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BEZIRK FREISTADT. In Oberösterreich gibt es derzeit zirka 100 Tourismusverbände. Zum Vergleich: Niederösterreich hat rund 25, das Burgenland sechs bis acht. Für Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Michael Strugl (VP) besteht also dringend Handlungsbedarf. Ziel ist es, durch marktfähige Mindestgrößen auf Verbandsebene eine Optimierung zu erreichen.
 

Foto: Weihbold
Foto: Weihbold

Konkret heißt das: Die bestehenden Tourismusverbände müssen fusionieren, um eine Mindestgröße zu erreichen. Die entsprechenden Kriterien wurden in einer Gesetzesnovelle festgehalten, die derzeit in Begutachtung ist. Mit einem Beschluss rechnet man etwa Mitte bis Ende nächsten Jahres. Die regionalen Tourismusverbände sind deshalb gefordert, sich für die Zukunft zu rüsten.

Zu wenig Nächtigungen

Klaus Preining, Geschäftsführer des TV Mühlviertler Alm: „Bis jetzt ist alles noch Kaffeesudleserei. Aber wir bereiten uns natürlich auf die anstehenden Veränderungen vor und führen Gespräche mit den Tourismusverbänden Bad Zell und Königswiesen.“ Die Mühlviertler Alm verzeichnet im Jahr rund 55.000 Nächtigungen. Alle drei Regionen zusammen kämen auf 150- bis 160.000 Nächtigungen und arbeiten überdies bereits im Regionalverband Mühlviertler Alm zusammen.

Strukturen erhalten

Preining sieht in der Vergrößerung der Tourismusverbände vor allem im Auftritt nach außen Vorteile. Trotzdem mahnt er: „Strukturen, die über die letzten zwei, drei Jahrzehnte mühsam aufgebaut wurden, dürfen auf keinen Fall zerstört werden. Die bestehenden Tourismusbüros sind sehr wichtig, um den direkten Kontakt mit unseren Gästen zu halten. Auch das Engagement der Ehrenamtlichen zu halten, sei bei größeren Strukturen eine Herausforderung Müssten wir ihre Leistungen aber zahlen, wäre ein Tourismus nicht mehr leistbar.“

Ein großer Verband

Ganz im Gegensatz dazu steht die Meinung von Karl Steinbeiß, Geschäftsführer des TV Mühlviertler Kernland: „Am 26. September werden wir in einer Vorstandssitzung die Vorstellungen Strugls präsentieren. Danach muss man sehen wie es weitergeht aber ich will nicht über ungelegte Eier sprechen. Beim letzten Gesetzesentwurf war nach der Begutachtung auch alles anders als vorher.“

„Schön ist es auf der ganzen Welt“

Das gesamte Mühlviertel hat 11.000 Gästebetten und zählte im vergangenen Tourismusjahr rund eine Million Nächtigungen – touristisch gesehen ist das ein Klacks. „Es gibt Täler in Kärnten, die haben mehr Übernachtungen als das ganze Mühlviertel, deshalb meine ganz persönliche Meinung: Wir müssen das Kirchturmdenken hinter uns lassen und endlich die Region als Ganzes sehen. Darum sehe ich die Zukunft in einer großen, übergeordneten Verwaltung. Von mir aus kann man dann ein paar regionale Kompetenzzentren schaffen, die sich mit Vertrieb und Produktpositionierung auseinandersetzen. Wir müssen dem Gast heute nicht mehr sagen: Komm zu uns, hier ist es schön. Schön ist es auf der ganzen Welt. Wir müssen ihm sagen, was er hier alles kaufen kann! Natürlich würden viele kleine Strukturen damit fallen aber auch da müsste man eine Strategie entwickeln, wie und wo man Personen und Infostellen am besten positioniert. Da bleibt Arbeit genug für alle übrig.“


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