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FREISTADT. Österreichs U21-Faustball-Nationalteams haben die Europameisterschaft in München mit zwei Silbermedaillen beendet. Mit Magdalena Karger, Anna Wagner, Bastian Hackl, Felix Rockenschaub und Wendelin Voit waren fünf Spieler der Union Compact Freistadt bei der EM dabei. 

Das erfolgreiche U21-Nationalteam der Frauen (Foto: Bernhard Kaiser)
  1 / 2   Das erfolgreiche U21-Nationalteam der Frauen (Foto: Bernhard Kaiser)

Für Österreichs U21-Auswahlen war es ein erfolgreicher Auftritt auf der Sportanlage von SV Weißblau-Allianz München. Beide Teams hatten die Vorrunde am Samstag auf Rang zwei abgeschlossen, setzten sich am Finaltag jeweils im Halbfinale gegen die Schweiz durch und zogen damit ins Endspiel ein. 

Bei den Frauen stand am Ende wie bereits 2025 in Freistadt die Silbermedaille. Die Männer verpassten ihren vierten Europameistertitel in Folge hingegen denkbar knapp. Im Finale gegen Deutschland trennten die beiden Mannschaften nach fünf hochklassigen Sätzen lediglich zwei Punkte.

U21-Frauen erneut Vize-Europameister

Österreichs Frauen starteten mit einer überzeugenden Vorstellung in den Finaltag. Im Semifinale gegen die Schweiz präsentierte sich die Mannschaft von Teamchefin Sabine Süffert und Co-Trainerin Eva Holzinger bei leicht nassen Bedingungen von Beginn an konzentriert und konstant.

Mit 11:8, 11:7 und 11:6 ließ Rot-Weiß-Rot der Schweiz beim klaren 3:0-Erfolg kaum Möglichkeiten, selbst die Kontrolle über die Partie zu übernehmen, und zog souverän ins Finale ein. „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Teamchefin Süffert. „Wir wussten, was auf uns zukommt, haben unseren Plan konsequent durchgezogen. Das hat sehr gut funktioniert.“

Finale gegen Deutschland

Im Finale kam es zur Neuauflage des Vorjahresendspiels gegen Deutschland. Die Gastgeberinnen erwischten jeweils den besseren Start in die ersten beiden Sätze. Österreich lief früh einem Rückstand hinterher, während Deutschland sehr sicher agierte und Eigenfehler auf rot-weiß-roter Seite konsequent nutzte. Mit jeweils 11:8 sicherte sich Deutschland die ersten beiden Durchgänge.

Im dritten Satz stemmte sich Österreich noch einmal gegen die Niederlage. Das Team fand besser ins Spiel und erspielte sich eine 9:7-Führung. In der entscheidenden Phase bewies Deutschland jedoch erneut Nervenstärke und setzte sich nach Verlängerung mit 14:12 durch. „Auch gegen Deutschland wussten wir grundsätzlich, was auf uns zukommt und was wir spielen wollten“, analysierte Süffert. 

„Etwas angespannt“ 

„Leider ist es uns diesmal nicht gelungen, diesen Plan konsequent umzusetzen. Deutschland hat in der Defensive sehr stark gespielt, wir hätten etwas geduldiger bleiben müssen. Stattdessen sind wir auf allen Positionen etwas zu angespannt gewesen und haben sowohl im Angriff als auch in der Abwehr nicht ganz das abrufen können, was eigentlich in uns steckt.“

Für Österreich bedeutete das wie bei der ersten U21-Europameisterschaft 2025 die Silbermedaille. „Das war leider nicht das, was wir uns vorgenommen hatten“, resümierte Sabine Süffert. „Jetzt gilt es, weiterzuarbeiten und den Spielerinnen noch mehr Sicherheit zu geben, damit sie das, was sie können, auch in solchen entscheidenden Spielen abrufen können.“

Topnationen liegen eng beisammen

Bereits in der Vorrunde hatte sich gezeigt, wie eng die drei Topnationen beisammenliegen. Nach einer Auftaktniederlage gegen Deutschland und Siegen gegen Italien und die Schweiz lagen Deutschland, Österreich und die Schweiz punkt- und satzgleich an der Tabellenspitze. Erst das Ballverhältnis der gesamten Vorrundengruppe entschied über die Reihenfolge.

