WIFF fordert Rücktritt von Bürgermeisterin Paruta-Teufer
FREISTADT. Die Bürgerliste WIFF und die SPÖ melden sich zur aktuellen politischen Lage in Freistadt zu Wort, WIFF fordert sogar den Rücktritt von Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer (ÖVP). Auslöser war die Stadtmanagerin Bettina Braumann, die in einem offenen Brief ihre Stelle kündigte.

„Es ist unfassbar, was eine Bürgermeisterin mit ihrer Freistädter ÖVP wirtschaftlich alles kaputt machen kann. Letztes Jahr gab es die Faschingsscherzansage Gewerbe- und Handelstreibenden zu verbieten, ihre Waren vor den Geschäftslokalen in der Innenstadt auszustellen. Es folgte heuer die Erhöhung der Parkgebühren. Nun hat die qualifizierte Stadtmanagerin von Freistadt Bettina Braumann wegen laufender politischer Einflussnahme durch die ÖVP das Handtuch geschmissen, wie sie in einem offenen Mail erläuterte. In einer rasch einzuberufenden Gemeinderatssitzung sind daher noch im April die Weichen für ein selbständiges und unabhängiges Arbeiten des Stadtmarketings auf Basis des Jahresprogrammes zu schaffen, sofern Bettina Braumann dazu noch bereit ist“, erklären dazu WIFF-Fraktionsobmann Rainer Widmann und das Mitglied im Marketingbeirat Gemeinderat Hubert Reitbauer.
Bei allem Pro und Contra zum Stadtmarketing habe WIFF immer vollstes Vertrauen in die Stadtmanageringesetzt. Sie hätte aber nicht einmal die Chance und die Zeit gehabt, das erste Jahresarbeitsprogramm umzusetzen. „Dafür haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet, dass die ÖVP versuchen wird, das Stadtmarketing parteipolitisch zu steuern.“
„Schwerer Rückschlag für den Stadt-Tourismus“
Weiter heißt es: “Sollte Frau Braumann für die Funktion als Stadtmanagerin nicht mehr zu gewinnen sein, ist klar, dass unter den derzeitigen Bedingungen das Stadtmarketing bestenfalls zu einem ÖVP-Marketing verkommt und damit tot ist. Das wäre ein schwerer Rückschlag für die wirtschaftlichen und touristischen Bemühungen der Stadt zu der sich grundsätzlich alle Fraktionen bekannt haben. Wichtig ist, dass es ein von der Politik völlig weisungsfreies und auch räumlich getrenntes Arbeiten des Stadtmarketing rasch sichergestellt wird.“
Sondergemeinderatssitzung einberufen
Wir laden alle Fraktionen ein, noch im April eine Sondersitzung zum Thema „Stadtmarketing – Wie geht es weiter?“ durchzuführen, weil es hier um eine nachhaltige zentrale Zukunftsfrage von Freistadt geht. Wir brauchen dazu ein Viertel der Gemeinderäte beziehungsweise zehn Unterschriften“, so Reitbauer, und Widmann ergänzt: „Die engagierte Stadtmanagerin Braumann soll bleiben und Frau Bürgermeister kann gerne gehen, wenn ihr ein politisch weisungsfreies und unabhängiges Stadtmarketing nicht passt“.
„Kompetente Stadtmanagerin mit vielen Ideen“
Auch die SPÖ ist empört: „In unserer aktuellen SPÖ-Zeitung haben wir bereits auf Verfehlungen, wie zB. beim Aufnahmeverfahren der Stadtmarketing-Assistentin hingewiesen. Nun die Stadtmanagerin parteipolitisch von Seiten der ÖVP zu vereinnahmen, grenzt wiederum an eine Vorgehensweise, die wir so nicht akzeptieren! Mit Bettina Braumann haben beziehungsweise hatten wir eine kompetente Stadtmanagerin mit vielen Ideen und Vorhaben für Freistadt an der Spitze des Stadtmarketings. Das von ihr eingebrachte Jahresprogramm 2018 hatte durchaus eine Chance verdient. Dass die Stadtmanagerin stattdessen am Ostermarkt mit Kindern bastelte, zeigt wohl eine völlig falsche Nutzung der Personalressource. Das Stadtmarketing ist keine weitere Abteilung der Stadtgemeinde, sondern völlig eigenständig und unabhängig. Das muss auch unsere Bürgermeisterin und ihre Partei endlich einsehen.“
Stadträtin Sonja Seifried dazu: „Es ist schade, dass die ÖVP eine wirklich ambitionierte und top ausgebildete Kraft zu diesem Schritt getrieben hat. Politische Neutralität ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Stadtmarketing. Entweder alle Parteien akzeptieren das oder wir können das Stadtmarketing gleich wieder schließen.“


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