ersten Experimente resultierten in heftigen körperlichen Reaktionen. „Die Umstellung der Darmbakterien hat zwei, drei Wochen gedauert, dann habe ich eine Besserung gespürt: Der Kefir hat mir plötzlich geschmeckt, ich hatte kein Kopfweh mehr, dafür viel Energie.“ Grund genug für Andrea Bierwolf, sich näher mit der Methode des Haltbarmachens durch Säuren bzw. Mikroorganismen, nämlich Milch- und Essigsäure, zu beschäftigen. „Die Fermentation hat mich richtig in ihren Bann gezogen. Wenn man Obst oder Gemüse verkocht, gehen die Vitamine verloren. Beim Fermentieren entstehen jedoch neue Vitamine. Und noch dazu wirken fermentierte Lebensmittel basisch auf den Körper und machen Mineralstoffe besser verfügbar. Es ist lebendiges Essen“, gerät Bierwolf regelrecht ins Schwärmen. „Ständiges Kopfweh, unregelmäßige Verdauung und immer neue Pilzinfektionen bin ich durch das tägliche Essen und Trinken von fermentierten Lebensmitteln los geworden.“

Vergessene Methode

Warum ist diese einfache Methode es Haltbarmachens fast in Vergessenheit geraten? „Heute ist schnelles Essen wichtig, während man früher für Essen gelebt und gearbeitet hat und weder Kühlschrank noch Strom gehabt hat. Für die Fermentation braucht man nur Zeit und Liebe“, sagt die „Fermentista“. 2018/19 entschloss sie s, das Fermentieren in ihrem Zuhause am Traunergütl in Schönreith als Selbstständige auszuüben. „Der Tag ist mir zu kurz geworden, es gab und gibt immer mehr Interesse am Fermentieren.“ Sie gibt ihr Wissen auch in Ernährungskursen weiter. 2020 waren diese Kurse richtig gut angelaufen, dann kam Corona. Die Lockdowns verschafften Andrea Bierwolf die Zeit für Produktentwicklung, was in ihrem beliebten Bio-Kombucha resultierte, einem rohen, fermentierten Biogetränk auf Grundlage von Sonnentor-Tees. Die „Fermentista“ vertreibt es über Food Koops und auf dem digitalen Marktplatz.

Gute Tipps per Buch

„Mein zweites Corona-Projekt war mein Buch 'Fermentista. Du brauchst nur Zeit und Liebe', in dem ich einfache Anleitungen, praktische Erfahrungen und hilfreiche Tipps für den Fermentier-Erfolg zu Hause weitergebe.“ Warum es sich lohnt, selber mit dem Fermentieren zu beginnen? „Weil es eine günstige, einfache und gesunde Art des Haltbarmachens ist und dabei lebendige Lebensmittel entstehen, die unserem Körper wohl tun.“ Weitere Info: www.fermentista.at

Ein einfaches Rezept für Fermentations-Anfänger: Gemüse wie etwa Radieschen oder Karotten waschen und mit Gewürzen (z. B. Frühlingszwiebeln) in ein Bügelglas geben. 20 bis 50 g Salz (etwa 1 Esslöffel) in 1 Liter Wasser auflösen, mit Zimmertemperatur über das Gemüse leeren. Das Gemüse soll mit dem Wasser bedeckt bleiben, eventuell beschweren. Bügelglas verschließen, eine Woche stehen lassen. Die „richtigen“ Bakterien tun ihre Arbeit. Dann ist das Gemüse genussfertig. Kühler stellen, da der Gärprozess weitergeht. Haltbarkeit etwa ein Jahr.

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