U21-Männer verpassen vierten Titel hauchdünn

Bei den U21-Männern endete in München eine beeindruckende Serie. Nach drei Europameistertiteln in Folge musste sich Österreich diesmal mit Silber begnügen – und war im Finale nur wenige Ballwechsel von der nächsten Goldmedaille entfernt.

Im Halbfinale setzte sich die Mannschaft von Teamchef Wolfgang Wildmann und Co-Trainer Lukas Diermair mit 3:1 gegen die Schweiz durch. Nach dem 11:8 im ersten Satz gelang den Eidgenossen mit 11:9 der Ausgleich. Österreich antwortete jedoch eindrucksvoll, gewann den dritten Durchgang mit 11:5 und machte mit einem 11:7 im vierten Satz den Finaleinzug perfekt.

„Schwieriges Halbfinale“

„Das Halbfinale gegen die Schweiz war wie erwartet schwierig. Die Schweizer sind extrem kämpferisch, aber wir haben die Partie zum Glück gut in unsere Richtung drehen können“, sagte Teamchef Wildmann. Zusätzlich musste Österreich mit kleineren Verletzungssorgen umgehen. „Einige unserer Angreifer waren nicht ganz fit. Da haben wir schon ein bisschen gebangt, aber es hat im Halbfinale zum Glück funktioniert.“

Finale gegen Deutschland

Im Finale wartete mit Deutschland erneut jener Gegner, gegen den Österreich bereits zum Auftakt der Vorrunde knapp verloren hatte. Das Endspiel entwickelte sich zu einem hochklassigen Schlagabtausch mit spektakulären Aktionen auf beiden Seiten. Deutschland gewann die ersten beiden Sätze hauchdünn mit 14:12 und 12:10 und stand im dritten Durchgang bereits vor dem Titel.

Zwei Matchbälle konnte Österreich jedoch abwehren. Bastian Hackl übernahm in den entscheidenden Phasen viel Verantwortung und trug wesentlich dazu bei, dass Rot-Weiß-Rot den Durchgang noch mit 13:11 für sich entschied. Auch im vierten Satz blieb die Partie völlig offen. Hackl überzeugte im österreichischen Angriff und punktete immer wieder auch direkt aus dem Service. Beim Stand von 10:9 leitete Jonas Aigner mit einer spektakulären Defensivaktion den entscheidenden Punkt ein, Österreich gewann den Satz mit 11:9 – der Entscheidungssatz musste über den Europameistertitel entscheiden.

Dort erwischte Österreich den besseren Start und führte schnell mit 7:2. Deutschland reagierte taktisch und kämpfte sich Punkt für Punkt zurück. Beim 7:7 war die Partie wieder völlig offen. In einer hochspannenden Schlussphase wehrten die Deutschen schließlich auch einen österreichischen Matchball ab und erspielten sich beim Stand von 11:10 selbst die nächste Titelchance. Am Ende sorgte Deutschlands Fynn Erlenmayer für den entscheidenden Punkt zum 12:10.

„Starke Abwehr“ 

„Wir wussten, dass das gegen Deutschland ein ganz, ganz hartes Spiel wird“, sagte Wildmann. „Wir haben taktisch alles versucht und am Ende das Maximum herausgeholt. Die Partie hätte in beide Richtungen ausgehen können. In diesem Fall hat Deutschland aus unserer Sicht verdient gewonnen.“ Besonders beeindruckt zeigte sich der Teamchef vom Niveau der Partie: „Beide Abwehrreihen haben unglaublich viele Bälle geholt. Das war schon außergewöhnlich. Auch Fynn Erlenmayer hat sehr souverän gespielt, gerade in den Phasen, in denen Deutschland unter Druck stand.“

Mit 12:14, 10:12, 13:11, 11:9 und 10:12 musste sich Österreich nach fünf Sätzen mit 2:3 geschlagen geben. Über das gesamte Finale hinweg trennten beide Mannschaften lediglich zwei Punkte. „Natürlich ist es bitter, wenn man so knapp verliert“, so Wildmann. „Aber wir haben schon schlimmere Niederlagen erlebt. Wir nehmen viel mit – und nächstes Jahr wollen wir wieder ganz oben stehen.“

Bereits am Samstag hatten die U21-Männer nach einer knappen 1:2-Niederlage gegen Deutschland mit Siegen über die Schweiz, Tschechien und Italien den zweiten Platz in der Vorrunde belegt. Mit 6:2 Punkten und 7:3 Sätzen zog Österreich direkt ins Halbfinale ein.


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