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Die Internationale Jännerrallye findet 2016 nicht statt. Auch diesen Beschluss gab der Vorstand von Veranstalter Rallye Club Mühlviertel (RCM) bei einer außerordentlichen Hauptversammlung bekannt.

  1 / 3   Gern gesehener Dauergast bei der Internationalen Jännerrallye war Lokalmatador Ernst Haneder aus St. Oswald/Freistadt.
„Der gesamte Vorstand stellt alle Funktionen einem noch neu zu wählenden Gremium zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass bis zur ordentlichen Generalversammlung am 18. September ein Wahlvorschlag eingebracht wird, der die Zustimmung findet. Wenn nicht, steht der aktuelle Vorstand dem RCM noch ein Jahr zur Verfügung. Allerdings ohne motorsportliche Veranstaltungen zu organisieren. Also auch nicht die Jännerrallye. Diese Vorgangsweise soll das Bestehen des RCM absichern“, erklärt Obmann Ferdinand Staber ausführlich. Keine finanziellen Probleme Ausdrücklich hält Staber für den gesamten Vorstand fest: „Finanzielle Probleme hat der Rallye Club Mühlviertel keine. Obwohl eine Absichtserklärung von Eurosport vorliegt, dass die Int. Jännerrallye bis 2018 fixer Bestandteil der European Rally Championship (ERC) bleiben soll, sind wir nicht bereit, die Jännerrallye 2016 durchzuführen“, nennt Staber klare Gründe für die Entscheidung. Tips kennt sie alle: Entwicklung der Nennungen Der Trend der Teilnehmerzahlen zeigt seit 2012 stetig nach unten. ERC minus 45 Prozent, Österreichische Meisterschaft (ORM) minus 17 Prozent. Eine Trendumkehr in absehbarer Zeit ist nicht in Sicht, da viele Teams mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Großes finanzielles Risiko Mit den Zuschauereinnahmen muss der RCM zumindest rund 30 Prozent des Budgets von jährlich 650.000 bis 700.000 Euro decken. Aufgrund der nicht vorhersehbaren Wettersituation ist das finanzielle Risiko enorm hoch. Gewaltige Kostenexplosion Die Kosten für die Durchführung der Jännerrallye entwickeln sich in die entgegengesetzte Richtung zu den Nennungen und stiegen seit 2012 um 47 Prozent. Fehlende Akzeptanz Wie von österreichischen Fahrervertretern per E-Mail ausgedrückt, ist die Jännerrallye aus Kostengründen als ORM-Lauf nicht mehr erwünscht. Außerdem wurde beispielsweise vor der Jännerrallye 2015 von der ostösterreichischen Szene zum Boykott des Winterklassikers im Mühlviertel aufgerufen. FIA und Eurosport säumig Seit Jahren bemängelt der RCM, dass die Internationale Motorsportbehörde FIA und Eurosport nicht in der Lage oder bereit sind, bis Mitte August einen ERC-Kalender für das nächste Jahr zu fixieren, obwohl der RCM das wiederholt forderte. Dass die FIA es nicht schaffte, rechtzeitig für ein klares Reglement zu sorgen, kostete die Jännerrallye 2015 zumindest zehn bis 15 Starter. Sendezeiten auf Eurosport Obwohl bereits für 2015 zugesagt, ist eine Vorverlegung der Sendezeiten auf Eurosport nicht möglich. Sendungen nach 23 Uhr sind zumindest im europäischen Raum keine Primetime. „Da der Vorstand des RCM keine positiven Änderungen in den angesprochenen Punkten erwartet, fiel der Beschluss, die Jännerrallye 2016 nicht durchzuführen, einstimmig aus“, zieht Staber RCM-Bilanz für den Zeitraum 2003 bis 2015: „Auch nach internationalen Maßstäben perfekt organisiert und unfallfrei durchgeführt wurden in der Region Mühlviertel zwölf Mal die Jännerrallye sowie je drei Mal das Pirelli Shootout für die Rallyeweltmeisterschaft und die Mühlviertel Rallye, mehr als fünf Millionen Euro umgesetzt. Die Umwegrentabilität ist mit rund 40 bis 45 Millionen Euro zu beziffern.“

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