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BEZIRK FREISTADT. Wenig Grund zum Jubeln gibt es in Oberösterreich für berufstätige Eltern und ihre Kinder. Nach der Hiobsbotschaft, dass die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten für Eltern in Zukunft nicht mehr kostenfrei sein soll, sind auch die Ergebnisse des mittlerweile 18. AK-Kinderbetreuungsatlas nicht wirklich ermutigend. Der Ausbau der Betreuungseinrichtungen kommt nur schleppend voran, vor allem bei den Öffnungszeiten tut sich wenig. Im Bezirk Freistadt gibt es unverändert fünf 1A-Gemeinden. 

Symbolfoto: riopatuca/Shutterstock.com
Symbolfoto: riopatuca/Shutterstock.com

„Uns ist bewusst, dass die Finanzierung der Kinderbetreuung für viele Gemeinden ein Problem darstellt. Eine faire Verteilung der Kosten ist uns daher ebenso ein Anliegen wie ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Angebot“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Er appelliert an das Land Oberösterreich, nicht auf dem Rücken der Familien zu sparen.

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung haben wir auch heuer wieder den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht: • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag • an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet • Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag • maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen

1A-Gemeinden

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, wurden als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.

„1A“ sind im Bezirk Freistadt fünf Gemeinden: Freistadt, Hagenberg i.M., Neumarkt i.M., Pregarten und Wartberg o.d.A. “1A“ sind 18,5 Prozent aller Gemeinden des Bezirks. Der Bezirk Freistadt liegt damit unter dem ohnehin sehr niedrigen Oberösterreich-Durchschnitt von 19,2 Prozent.

Einige Verbesserungen

Von den 52 oberösterreichischen Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, entfallen drei auf den Bezirk Freistadt.

Die Verbesserungen im Detail:

  • Bad Zell hat die Betreuung für Unter-Dreijährige eingeführt.
  • Königswiesen bietet jetzt ein Mittagessen im Kindergarten an.
  • Sankt Oswald b.F. hat die Öffnungszeiten verbessert

Acht der insgesamt 27 Gemeinden (29,6 Prozent) im Bezirk fallen in die Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich (OÖ: 38,5 Prozent). Anmerkung: Die Kriterien für die Kategorie A erfüllen selbstverständlich auch alle 1A-Gemeinden, diese erfüllen aber noch zusätzlich die weiterreichenden VIF-Kriterien.

Viele Gemeinden ohne Betreuung für Unter-Drejährige

In 22,2 Prozent der Freistädter Gemeinden (OÖ: 10,0 Prozent) gibt es kein Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, in 7,4 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 8,4 Prozent). 18,52 Prozent der Gemeinden bieten kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 5,9 Prozent), und 51,9 Prozent haben Kindergärten, die weniger als acht Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 35,3 Prozent).

„Die Abschaffung der kostenfreien Nachmittagsbetreuung im Kindergarten ist ein negatives Signal für berufstätige Eltern und ein schwerer Schaden für die Bildungschancen unserer Kinder“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Betreuungsplätze, die eine Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile ermöglichen, seien in Oberösterreich ohnehin dünn gesät. „Es gibt nur für 21,4 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen solche Plätze, das ist gegenüber dem Vorjahr sogar ein Rückgang. Und bei den Unter-Dreijährigen sind wir im Bundesländervergleich mit großem Abstand Schlusslicht“, kritisiert der AK-Präsident.


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